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Bilder aus dem alten Cottbus: Möglich, dass ich selbst am Steuer saß

16. Oktober 2020 | Von | Kategorie: Bilder aus dem alten Cottbus, Damals war´s |

Nur ein Leser kannte diese historische Mercedes-Feuerwehr ganz genau.

Bilder aus dem alten Cottbus: Möglich, dass ich selbst am Steuer saß

Die Feuerwehr ist unterwegs zum Altmarkt (B).

„Zum nahen Altmarkt geht die Fahrt, vorbei an der Hauptpost, dem damaligen Rat des Bezirkes und dem Zeitungskiosk. Gegenüber ist die Sonnenuhr“, meint Heinz Knobloch, und auch Wolfgang Stemmer „sieht deutlich das heutige Rathaus, die Post, rechts die ehemalige Vereinskasse und die kleine Grünfläche der Sonnenuhr.“ „Könnte die Aufnahme kurz nach der Wende entstanden sein?“, überlegt der Cottbuser Ramiro Lehmann. „Stand der Zeitungskiosk da noch? Eine Mercedes-Feuerwehr hatte ich zu DDR-Zeiten nie gesehen.“  G. Peschank vermutet: „Das Bild müsste in den 60er Jahren geschossen worden sein, denn zu der Zeit standen noch die wild gewachsenen Bäume rechts. Die Häuserflucht wurde zum Kriegsende von russischen Kampfbombern zerbombt. Als in diesem Strassenabschnitt Gleis gebaut wurden, kam eine 80 cm breite und 1,70 m hohe gemauerte Unterquerung der Strasse ans Licht, die jeweils in den kellern der gegenüber liegenden Häuser mündete.“
„Ein hübsches Fahrzeug, diese Feuerwehr“, findet Renate Brinke und kommentiert: „Inzwischen ist die Lücke bebaut und gibt der Berliner Straße an der Stelle wirklich das Gefühl einer Straße.“ Auch Wolfgang Kanter erkennt die Richtung. „An den Zeitungskiosk habe ich gute Erinnerungen“,  schreibt Klaus Reiter. „Ich habe der Verkäuferin Stoff aus dem TKC besorgt und dafür regelmäßig die FF Dabei, NBI und Mosaik bekommen. Schräg gegenüber vom Kiosk war die Haltestelle der Straßenbahn mit Wartehäuschen. Dort gab es auch Bockwurst und Kaffee. Ganz rechts war die beliebte Gaststätte LIPA. Dahinter befindet sich die Sonnenuhr, sie existiert schon seit Jahrzehnten und wird immer herrlich bepflanzt und zu Ostern stehen da auch die Hasen. In den 80er Jahren war hier das Haus der wendischen Kultur geplant. Das Rathaus weiter hinten wurde ‘45 stark beschädigt und 1966 auf fünf Stockwerke hoch gebaut. Von 1952 bis 1990 saß dort die Bezirksverwaltung“
Erstaunlich sind die Erinnerungen von Peter Klar: „Dieses Löschfahrzeug LF 25 vom Baujahr 1936 war für mich ein ‘Fahrschulfahrzeug’ für künftige Einsätze. Da ich 1961 noch keine Fahrpraxis für Löschfahrzeuge hatte, durfte ich diese Fahrzeuge nur ohne Sondersignale fahren. Es ist durchaus möglich, dass ich sogar diese Fahrt im Bild machte. Sie ging vom Berliner Platz 6 in Richtung Altmarkt. Diese Löschfahrzeuge waren dem Volkspolizei-Kreisamt (VPKA), Abteilung Feuerwehr Cottbus zugeordnet. Als Einsatzfahrer mussten wir eine Berechtigung zum Führen dieser VIP-Fahrzeuge erwerben. Ständige Einsatzfahrer unserer Freiwilligen Feuerwehr Cottbus-Innenstadt waren mein Vater Alfons Klar, Ulrich Fiedel, Joachim Puschman und ab 1962 ich, Peter Klar.“
Dieter Leubauer bestätigt: „Das Feuerwehrauto fährt in Richtung Altmarkt. Wir blicken, noch zu DDR-Zeiten,  in die Berliner Straße. Links: ein Verkaufskiosk des Postzeitungsvertriebes, in dem hohen Haus dahinter ein schmales Obst- und Gemüsegeschäft und an der Ecke zum Neumarkt ein Pelzgeschäft. Es schließt sich das Gebäude an, in dem der Rat des Bezirkes residierte. Hinten ist noch das Dach des Postgebäudes zu erkennen.
Rechts im Bild die abgehende Wendenstraße, an der später Neubauten entstanden. Es folgt eine Grünanlage mit der Sonnenuhr bis zur Mönchsgasse.
Danach bis hin zur Töpferstraße befanden sich mehrere Geschäfte, u.a. eine Drogerie, eine Fleischwarenverkaufsstelle (Dort stand ich oftmals mit mehreren Einkaufszetteln wartend in einer langen Schlange), ein Taschengeschäft und dann das besondere Lebensmittelgeschäft Zerna. Dorthin schickte mich mein Chef zum Flascheneinkauf, wenn er plötzlich Durst verspürte und Interesse an einer geselligen Runde hatte. Das Geschäft beeindruckte mit seinen raumhohen Verkaufsregalen und auch, weil dort wendisch sprechende Mitbürger gern einkauften. An der Ecke zur Töpferstraße war noch ein Schmuck- und Uhrengeschäft.
Ja, hier am Beginn der Berliner Straße/ Ecke Altmarkt hat sich viel verändert. Ungefähr vom Standort des damaligen Fotografen habe ich ein aktuelles Foto gemacht.“
Jürgen Klingmüller aus der Cottbuser Willy-Brandt-Straße überlegt: „Diese Aufnahme könnte um 1970 aufgenommen sein, denn das Rathaus war schon auf 5 Geschosse aufgestockt (1967). Die Freiflächen rechts und links waren bis zum Einmarsch der sowjetischen Truppen, im April 1945, komplett
bebaut. Sie wurden bei den sogenannten indirekten Kampfhandlungen zerstört. Zur Veranschaulichung füge ich ein Foto an. Die linke Seite wurde im Rahmen des Stadtumbaus mit Wohn- und Geschäftshäusern bebaut. Alte Pläne sahen auch die originale Wiederbebauung des rechten Areals vor. Dieses Vorhaben löste jedoch bei den Bürgern heftigen Protest aus, da man sich an die Grünanlage mit der schön angelegten Sonnenuhr gewöhnt hatte. Das schöne alte Feuerwehr-Fahrzeug stammt wohl nicht aus dem alten Bestand der Cottbuser Feuerwehr. Angehörige der Waffen-SS haben sich nämlich aller Feuerwehr-Fahrzeuge bemächtigt und sind damit in Richtung Westen geflüchtet.
Gewonnen hat in dieser Woche Reiner Höne aus Welzow

Bilder aus dem alten Cottbus: Möglich, dass ich selbst am Steuer saß

Dieter Leubauer hat aktuell etwa vom gleichen Punkt in die Berliner Straße geblickt, wie damals der Feuerwehr-Fotograf

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