Mittwoch, 18. Juli 2018 - 03:22 Uhr | Anmelden

Anzeige

Ein Quellort für die Heimatgeschichte

20. April 2018 | Von | Kategorie: Bilder aus dem alten Cottbus, Damals war´s |

Ludwig Güttler und Elisabeth Wolf waren u.a. Besucher dieser Redaktion

 

C traf diesmal zu. Die kleine Redaktion mit großer Ausstrahlung befand sich in der Cottbuser Mühlenstraße

 

Bärbel Lenhartova aus der Straße des Friedens in Schwarzheide hat in etwa Recht, wenn sie schreibt: „Offensichtlich hat der Herr Heinrich sein privates Fotoalbum geplündert und zeigt uns seine damalige Arbeitsstelle als Mitarbeiter der Redaktion ‘Der Morgen’. Heute erstrahlt diese Straße in neuem Glanz.“ Die Fotoquelle ist eine andere, aber der Herausgeber des Märkischen Boten war hier tatsächlich Mitarbeiter und verantwortlicher Bezirksredakteur. Mitte der 80er Jahre zog die Redaktion in die Bahnhofstraße 66 um. Aus der Mühlenstraße 44 leitete Dr. Heinz Haufe seit den späten 1950er Jahren die Redaktion. In den 1960ern und ‘70ern war hier bei dem ehemaligen Kulturredakteur des „Sächsischen Tageblatts“ oft der später vielfach weltweit geehrte Trompeter Ludwig Güttler zu Gast. Bei dem Gesprächsthema war neben Konzertterminen (auch im Cottbuser Theater) vor allem immer wieder der Wiederaufbau der Semperoper sowie der Dresdener Frauenkirche. Letzteres Projekt, unter Güttlers Führung als Vorsitzender der Gesellschaft zur Förderung des Wiederaufbaus der Frauenkirche und Kurator der Stiftung Frauenkirche schließlich verwirklicht, erlebte Haufe nicht mehr. Von ihm ist aber das Buch über Ludwig Leichhardt geblieben, das zum großen Teile in diesen Redaktionsräumen entstand. Malerin Elisabeth Wolf, Großnichte des Australienforschers, bemühte sich wiederholt in die Räume.
Später unter Jürgen Heinrich (ab 1973) entwickelte sich hier mit Hilfe kompetenter freier Autoren die heimatgeschichtliche Publikzistik, die in anderen Organen jener Zeit noch nicht beachtet wurde. Es erschienen hunderte Folgen „Cottbuser Bilderbogen“ und genau 100 Folgen „Cottbuser Denkmale“.
Frau Lenhartova fährt fort: „Im Nebengebäude sehen wir die Schaubäckerei und Baumkuchenmanufaktur von Carsten Hajek. In diesem Haus wird die Geschichte des Baumkuchens bis rückwirkend in das Jahr 1819 erzählt und alle Baumkuchenbäcker, beginnend vom Cottbuser Konditor Max Lauterbach, sind hier festgehalten.“
Jürgen Klingmüller aus der Cottbuser Willy-Brandt-Straße schreibt: „Die Tageszeitung ‘Der Morgen’ war das Zentralorgan der Liberal-Demokratischen Partei-Deutschlands.
Gegenüber war das bekannte Sporthaus Reinke.“
Jens Pumpa aus der Rostocker Straße in Cottbus hat nachgeschlagen: Erster Herausgeber der Tageszeitung ‘Der Morgen’ war Reichsminister a. D. Wilhelm Külz. Das Blatt erschien seit dem 3. August 1945 sechsmal in der Woche. Im Juli 1990 wurde die Zeitung vom Axel-Springer-Verlag erworben. Die letzte Ausgabe erschien am 11. Juni 1991.“
Der Cottbuser Klaus Reiter schreibt: „Auf der rechten Seite ahnen wir das weitbekannte Sporthaus Reinke. Frau Reinke stand noch mit über 80 Jahren im Geschäft. Später übernahm Bianca Reinke das Geschäft vom Vater, sie war übrigens eine sehr gute Schwimmerin zu DDR-Zeiten.“
Der Gubener Arno Schulz meint: „Erkannt habe ich den Standort sofort an dem Schild des Sporthauses Reinke, nach der Wende eine Filiale von Intersport. Bei meinem letzten Besuch in Cottbus war es allerdings leergeräumt. ‘Der Morgen’ war die Zeitung der in der DDR zugelassenen liberalen Partei, der LDPD. Bislang wußte ich nicht, wo der Sitz der Redaktion war.“
Lieselotte Schneider aus dem Seenland mailt: „Für die Leser ging der Spruch ins Ohr ‘Der Tag fängt mit dem Morgen an.’ Wir hatten ein Wochenend-Abo, bekamen also nur die Sonnabend-Zeitung mit dem Anzeigenmarkt für Briefmarken- und Münzsammler.“
Viele Leser haben besonders Sport-Reinke und das Café Lauterbach im Blick. Aber Werner Böhm aus Cottbus erinnert sich auch an das Büro der „Urania“ das links neben dem ‘Morgen’ zu finden war. „Gegenüber war Leder-Liersch, dieses schöne Bürgerhaus, in dem heute das Wendische Museum eingerichtet ist“, schreibt er weiter. Danke allen, auch den nichtgenannten Einsendern. Gewonnen hat R. Borrmann aus Cottbus. Herzlichen Glückwunsch.




Anzeige

Schreibe einen Kommentar

 

Ich habe die Datenschutzerklärung der Cottbuser General-Anzeiger Verlag GmbH gelesen und akzeptiere diese mit dem Versenden des Kommentares.


Das könnte Sie auch interessieren