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Forst: Papier aus dem Bank-Keller gerettet

10. April 2015 | Von | Kategorie: Bilder aus dem alten Forst |

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Blick auf die Commerzbank und das Broschmann-Haus am Berliner Platz Ecke Frankfurter Straße

Nutzer der Gebäude am Berliner Platz sind noch gut bekannt:
Die Rätselaufgabe war nicht so schwer, obwohl die Gebäude nur noch als Ruinen zu sehen sind. Kurt Noack mailt: „Ich möchte an das Bilderrätsel diese Erinnerungen knüpfen. Bei der Brandruine handelt es sich um die am Berliner Platz Ecke Frankfurter Straße gelegene Commerzbank, deren Fassade aus fein polierten, marmorierten Steinquadern bestand. Der Commerzbank gegenüber liegt die Ruine des Brosch­mann-Hauses.  Doch das Besondere meiner Erinnerungen ist die Forster Familie, zwei Erwachsene und zwei Kinder, die an jenem Februartag des Jahres 1945 zwischen beiden Häusern mitten auf der Straße den Tod gefunden hat und deren Körper durch  die Hitze der brennenden Häuser auf die Hälfte ihrer Größe  zusammengeschrumpft waren. Für mich ein unvergessliches Bild, auf das ich schon mehrfach in der Zeitung hingewiesen habe, um auf diese Weise vielleicht jene Familie zu finden, die diese Toten zu beklagen hat.“
Auch Dieter Nowotnick erkannte die Commerzbank wieder und schreibt: „Heute ist sie im Gebäude dahinter, in der ehemaligen Färberei Wagner, untergebracht. Dazwischen ist die Blumenstraße, und das andere Eckgebäude war das Teppichgeschäft Schönborn. Links im Haus war Beiers Kaufhaus und zu DDR-Zeit ein Fahrzeuggeschäft. Rechts, das Brosch­mannhaus, war auch einige Zeit lang Fahrzeugladen und danach ein im Volksmund genannter ‘Scherbelladen’. Als Ruine, wie auf dem Bild, war genau an der Ecke die Eingangstür, wo ‘Ärmels Maxe’ eine ganze Zeit seine Zeitungen verkaufte. Das war wohl um 1948/49, als er auf der Seite gegenüber (links nicht im Bild) einen Zeitungskiosk erhielt.
Aus dem Broschmannhaus wurde nach der Wende Kaufland. Das wird  hoffentlich noch lange bestehen, denn entsteht eine neue Kaufhalle, so ist es in Forst doch üblich, macht diese nach zehn Jahren zu. Wie an der Ecke Berliner/Roßstraße,  am Bahnübergang,  in der Haagstraße,   Karl-Straße,   zweimal Spremberger Straße, noch eine vergessen?“
Noch einmal zur Commerzbank ergänzt Gerda Kubaschk: „Der Keller der Bank war nicht ausgebrannt, dort gab es Formulare und Papier. Als ich im Konsum begonnen hatte zu lernen, hatten wir die Formulare dort geholt und für die Arbeit verwendet. Es gab ja kaum Arbeitsmaterial. In der ersten Etage war einst ein nobles Café Hohenzollern, da war ich mit meinen Eltern aber nie drin.
Hinter der Commerzbank, nicht zu sehen, war die Färberei Wagner. Es war eine chemische Reinigung, die mit TRI, so die Chemische Substanz, die Wäsche reinigte. Das hatte der Fabrikleiter mir bei einem Rundgang erklärt. Links daneben war der Innenausstatter Schönborn. Ein Verkäufer hat bei uns im Haus gewohnt, die Familie war aus Wesel am Rhein und hatte hier Arbeit gefunden. Sie hat sich aber wegen des fehlendes Karnevals nicht wohl gefühlt. Deshalb sind sie noch vor der Grenzschließung wieder zurück gegangen. In der ersten Etage war der Steuerberater Nord tätig, dort musste ich immer mit dem Zahlenmaterial unserer Firma, in der ich arbeitete, zur Prüfung hingehen.
Rechts das Broschmann-Haus wurde neu aufgebaut und wieder abgerissen, und ist heute Kaufland. Bei Broschmann gab es Haushaltswäsche und Textilien. Das Wohnhaus am linken Bildrand gehörte dem Lehrer Schwarz, der hatte als erster in Forst ein begrüntes Dach, man würde ihn heute als Öko-Typ bezeichnen, wahrscheinlich war er Biologie-Lehrer. In seinem Garten in der Buchenstraße wuchsen lauter exotische Pflanzen. Die Lehrerin Fräulein Löwentraut, meine Englisch-Lehrerin, war mit ihm befreundet und half ihm beim Rasenmähen, jedoch schnitt sie ihm einmal die Stromschnur durch. Von einer China-Reise hatte sie ihm exotische Pflanzen mitbracht.“
Zum Restaurant und Café Hohenzollern schreibt Thomas Methe: „Es war früher eines der beliebtesten Lokale in Forst, in dem sich ein Wiener Café, ein Lese- und Billardzimmer, ein Restaurant und ein kleiner Saal befanden. Im Erdgeschoss befand sich seit den 1920er-Jahren die Commerzbank. Vorher war es das Schuhgeschäft ‘Zum Stern’.“
Vielen Dank. Ein Bild gewinnt Dieter Nowotnick.




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