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Bilder aus dem alten Cottbus: Burgstraße ist voller Geschichten

Bilder aus dem alten Cottbus: Burgstraße ist voller Geschichten
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Bilder aus dem alten Cottbus: Burgstraße ist voller Geschichten

19. März 2021 | Von | Kategorie: Bilder aus dem alten Cottbus |

Die Cottbuser Burgstraße hatte viele Geschäfte, Werkstätten und eine Eisdiele.

Bilder aus dem alten Cottbus: Burgstraße ist voller Geschichten

Im Foto ist die Cottbuser Burgstraße zu sehen.

Kaum jemand lässt sie aus in seiner Antwort – die Eisdiele Pellegrini gleich vorn rechts in der Cottbuser Burgstraße, zuletzt von einer Cottbuser Familie mit hohem Qualitätsanspruch geführt; dann aber wurde ein bemerkenswertes französisches Bistro daraus, das leider nach wenigen Jahren schon einen „Nachnieter“ suchen musste, wie unser Cottbuser Leser Günther Aschenbach im Mai 2015 im Bild („grins“) festgehalten hat. Die Eisdiele „Nordpol“ zeichnet sich einige Jahre lang durch einen noch schöneren Fehler aus: Sie führte einen Pinguin als Logo. Unser Leser schreibt weiter: „Wie zu erkennen ist, waren trotz der vielen Lücken (infolge des Krieges) viele Leute in der Burgstraße unterwegs. Später entstand im Querverlauf zwischen Schlosskirche und Neustädter Platz die ‘Schlosskirchpassage’ mit einer Reihe Geschäfte. Das Konzept fand ich gut – leider verlagerte sich der Kundenstrom in die großen Einkaufcenter und dieser Bereich blieb zu unauffällig.“
Renate Brinke aus der Hagenwerderstraße in Cottbus findet: „Es ist erstaunlich, wie sich diese Straße verändert hat. Im Alltag hat man die kleineren Veränderungen überhaupt nicht so wahrgenommen. Nicht nur, dass die Lücken auf der linken Seite geschlossen wurden – auch die Häuser rechts haben riesige Veränderungen erfahren. Die schlechte Bausubstanz von damals hatte ich doch wahrlich vergessen.
Danke für die interessante Erinnerung.“
Ulrich Buder aus der Hubertstraße erklärt: „ Das war die Straße mit den ältesten Häusern von Cottbus. Sie führt Richtung Neustädter Straße. Ganz hinten gegenüber Stempel-Schuft probte das Staatliche Orchester. (zu DDR-Zeiten) Ein Musiker hieß ‘dicker Krüger’. Er spielte Violine und trug einen Franzosenhut; auf dem Rücken hing die Geige. Im Orchester waren auch viele nette Bulgaren. Der Chef hieß Gerhard Gregor. Vorn rechts beim Italiener Pellegrini standen immer meterlange Schlangen. Wir aßen als Kinder Eis bis zum Abwinken. Eine Kugel kostete 20 Ostpfennige noch früher sogar nur 10 Pfennige. Der Geschmack war gleich dem Haselbauer Eis am Dresdener Fucickplatz. Das Eisgeld hatte ich nach Abgabe von Altstoffen bei Glas-Rühtz. Weiter hinten rechts wohnte einer, der mit Reichsbahn-Schwellen heizte. Er ging gleich mit Arbeitssachen schlafen. Beschäftigt war er bei meiner Oma und Opa in der Schuhmacherei, die in den Räumen des Staatlichen Orchesters war. Man nannte ihn ‘Iltis’, weil er so stank.“
Brigitte Albrecht vom Striesower Weg weiß: „Im Geschäft links im Bild (Fa. Hoffmann – die Nummer 1 in Cottbus!) gab es ein umfangreiches Sortiment an Spiel- und auch Haushaltwaren. Es erstreckte sich über drei Stockwerke.“
