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Spremberg: Schornsteine dienen der Orientierung

20. Oktober 2012 | Von | Kategorie: Bilder aus dem alten Spremberg |

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Blick von der Waldstraße auf die Stadt

Schornsteine dienen der Orientierung / Fabriken gehörten zum Spremberger Stadtbild
Hans-Joachim Nevoigt schreibt: „Gasometer und die Ev. Kreuzkirche sind auf dem alten Foto die Orientierungspunkte. Auch die Fabrikschornsteine gehören dazu. Der rechte Schornstein könnte zur Tuchfabrik Jäckel gehört haben. Später Behälterbau in den Betriebsgebäuden. Die linken Schornsteine gehören zur Tuchfabrik Senkel in der Gärtnerstraße, die den Bomben zum Opfer fiel. Die dazu gehörende Villa wurde eine Kindereinrichtung. Das frei gewordene Bauland wurde für die Kindereinrichtung ‘Max und Krümel’ genutzt. Nach dem Abriss der Villa wurde ein Christliches Seniorenheim gebaut. Von den Gasometern hatten wir zwei Stück auf dem Gelände der damaligen Städtischen Werke. Heute ist an dem Standort der „Netto“ Einkaufsmarkt. Ein durchaus sympathischer Nachbar für ein Krankenhaus. Für das Stadtgebiet hatten wir aber schon vor dem Krieg eine Straßenbeleuchtung mit Gas. Viele Haushalte hatten einen Gasanschluss und wussten das zu schätzen. Kochen und Backen war möglich ohne Feuer zu machen. Auch gasbetriebene Kühlschränke gab es. Der absolute Vorteil im Sommer. Nach der Erfindung von zwei Professoren, die Braunkohle auch zur Verkohlung verwenden zu können, wurde in Lauchhammer die große Kokerei gebaut. Die letzte Stunde unserer Gasanstalt hatte geschlagen. Dazu noch das Gaskombinat ‘Schwarze Pumpe’. Die ganze schlechte Nachbarschaft des Krankenhauses wurde abgerissen. Nun aber weit gefehlt, dass alles besser wird. Nach Inbetriebnahme der Gaserzeugung ging der Ärger erst richtig los. Die ganze Umgebung hat gestunken in Richtung Cottbus bis zum Schäferberg. Zerre, Spreetal, Bluno usw., auch Hoyerswerda. Der feine Kohlenstaub hat ja nach Windrichtung alles verschmutzt. Die Fensterbretter mussten morgens immer erst abgefegt werden. Wäsche draußen trocknen musste gut überlegt werden. Nach vielen Jahren hatte man das Problem endlich gelöst. Die Aufnahme ist aus Richtung Waldstraße aufgenommen worden. Heute ist hier mehr Bewuchs.“



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