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Spremberg: Eine pfiffige Idee erstaunt

25. August 2017 | Von | Kategorie: Wirtschaft |

In Handarbeit entstehen die hölzernen Verpackungen, die nach der ursprünglichen Nutzung einem neuen, sehr naturverbundenen Zweck zugeführt werden – eine tolle Idee! Foto: Jens Kurze

Zwei Spremberger Unternehmen tun gemeinsam etwas für die Umwelt.

Spremberg (jk). Was haben Weinflaschen mit Nistkästen zu tun? Auf den ersten Blick scheinbar gar nichts, beim zweiten Blick setzt ein erstauntes Schmunzeln ein: genial – da muss man erst mal drauf kommen. Der Spremberger Weinhändler Sebastian Schulz suchte nach einem Unternehmen, das ihm die typischen Weinkisten aus Holz herstellt. Die bisher im Sortiment befindlichen Exemplare wurden aus den Niederlanden geliefert, die Konditionen waren aber langfristig nicht optimal. Also braucht es einen neuen Ansprechpartner, der möglichst in der Nähe ist und flexibel auf Wünsche eingeht. Vielleicht können sogar Transportkosten verringert werden, wenn der neue Partner aus dem gleichen Ort kommt? Zur BWS Behindertenwerk GmbH gehört das Zentrum für Arbeits- und Berufsförderung im Dianaweg 4. Hier werden unter anderem Menschen mit seelischen Beeinträchtigungen beschäftigt, denen auch mit handwerklichen Tätigkeiten geholfen wird, den Weg zur Gesundung zu erleichtern.„ Natürlich hätten wir für Herrn Schulz simple Weinkisten bauen können. Wir wollten aber gern statt einer reinen Verpackung etwas Nachhaltiges gestalten. Die Holzkisten sind doch einfach zu schade, um im Kamin oder in der Hobbywerkstatt zu enden“, so Eric Höhna, Leiter des BWS. „Wir hatten bereits früher schon einmal die Idee, so ein Vogelhäuschen aus einer Weinkiste zu bauen, quasi eine Mehrzweck-Weinkiste. Aber wir hatten keinen Vertrieb dafür.“ Nun fügte sich eines zum anderen. Klingt alles sehr geheimnisvoll – aber wie funktioniert nun das Ganze? Eigentlich ist das Prinzip ganz einfach: alle Kisten haben die Größe und die Form einer normalen Weinflaschenverpackung. Die feste Front besitzt ein ovales Schaufenster, der den Blick auf das Etikett freigibt. Der Kunde will schließlich sehen, was er kauft – oder was er geschenkt bekommt. Bei der neuen Variante liegt der Box eine zweite Holzplatte bei. Diese hat ein rundes Einflugloch in passender Größe für Kleinvögel und eine Bohrung zum Anbringen einer Sitzstange für den Vogel. Diese Platte wird einfach in die umlaufende Nut davorgeschoben, die beiliegende Sitzstange eingeschraubt – und fertig ist der Nistkasten! Die Box wird wetterbeständig lasiert angeboten, zum einen transparent natur und zum anderen mit einem braunen Ton. Auf Wunsch können die Verpackungen auch farblich individuell angepasst oder mit einem Branding zur Personifizierung versehen werden – eine schöne Idee, auch für Vereine oder Geschäftskunden. Und sicherlich auch geeignet als ganz persönliches Weihnachtsgeschenk. Die Verpackung wird ab September einzeln oder gleich als fertige Geschenkbox bestückt bei Sebastian Schulz in der Karl-Marx-Straße in Spremberg angeboten. Der große Vorteil für ihn ist nicht nur die regionale Kooperation, sondern auch die variable Stückzahl dank BWS.




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