Gisela Mietchen, heute in der Cottbuser Pappelallee zuhause, fuhr oft mit ihrer Mutter im Bus von Maust nach Cottbus: „Es ging dann zum Einkaufen zu Hoffmann oder zum Kiefernorthopäden, danach zu ‘Nordpol’ Eis essen.“ Ramiro Lehmann vom Schulweg in Cottbus-Sielow grenzt ein: „Das Bild muss von 1964 sein, denn der Trabant 601 wurde ab 1964 gebaut. Rechts das Parkverbotszeichen in dieser Form war bis 1964 gültig. Damals konnte man die Burgstraße noch in beiden Richtungen befahren. Links in der Bildmitte war, glaube ich, ein Jawa-Motorrad-Geschäft.Aus dem schönen Eckhaus vorn ist mir die imposante Treppe zur 1. Etage in Erinnerung geblieben.
„Natürlich handelt es sich um die Burgstraße, die ab 1990 umfassend umgestaltet wurde“, erklärt auch Dieter Leubauer aus Cottbus. „ Einige ältere Gebäude wurden restauriert, Baulücken angepasst geschlossen. Einen Überblick erhält man oben vom Spremberger Turm aus. Hoffentlich überstehen die kleinen Geschäfte die Auswirkungen der Corona-Krise.“
Jürgen Lisk aus der Bachstraße in Cottbus hat persönliche Bezüge: „Hier begann 1958 meine Ausbildung zum Büromaschinen-Mechaniker bei der Firma Helmut Rosner, Burgstraße 48. Ich bedanke mich immer noch für die gute Ausbildung. Leider schaffte ich hier nicht den Abschluss; Herr Rosner verließ im April 1960 Laden und Werkstatt und zog nach Ettlingen. Dank geht nun an den VEB Bürotechnik, später Kombinat Robotron, der uns übernahm. Burgstraße 48 wurde Lehrwerkstatt und später Kassenwerkstatt. Bei Robotron habe ich bis 1978 gearbeitet. Zur schönen kleinen Ladenstraße gehörten die Fa. Hoffmann, der Eisladen, Buchdrucker Döbrick, Fa. Kube, Fa. Rosner, Betten-Zoppach und der Jawa-Laden“.
Günther Biallas aus der Louis-Braille-Straße schreibt: „Ich bin erst seit 1971 in Cottbus, aber das Bild kommt mir bekannt vor. Das markante Gebäude links war das Geschäft Hoffmann, wo man Haushalt- und Spielwaren sowie Kleinmöbel kaufen konnte. Da war der Kunde König. Ich war oft dienstlich einkaufen. Nach 1990 stand das Haus lange leer. Später war Burger King drin, heute ein Döner und Spätverkauf.“
Klaus Reiter mailt: „Wir schauen in die Spremberger Hintergasse, heute Burgstraße. Links steht das Kaufhaus, dessen schöner Turm im Krieg nicht zerstört wurde. Rechts auf Höhe des Verbotsschildes befand sich die Eisdiele. Es gab Vanilleeis für 10 und Schoko für 20 Pfennig. Es folgten Geschäft an Geschäft. Neben der Eisdiele der Gemüseladen, wo Irmchen das Sauerkraut eintütete. Es gab auch eine Gaststätte Schenker, den Schreibwarenladen, die Bücherei, einen Buchbinder, den Bäcker Noack, Fleischer Herrmann, den Rundfunkmechaniker und Sattler Kübatz. Im linken hohen Haus war das IFA-Vertriebsgeschäft. Dort konnte man sein Auto bestellen und schon 12 Jahre später war es (vielleicht) da! Heute ist da ein Juwelier drin. Links die Baulücke wurde nach 1990 als Parkplatz genutzt, bis der Bau der Schloßkirchpassage begann, die leider kaum genutzt wird.“
Den wilden kostenlosen Parkplatz hat auch Rainer Wollmann vom Tannenweg aus Kolkwitz genutzt: „Die tiefen Schlaglöcher nahm man wegen der zentralen Lage in Kauf. Die Lücke infolge Kriegseinwirkungen wurde erst nach der Wende bebaut.“

Bilder aus dem alten Cottbus: Burgstraße ist voller Geschichten

Das Haus Burgstraße 48 wurde 1960 von Fa. Rosner verlassen. Jürgen Lisk hat dort gelernt.

Weitere Beiträge über das historische Cottbus finden Sie hier!




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