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Forst/ Brozek: Luftmessung sorgt für Entwarnung

31. März 2017 | Von | Kategorie: Forst & Döbern |

Deponiebrand: Grenzwerte bei Dioxinen werden nicht überschritten.

Forst/ Brozek (mk). Der Gestank durch den Brand der polnischen Deponie ist belastend für die Forster, gesundheitsschädigend ist das Einatmen der Luft jedoch nicht. Dies ergaben Luftproben in Forst. Im Auftrag der BASF untersuchte das ergo Umweltinstitut Dresden während der Zeit des Schwelbrandes in Brożek zwei Luftproben aus Forst auf polychlorierte Dibenzo-pdioxine und Dibenzofurane (PCDD/F). PCDD/F gehören zu den giftigsten Stoffen, die bei derartigen Brandereignissen entstehen können.
Im Ergebnis heißt es hier: „Unter Annahme eines wahrscheinlichen Expositionsszenarios führt die zusätzliche PCDD/PCDF-Aufnahme über die Atemluft, bedingt durch Schadstoffimmissionen der brennenden (schwelenden) Kunststoffrecyclinganlage in Brożek, zu einer nur geringfügigen Erhöhung der Gesamtbelastung der Betroffenen durch PCDD/PCDF. Die aktuellen Empfehlungen der WHO zu Höchstgehalten werden nicht überschritten.“
Mit Nachdruck löschen
Gleichzeitig wird aber empfohlen: „Generell sind jedoch unnötige und vermeidbare zusätzliche Belastungen mit PCDD/F nicht zu tolerieren. Darum sollte aus Gründen der Vorsorge mit Nachdruck an der Schließung der Quelle der Schadstoffbelastung gearbeitet werden.“
Landrat Harald Altekrüger  erklärt: „Den Prozess zur Brandlöschung auf dem Recyclinghof in Brozek begleiten wir seit mehreren Wochen kritisch, transparent und im Rahmen unserer Möglichkeiten konstruktiv. So haben wir als Landkreis selbst eigene Luftmessungen im erweiterten Stadtgebiet veranlasst. Der ABC-Erkunder (atomarer, biologischer, chemischer Erkunder) der Freiwilligen Feuerwehr Forst war mehrfach an verschiedenen Orten im Einsatz. Im
Ergebnis zeigten sich keine auffälligen Messwerte. Dennoch habe ich veranlasst, weiterführende Untersuchungen vorzunehmen und habe die BASF Schwarzheide GmbH beauftragt, ergänzende Stoffe zu untersuchen. Für die schnelle und unkomplizierte Unterstützung durch das Unternehmen BASF im Rahmen der Nachbarschaftshilfe möchte ich mich an dieser Stelle nochmals bedanken. Die 24-Stunden-Messung fand am 13. März 2017 ab Mittag an den Standorten innerhalb des Forster Freibadgeländes und in der
Ortslage Groß Bademeusel
statt. Ausgehend vom Freibad befindet sich die Brandstelle in ca. 6,4 km Entfernung und vom Messpunkt Groß Bademeusel in ca. 1,2 km Entfernung.
Ohne akute Gefahr
Die ersten Analyseresultate der Sofort-Immissionsmessungen lagen am 15. März vor und ließen auf keine akute Gesundheitsgefährdung schließen. Die Auswertung der Messproben wurde durch ein Speziallabor aus Münster vorgenommen und liegt dem Landkreis seit Montag, 27.03.2017 vor. Zur Bewertung der Daten aus dem Messprotokoll kontaktierte ich unverzüglich Ministerpräsident Dr. Woidke, Innenminister Schröter und Umweltminister Vogelsänger. Am Dienstag, dem 28.03.2017, gab es eine Beratung mit Innenminister Schröter und den Fachleuten aus den jeweiligen Ministerien hier in Forst“.



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