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Lausitz hat Schwein gehabt

30. Dezember 2016 | Von | Kategorie: Cottbus, Senftenberg & Seenland, Top-Themen |

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Das Foto der Hobbymeteorologen musste dieses Jahr im strömenden Regen stattfinden. 2017 soll dagegen mit reichlich Schnee beginnen Foto: T. Richter-Zippack

Heimatregion blieb im 2016 von Unwettern verschont / Winter kommt

Senftenberg/Cottbus (trz). In der Lausitz geht das Jahr 2016 relativ unspektakulär zu Ende. Zumindest, was das Wetter der vergangenen zwölf Monate angeht. Denn die Region ist von schweren Unwettern weitestgehend verschont geblieben. Das ist der Grundtenor der 24. Jahrestagung der Hobbymeteorologen in Senftenberg. Im Gegensatz zu den Überschwemmungen im Inntal im Juni und zu fast komplett abgesoffenen Städten in Westdeutschland während des Sommers kam es hierzulande so gut wie gar nicht zu schweren Gewittern. Einzige Ausnahme bildete die Stadt Ortrand. Dort fielen am 31. Juli während eines Wolkenbruchs 45 Liter Niederschlag auf den Quadratmeter. Überflutungen blieben aber aus. „Bezüglich der Unwetter hat die Lausitz im Jahr 2016 richtig Schwein gehabt“, resümierte Jürgen Tremmel vom Deutschen Wetterdienst (DWD) als Stammgast bei der Senftenberger Tagung.
Ansonsten habe das Jahr mit einem zu milden Winter, einem warmen und trockenen Frühjahr, einem durchwachsenen Sommer und einem nass-kalten Herbst aufgetrumpft. Der Großräschener Landwirt Günter Kockro hat errechnet, dass die vergangenen zwölf Monate 2,36 Grad zu warm waren als im langjährigen Durchschnitt. Die Niederschlagsnorm von 626 Litern pro Quadratmeter sei fast erreicht worden. Die tiefste Temperatur habe es mit minus 12,7 Grad im Januar gegeben, den heißesten Tag mit 34,3 Grad im August.
Problematisch habe sich mal wieder die Frühjahrstrockenheit gezeigt. So seien im Mai nur 40 Prozent der Niederschlagsnorm erreicht worden. Die Getreideernte habe sich wegen des feuchten Hochsommers bis Ende August hingezogen. Besonders auffällig war die Hitzeperiode von Ende August bis weit in den September hinein. So eine später sehr warme Phase habe es in der Region noch nie gegeben.
Kurios: Viele Leute verbinden den Spreewald mit viel Wasser. Das mag bezüglich der vielen Fließe auch stimmen, in Bezug auf den Jahresniederschlag dagegen nicht. So hatte Jürgen Jentsch aus Bolschwitz bei Calau lediglich 480 Liter/Quadratmeter in seinem Messbecher, rund 140 Liter weniger als in der Senftenberger Region. Bei Hans-Joachim Emmrich aus Buchwäldchen bei Altdöbern waren es immerhin noch 541 Liter.
Wie sich das Wetter nun im Jahr 2017 präsentiert? DWD-Meteorologe Jürgen Tremmel sagt für die ersten Januartage einen echten Wintereinbruch für die Lausitz vorher. Ob der Schnee allerdings liegenbleibt, sei bislang noch ungewiss. Laut dem Wetterlotto unter den Hobbymeteorologen, das seit Jahren vom Frauendorfer Landwirt Walter Beckmann organisiert wird, könnte das neue Jahr im Allgemeinen als zu warm und zu trocken ausfallen. Das tippt zumindest die Mehrzahl der insgesamt 32 Teilnehmer in Senftenberg. Wie es tatsächlich wird, ist mit Sicherheit Thema der 25. Jahrestagung, die Ende Dezember 2017 stattfindet.




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