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Verrückt sein ist ja nicht bescheuert

13. April 2018 | Von | Kategorie: Cottbus, Feuilleton, Region |

 

Info-Karte zum Stück (Ausschnitt)

Cottbus (h.) Es gab jubelnden, enthusiastischen Beifall nach der Premiere am letzten Sonnabend. Eine Besucherin, beruflich an der BTU beschäftigt und dem Metier fachlich nicht fern, trug wohl noch etwas Frust mit sich nach einem Staatstheater-Abend. „Das hier war besser als dort“, sagte sie energisch, und sie sprach wohl nicht ganz unrecht.
„Bilder deiner großen Liebe“ läuft als Projekt des Piccolo-Jugendclubs unter Spielleitung von Matthias Heine. Ein schwieriger Stoff, dem eigentlich eine durchgehen-de Fabel fehlt, ist zu größtmöglicher Dichte komprimiert und wird leidenschaftlich, tempo- und einfallsreich, höchst emotional gesprochen, dargestellt und getanzt. Da stimmt einfach alles von Szene zu Szene und in den Rollenwechseln. Isa steht im Mittelpunkt, das 14jährige Mädchen, das aus der Klapse ausgerückt ist und für sich festlegt: Ich bin keine Mädchen wie andere, sondern verrückt. Aber verrückt sein heißt ja nicht bescheuert. Es geht also um Grenzen. Für jeden Einzelnen. Im Hintergrund des Roman-Fragments, das hier ausgelotet wird, vor allem aber um die Situati on des Autors. Um Wolfgang Herrndorf (1965-2013), den Vater der beiden streunenden Jungen in „Tschick“. Er stirbt während des Schreibens, bewältigt sein Leiden im Manuskript, macht sich in einem Blog öffentlich und philosophiert ziemlich krass im Gedankenspiel mit dieser etwas schrägen Isa.
In der Piccolo-Inszenierung spielen, immer unter der Stimme des Krebskranken, ziemlich ausgeglichen erstklassig Dennis Selka, David Lay, Josefine Meinhardt, Josefine Schaarschmidt, Maria Plötz, Anastasia Gornizki, Konstantin Walter, Florian Jähne, Luise Singer, Elisa Otto, Maria Hoffmann, Milanda Dulda, Joséphine Heidel, Fiona Suffa und Lennard Gantzer. Wie so hohe Qualität gelingt? In stetigem Wachsen – alle sind über viele Jahre hier in dieser Kinder- und Jugendtheater-Schule groß geworden. Nächste Vorstellungen: 14., 19. 20. und 21. April, jeweils 19 Uhr.




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