Dienstag, 17. Juli 2018 - 04:06 Uhr | Anmelden

Anzeige

Hörprobleme sind kein Tabu-Thema

23. Februar 2018 | Von | Kategorie: Gesundheit, Ratgeber |

Am 3. März ist Welttag des Hörens / Vorsorge ist aber noch keine Selbstverständlichkeit

 

Hörprobleme treten nicht erst mit zunehmendem Alter auf. Häufig werden sie aber nicht erkannt und auch nicht ernst genommen. Beim Hörtest werden individuelle Hörprofile bestimmt und der jeweilige „Hörbedarf“ ermittelt
F.: Kzenon/Fotolia/randstad

 

Region (MB/jk). Mal ganz ehrlich: zu einem Bluttest gehen viele, auch die Augen werden öfter auf ihre Leistungsfähigkeit überprüft und die Brille wird angepasst – aber wer geht von sich aus zu einem Hörtest? Dabei gibt es oft bereits Anzeichen, die man nicht wegwischen sollte. Wer schwer hört, redet oft lauter und auch das Sprechen an sich verändert sich. Deshalb gehört zu einem Hörtest auch ein Sprachtest, da je nach Hörbeeinträchtigung Buchstaben anders wahrgenommen werden. Die Menschen hören zwar alles, verstehen aber nur die Hälfte. Beim Hörtest geht es vor allem darum herauszufinden, wie groß die Fähigkeit ist, Töne nachzuvollziehen. Die Aufgabe der Hörgeräteakustiker ist es dann, das Gerät an die Frequenzkurve des Trägers anzupassen. Mit dem passenden Gerät ist gutes Hören wieder möglich.

Aufmerksam (zu-) hören
Der diesjährige Welttag des Hörens steht unter dem Motto „Hear the future“ und zeigt, dass Hörgesundheit keine Frage des Alters ist. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der Bundesverband der Hörgeräte-Industrie (BVHI) werben an diesem Tag für eine Vorbeugung und frühzeitige Versorgung von Hörminderungen.
Die vom Bundesverband der Hörgeräte-Industrie (BVHI) und Kantar TNS anlässlich des Welttages durchgeführte repräsentative Studie verdeutlicht, dass der Hörgesundheit in Deutschland wachsende Aufmerksamkeit geschenkt und ihre Bedeutung für ein gesundes, selbstbestimmtes Leben zunehmend erkannt wird. Eine regelmäßige Vorsorge ist jedoch noch nicht für alle Menschen selbstverständlich.
Dr. Stefan Zimmer, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbandes der Hörgeräte-Industrie (BVHI) erläutert: „Die Studie zeigt, dass Hörminderungen keine Ausnahmeerscheinung sind. 59 Prozent der Befragten kennen Personen mit Hörminderung in ihrem Umfeld, 87 Prozent davon mit mittleren bis schweren Beeinträchtigungen. Dass inzwischen mehr als zwei Drittel von ihnen bereits einen Hörtest gemacht haben, zeigt die gestiegene Sensibilität für das Thema. Für viele Menschen besteht allerdings noch Aufklärungs- und Handlungsbedarf – so ist nicht einmal jedem Dritten der Befragten bekannt, dass eine unbehandelte Hörminderung weitere gesundheitliche Risiken birgt.“

Gesundheitliche Risiken sind vielfältig
Eine unbehandelte Hörminderung kann unter anderem Stress, Schlafstörungen und Schwindel verursachen – ebenso steigt das Risiko, an einer Depression zu erkranken, zu verunfallen oder sozial isoliert zu werden. Gut erforscht ist auch der Zusammenhang zwischen unversorgter Schwerhörigkeit und der Abnahme kognitiver Leistungen: Eine jüngst veröffentlichte Langzeitstudie belegt, dass eine unbehandelte Schwerhörigkeit deutlich das Risiko erhöht, an Demenz zu erkranken und im Laufe des Lebens von anderen Menschen abhängig zu werden. Schwerhörige, die Hörgeräte tragen, haben diese höheren Risiken nicht.

Hörgeräte überzeugen
Die Bedeutung von Hörgeräten für die Gesunderhaltung wird zunehmend erkannt. Entsprechend steigt auch ihre Akzeptanz der Hörgeräte: mehr als 80 Prozent halten moderne Hörgeräte für dezent und unauffällig, halten sie für sehr leicht mit einem hohen Tragekomfort. Die Umfrageergebnisse spiegeln die rasante technische Innovation im Bereich der Hörgeräteentwicklung wieder. So stellen Hörgeräte nicht nur das Hörerlebnis wieder her, sondern schaffen durch ihre vielfältigen Vernetzungsmöglichkeiten neue Mehrwerte für ihre Anwender. Die digitalen Mini-Computer verschwinden fast unsichtbar im oder hinter dem Ohr, kommunizieren in Echtzeit miteinander und passen sich automatisch verschiedenen Hörsituationen an. Neun von zehn Befragten der TNS-Umfrage (91 Prozent) geben an, sich schon aufgrund dieser technischen Funktionen leichter zum Tragen eines Hörgeräts bewegen zu lassen, sollten sie eine Hörminderung feststellen.

Anregungen holen
Am Welttag des Hörens geben viele Hörgeräteakustiker in der Region Anregungen zur Vorbeugung von Hörminderungen. Dazu gehören auch das richtige Reinigen der Ohren und das Thema Lärmschutz. Natürlich wird auch zu den Themen Hörgeräte und Hörassistenz-Systeme beraten. Am besten ist es, beim Hörgeräteakustiker in der Nähe vorbeischauen und einen Termin vereinbaren. Seit Anfang des Jahres gibt es in der Cottbuser Bahnhofstraße zudem einen neuen Ansprechpartner für Hörgeräte: Vogel Hörgeräte Audiotherapie. Hier werden bei der Hörgeräteanpassung auch Gratis-Hörtrainings angeboten.

 




Anzeige

Schreibe einen Kommentar

 

Ich habe die Datenschutzerklärung der Cottbuser General-Anzeiger Verlag GmbH gelesen und akzeptiere diese mit dem Versenden des Kommentares.


Das könnte Sie auch interessieren