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Nicht ganz plausibel

6. April 2018 | Von | Kategorie: Kommentar | | Teilen

Sie erreichen den Autor: j.heinrich@cga-verlag.de

 

Die SPD bleibt glücklos in ihrem Regierungseifer. Zumindest findet sie noch nicht das rechte Maß. Jedenfalls nicht mit Maas, ihrem Minister fürs Internationale. Dem fällt „keine andere plausible Erklärung“ für eine vollkommen unklare Unterwelt-Affäre ein, als „die Verantwortung in Russland zu suchen“. Das ist ziemlich ungeheuerlich. Und wenig plausibel.
Ohne den englisch-russischen Doppelagenten-Konflikt zu vertiefen – es kann für deutsche Diplomatie nichts Einfältigeres geben, als sich in einer Welt voller Kriege so vage mit Russland anzulegen. Zumal Milliarden Menschen dieser Erde von Vorfreude beseelt sind, demnächst im eurasischen Riesenreich die Fußballweltmeisterschaften zu erleben. Die Hälfte der Russen hält die Daumen für Deutschland. Das lassen einschlägige Reportagen gut erkennen. Zum Glück ahnen die Russen kaum etwas von der „Plausibilität“ unseres gehemmten Außenministers. Im Gegensatz wohl zu unseren amerikanischen Freunden. Plausibel heißt in englischer Sprache „plausible“, auf russisch hingegen „drawdopodnüe“.
Das kleine Wortspiel lässt ahnen, wie weit der mentale Friedensweg nach Osten noch sein wird. Die Verständigung bleibt schwer. Die Menschen hier in der Lausitz wollen ihn gern gehen, denn sie haben Erfahrung im Umgang mit der russischen Seele.
Ja, sie haben auch Sorgen, die Lausitzer, wenn sie Weltnachrichten einschalten und erste Kommentatoren von Boykott des Sports faseln hören. Die Cottbuser erinnern sich ganz stark daran, dass es so etwas gegeben hat. Unsere Radsportasse hätten ihr vielfaches olympisches Edelmetall in Moskau gern im Sprint gegen Sportler aller Nationen errungen. Möge die Diplomatie also plausibel agieren.


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