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  • Altes Guben: Traumhaft schöne Blicke zur BlütezeitAltes Guben: Traumhaft schöne Blicke zur Blütezeit

Altes Guben: Traumhaft schöne Blicke zur Blütezeit

Altes Guben: Traumhaft schöne Blicke zur Blütezeit
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Altes Guben: Traumhaft schöne Blicke zur Blütezeit

22. Oktober 2021 | Von | Kategorie: Bilder aus der alten Neißestadt Guben |

Die Lokale in Gubener Bergen lockten Gäste aus Berlin und Brandenburg an.

Altes Guben: Traumhaft schöne Blicke zur Blütezeit

Das  Ansichtskartenmotiv zeigt Guben.

Arno Schulz aus Guben beschreibt den Ort heute genau: „Nach Guben und vor allem in die Berge zur Baumblütenzeit kamen viele Besucher und konnten sich von den zahlreichen Berglokalen und Gaststätten mit dem Blick auf das Blütenmeer erfreuen. Die Gäste auf dem Bild genießen die herrliche Aussicht auf die Altstadt Gubens von der Terrasse des Ballhauses Sanssouci. Eigentümer war 1939 der Gastwirt Max Coumont. In der Bildmitte die Stadt- und Hauptkirche, heute als Ruine erhalten. Links im Bild die katholische Kirche, die noch immer für Gottesdienste genutzt wird. Bei den Kämpfen 1945 (oder danach?) wurde das Restaurant zerstört. Das Grundstück ist heute mit modernen Eigenheimen bebaut. Vom Sanssouci ist nur die Stützmauer der Terrasse geblieben, die Aussicht von einst ist allerdings durch hohen Baumbewuchs nicht mehr gegeben. Das Gelände ist eingezäunt und in Privatbesitz. Die Terrassen davor werden als Kleingärten genutzt. Der Verbindungssteg von der Grünen Wiese (heute Piatowska) zum Teichborn (heute Krolewska) neben dem Grundstück befindet sich in einem guten Zustand.
Von hier kann man auch zur Villa Wolf gelangen, die nur wenige Meter nordwärts stand, ein Erstlingswerk der Moderne von dem Bauhausarchitekten Ludwig Mies van der Rohe. Die Fundamente und Kellerräume wurden in Vorbereitung auf den Wiederaufbau bereits freigelegt.“
Auch Jens Pumpa aus Cottbus definiert die Perspektive: Links im Bild die Katholische Kirche (Gubin) und rechts die Stadtkirche (Gubin). Nach Ende des II. Weltkrieges war es nur noch polnischen Katholiken möglich, die Katholische Kirche in Gubin zu nutzen. Den Namen St. Trinitas behielt die katholische Gemeinde in Guben. Die Stadtkirche wurde 1294 erstmals urkundlich erwähnt. Von 1508 bis 1557 erhielt der spätgotische Bau seine endgültige äußere Gestalt. Ende Februar 1945 brannte sie aus.“
Manfred Gnida vom Weinberg aus Spremberg hat noch den Reklametext des gezeigten Lokals gefunden: „Großes Vergnügungs-Etablissement, modern eingerichtet. Fast inmitten der Stadt und doch 20 000 mm über dem Neißespiegel. Großer Garten mit wunderbarer Aussicht, vorzügliche gute Küche mit mäßigen Preisen. Treffpunkt aller Einheimischen und Fremden, Auf-
gang Grüne Wiese 3 und Teichbornstraße. Zu regem Besuch ladet ganz ergebenst ein Max Coumont, Besitzer.“; Weiter schreibt Manfred Gnida: „Nicht nur dieses Lokal machte Werbung, auch Engelmanns Berg, wo Tuchmacher Eduard Engelmann sein Lokal am 1.April 1860 eröffnete und später Paul Engelmann Besitzer war, der dieses Lokal nicht halten konnte, wonach Julius Deuß das Anwesen 1925 repräsentativ umbaute. Letzter Besitzer war Erich Redlich. Er lud sonntags zum beliebten Plinse-Essen ein. Kaminsky`s Berg (Tivoli) reimte: ‘Es kann nicht schöner sein, als auf Kaminsky`s Berg bei perlenden Wein.’ Oder: ‘Schlug dir das Leben Wunden – Kaminsky`s Berg lässt dich gesunden’. Als Wein-, Apfel- und Hutstadt hat die heute geteilte Stadt damals viele Besucher angezogen. Zur Apfelblüte kamen sogar Sonderzüge von Berlin.“
Klaus Reiter aus Cottbus beschreibt ebenfalls die Lokale und erwähnt: „Markanter Punkt der Gubener Berge war der Bismarkturm. Nichts ist mehr vorhanden, 2000 wurde das letzte Lokal, der Kaisergarten, abgerissen.“
Sabine Mischok hat wieder über Guben gereimt, und Gert Richter aus Alt-Deulowitz schreibt: „Das Bild vom Berglokal ist vor 1935 aufgenommen. In Guben gab es zwischen 1891 und 1945 mit wenigen Abweichungen 17 Hotels mit Restaurants, 94 Schank-Wirtschaften, 21 Weinhandlungen/-Produzenten und 15 Kaffees. Im Hintergrund ist die evangelische Stadt- und Hauptkirche, links die katholische Kirche zu sehen. Bis 1860 waren katholische Kirchen in Seitwann und Neuzelle die religiöse Heimat der 200 Gubener Katholiken; zwischen 1650 und 1700 gab es gar keine in Guben. 1860 entstand die eigene „Kirche der Dreifaltigkeit“. 1885 waren es bereits 2.000 katholische Gläubige. Bemerkenswert war ab 1933, dass Gottesdienste nicht in HJ-Uniform besucht werden durften. Der Kirchturm wurde 1945 abgeschossen; er liegt noch im Garten. Da die Kirche für die polnische Gemeinde zu klein wurde, hat sich diese eine neue in der Nähe des Ostfriedhofs erbaut.“

Altes Guben: Traumhaft schöne Blicke zur Blütezeit

Arno Schulz hat den romantischen Ort in diesen Tagen aufgesucht. Da gibt es Eigenheime und Kleingärten.

Weitere Beiträge über das historische Guben und das Umland finden Sie hier!




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