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Kritik an zu später Trennung der Linie RE2 nach Wismar

30. Juni 2017 | Von | Kategorie: Region |

Die ersten Weichen für den neuen Verkehrsknotenpunkt am Cottbuser Hauptbahnhof sind gestellt. Ab Montag kommt es zu Sperrungen im Kreuzungsbereich. Ein dauerhaftes Hindernis hingegen ist auch die Unzuverlässigkeit des RE2 nach Berlin. Mit einer Kürzung der Strecke bis nach Nauen statt wie bislang nach Wismar will die Landesregierung für Abhilfe sorgen. Das Problem: Erst im Jahr 2022. Dies sorgt für Kritik in der Lausitz Foto: Mathias Klinkmüller

2022 ohne Ziel Ostsee / Fahrgastpotenzial riesig / Elektrifizierung Cottbus-Görlitz ausgebremst

Region (mk). Bis 2030 steigt die Zahl der Fahrgäste von Cottbus nach Berlin um 95 Prozent. Für Senftenberg wird sogar ein Zuwachs von 120 Prozent im Landesnahverkehrsplan 2018-2022 prognostiziert. Der Regionalexpress 2 hat diese Zuwächse zu stemmen. Ideal, sagt der Verkehrsplaner Dieter Doege vom Fahrgastverband Pro Bahn, ist diese Teilung der viel zu langen Strecke. Statt bis nach Wismar geht es künftig lediglich noch bis nach Nauen. Dies führt zu einer verlässlicheren Fahrzeit. Gleichzeitig kritisiert der Experte vom Fahrgastverband, dass diese Trennung erst im Jahr 2022 erfolgen soll. Er sieht kein Problem, dies mit den vorhandenen Verträgen bereits im Sommer 2018 umzusetzen. Dann könnten auch die Bahnhalte in Raddusch, Kolkwitz und Kunersdorf wieder an den RE 2 angeschlossen werden. Auch die Fraktion BVB / Freie Wähler rät zu zügigem Handeln: „Brandenburg erlebt in vielen Regionen einen Boom. Diesen gilt es durch die entsprechenden infrastrukturellen Maßnahmen zu begleiten. Erst in fünf Jahren Abhilfe zu schaffen, ist daher nicht akzeptabel“, sagt das Landtagsmitglied Péter Vida. Aufgrund des fehlenden zweiten Gleises, mit dem auch in den kommenden zehn Jahren nicht zu rechnen ist, rät Dieter Doege auf den geplanten IC ab 2022 zu verzichten. „Wenn wir ganz ehrlich sind, muss gesagt werden, dass diese Strecke nur einen Zug pro Stunde verträgt“. Der Nahverkehrsplaner kritisiert zudem die Stadt Cottbus, die sich für geschlossene Bahnhalte auf der Strecke zu wenig einsetze. „Was ist eine Stadt ohne ihr Umfeld?“, fragt er. „Häufige und schnelle Regionalzüge sind für Brandenburg die Grundlage weiterer Entwicklung und notwendig, um den Pendlerverkehr nicht auf die Straßen zu treiben. Kommunen mit gutem Regionalverkehrs-Anschluss werden weiter wachsen,“ prophezeit Peter Cornelius, Vorsitzender des Fahrgastverbandes Pro Bahn.
Eine weitere Hiobsbotschaft für die Lausitzer Infrastruktur kam in dieser Woche aus dem
Bundesministerium für Verkehr. So lehnt es der zuständige Minister Alexander Dobrindt ab, eine Vereinbarung zwischen Sachsen, Brandenburg und der Deutschen Bahn zur Finanzierung der Planungskosten bezüglich der Elektrifizierung der Strecke Görlitz-Cottbus zu
unterzeichnen.



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