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Altes Cottbus: Das „Hotel Lausitz“ stand neben der Stadthalle

18. Mai 2013 | Von | Kategorie: Bilder aus dem alten Cottbus |

Altes Cottbus: Das „Hotel Lausitz“ stand neben der Stadthalle

Die Antwort B war diesmal richtig – Das Hotel Lausitz wurde gesucht

„Hotel Lausitz“ stand neben der Stadthalle / Alle zwei Jahre renoviert.
Heinz Knobloch, Gisela Stepputtis und Klaus Jung lösten richtig wie auch Bodo Wunderlich, der dazu schreibt: „Es handelt sich um das Hotel Lausitz, das im rechten Winkel zur ebenfalls abgebildeten Stadthalle stand. Der Innenausbau beider Gebäude wurde zum großen Teil vom VEB Raumgestaltung ausgeführt, in dem ich arbeitete. Da öffentliche Gebäude laufend gepflegt werden mussten, bekam dieser Betrieb vom Rat der Stadt in Verbindung mit der Partei- und Wirtschaftsleitung des Bezirkes Cottbus den Auftrag, alle zwei Jahre das Foyer und die Gasträume des Hotels zu renovieren. Da diese Arbeiten in der regulären Arbeitszeit nicht durchführbar waren, wurden sie durch sogenannte Feierabendbrigaden ausgeführt. Nach der Arbeitszeit und am Wochenende wurde gearbeitet, wobei uns viele Prominente begegneten, die uns auch oft ansprachen, ob wir nicht auch ihre Wünsche erfüllen könnten. Die Prominenten traten meist in der nebenliegenden Stadthalle auf, deren Zuschauerraum von uns ausgebaut wurde. Dabei war das von den Architekten vorgesehene Holzfurnier nicht beschaffbar, so dass von uns der Einsatz von Möbelfolie vorgeschlagen wurde. Dadurch wurde das Objekt um ca. 125 TM billiger, wodurch der Plan nicht erfüllt wurde. Das Ergebnis – keine Jahresendprämie. Durch Vorsprache bei obigen Institutionen konnte wenigstens den Produktionsarbeitern die Prämie gezahlt werden.“
Georg Müller ergänzt, dass das Hotel „laut Geheiß der DDR-Regierung am 18. Juli 1970 eingeweiht wurde – sein Standard modern, dem Wettbewerbssystem Kapitalismus ebenbürtig und valutafreundlich. Ein Interhotel wollte es sein wie in der Hauptstadt, wie in Leipzig und noch anderenorts im Osten Deutschlands. Die Klassifizierung machte dann aber jahrelang Schwierigkeiten, doch alsbald durchzog Entree und den ersten der fünf Obergeschosse wohliger FA-Duft und ließ den volkseigenen Intershop als Westgeldbegierde in Aktion treten. Summa summarum war das Gebäude aber für seine Macher hohe Herausforderung wie auch Leistungsbestätigung – man denke nur an die V-Pfeiler-Fundierung des gesamten Bauwerkes. Interhotel oder nicht – alsbald nach der Wende war trauriger Schluss und Intershop, weil des Volkes Wille, dann überall.“ Weitere Fakten trug Jens Pumpa zusammen: „Es hatte 214 Zimmer und beinhaltete u. a. eine Hallenbar und einen Intershop. Es wurde zu Beginn der neunziger Jahre abgetragen und durch den Neubau des ‘Lausitzer Hofes’ zwischen 1992 und 1995 ersetzt.“
Renate Brink erinnert sich: „Ein schönes Bild, wahrscheinlich vom Spremberger Turm aufgenommen. Man kann die Stadthalle erkennen und dahinter die Wohnscheibe an der Petersilienstraße. Ich selbst hatte nicht das Vergnügen, mal da (im Hotel Lausitz) zu nächtigen, aber im Café war ich einige Male mit meinen Kollegen zu verschiedenen Brigadezusammenkünften. Besonders ist mir das Eis in Erinnerung, das dort sehr gut war.“
Kulinarische Anmerkungen kamen auch von Diethart Schulz: „Auf der rechten Seite vorn ist die Lindenpforte zu sehen mit dem Restaurant ‘Stadtwächter’, eine gute Adresse der Gastronomie in Cottbus.“ Horst Hauptmann schreibt: „Man blickt von der Dachterrasse des ehemaligen Lokals ‘Stadttor’ auf die Gebäude der Mauerstraße. Im Vordergrund erkennt man die Türme der restlichen Stadtmauer mit der Lindenpforte. Desweitern ist das ehemalige Polizeirevier und zwischen Lindenpforte und dem Turm ganz hinten das beliebte Restaurant ‘Zum Stadtwächter’ zu erkennen.“
Jan Sauer berichtet: „Nach einem Umtrunk torkelten wir Jugendlichen kurz vor der Wende am Hotel vorbei. Mein Kumpel, der noch mehr auf dem Kessel hatte als ich, schnappte sich eine der getopften Palmen am Eingang des Hotels und meinte: ‘Das ist mein Stück Volkseigentum!’ Er schleppte es sicher einen halben Kilometer, bis uns die Polizei einholte.“




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