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Schwarze Pumpe: Hoffnung auf zweite Papiermaschine steigt

28. April 2017 | Von | Kategorie: Spremberg |

Maik Bethke (M.) von der IHK, Wirtschaftsminister Albrecht Gerber (l.) sowie Vertreter der Papierfabrik präsentieren stolz das nagelneue Umwelt-Audit Foto: T. Richter-Zippack

Arbeitsplätze für Region / Millionen-Investition in Schwarze Pumpe macht großen Schritt nach vorn.

Schwarze Pumpe (trz). Die zweite Papiermaschine in der Papierfabrik Hamburger-Rieger in Schwarze Pumpe ist wieder ein gutes Stück näher gekommen. Ende April erhielt das Unternehmen das begehrte EMAS-Zertifikat. Bei „Eco-Management and Audit Scheme“, kurz EMAS, handelt es sich um eine der strengsten Umweltprüfungen, die es in Europa gibt.
Die Vorgaben sind weitaus schärfer als die gesetzlichen Regelungen.  Eigens dafür wurde ein Umwelthandbuch verfasst, in dem sämtliche Maßnahmen festgehalten sind. Dabei geht es unter anderem um den sparsamen Umgang mit Ressourcen wie Energie und Wasser. Ebenso spielt die Auswahl der künftigen Lieferanten und deren Umweltbewusstsein eine nicht zu unterschätzende Rolle.
Das EMAS-Zertifikat wurde durch Maik Bethke, den stellvertretenden Hauptgeschäftsführer der IHK Cottbus, verliehen. Seinen Worten nach handele es sich um ein „Premium-Label“. Das Besondere ist nun, dass sich die betroffene Anlage noch in Planung befindet. Daher diente die bereits vorhandene Papiermaschine I als Orientierungspunkt. Für die Aufrechterhaltung der EMAS-Registrierung und zur stetigen Verbesserung der Umweltleistung erfolgen jährlich wiederkehrend interne und externe Audits zur Fortschreibung der Umwelterklärung.
Nach Angaben von Hamburger Rieger sichert sich das Unternehmen am Standort Schwarze Pumpe mittels des neuen Zertifikats europäische Fördermittel sowie vereinfachte Genehmigungsverfahren. In Brandenburg sind lediglich 40 Unternehmen mit EMAS zertifiziert, deutschlandweit sind es 1250 Firmen und in der EU 4000.
Hamburger Rieger hat am Standort Schwarze Pumpe bereits insgesamt über 400 Millionen Euro investiert und mehr als 500 Arbeitsplätze geschaffen.
Nach Angaben von Harald Ganster vom Unternehmen gibt es allerdings seit rund fünf Jahren eine Entwicklung, die eher dämpfend auf die europaweite Papierproduktion wirke. Nämlich der verstärkte Einsatz elektronischer Medien, die den Papierabsatz sinken lassen. Dafür erschlössen sich die Firmen neue Märkte durch die Herstellung von Verpackungen. Es dauere aber länger, den Markt zu sondieren. Daher könne die endgültige Entscheidung für die zweite Papiermaschine nicht übers Knie gebrochen werden.
Nach Angaben von Brandenburgs Wirtschaftsminister Albrecht Gerber gehört die Lausitz zu den wirtschaftlich stärksten Regionen des Bundeslandes. Er mahnt erneut eine verlässliche Industrie- und Energiepolitik seitens der Bundesregierung an. Und es könne nicht sein, dass die Industrie immer als „Sündenbock“ für Umweltprobleme herhalten müsse.  Stattdessen würden die Unternehmen sehr viel Geld  in den Umweltschutz investieren.



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