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Spremberg: Befehlsstelle für Luftschutz

6. Oktober 2012 | Von | Kategorie: Bilder aus dem alten Spremberg |

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Brücke stellte vor dem Krieg eine Verbindung zum Hauptbahnhof her

Befehlsstelle für Luftschutz / Brücke wurde zum Kriegsende, als die Russen kamen, gesprengt
Hans-Joachim Nevoigt schreibt: „Ein altes Foto. Die Gebäude rechts und links der Straße gibt es heute nicht mehr. Das rechte Grundstück gehörte der Familie Jatzko und war der Jägerhof und beherbergte in alten Zeiten auch eine Brauerei. Die Straße war die Jägerstraße. Der Keller war im Krieg bei Fliegeralarm gut besucht. Das linke Gebäude gehörte zum Grundstück Klaunig, auch hier war eine Brauerei (Kerns Brauerei) drin. Nach dem Krieg war hier der Bier-Verlag-Merkur-Bier-Cottbus. In diesem sehr gut ausgebauten Keller war die Befehlsstelle für den Luftschutz in Spremberg. Ich war hier als Schuljunge mal eine Zeit als Melder eingeteilt. Im Dröhnen der Motoren der viermotorigen Bomber und menschenleeren Straßen war das recht mulmig. Ziel waren meist Hydrierwerk Schwarzheide, Aluminiumwerk Lauta und Berlin. Keller Wirthstraße und Schlosskeller mussten melden, wieviel Frauen, Kinder und Männer Schutz gesucht haben. Nun aber mal zur ‘Brücke’. Nachdem der Berg durchschnitten war in mühevoller Arbeit (Schippen und Kippladen), die heutige Technik gab es noch nicht in den 1920er und 1930er Jahren, war endlich eine günstige Verbindung zum Hauptbahnhof (Ostbahnhof) hergestellt. Die ‘Neue Straße’ wurde sie im Volksmund genannt. Die Regierenden gaben der Straße aber den Namen ‘Paul von Hindenburg’. Ein Generalfeldmarschall von Kaiser Wilhelms Gnaden. Der Gewinner mit Ludendorff der Schlacht bei Tannenberg Ostpreußen gegen die einmarschierten Russen im 1. Weltkrieg. Allerdings auch der Steigbügelhalter von Hitler. Als die Front 1945 immer näher kam, wurde der linke Bogen von unten an vielen Stellen angebohrt und zur Sprengung vorbereitet. So ist es dann auch geschehen. Die Russen haben eine Notbrücke gebaut mit den Holzbohlen von der Bürstenfabrik. Die beiden Brückenhäuschen blieben ganz. Die Straße erhielt dann den Namen ‘Straße der Jugend’ und später Bahnhofstraße.“



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