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Cottbus: Die kleine Kneipe in unserer Straße…

15. Dezember 2012 | Von | Kategorie: Bilder aus dem alten Cottbus |

Cottbus: Die kleine Kneipe in unserer Straße...

Zuletzt Klosterstüb’l in der Klosterstraße – Buchstabe C

Die „Würzburger Bierstuben“ erinnern an Peter-Alexander-Gassenhauer
Richtig ist Buchstabe C, stellt Jürgen Klingmüller fest und fährt fort: „In diesem Stil kenne ich die Gaststätte nicht. Aber unter dem Namen Klosterstüb’l wurde sie von der HOG nach dem II.Weltkrieg betrieben. Einige Jahre war Hans Simosek Gaststättenleiter, seine Frau hatte in der Küche das Sagen. Es war ein beliebtes Speiselokal nach dem Motto: Klein aber fein. Mit der Errichtung des Wendischen Viertels fiel auch diese Gaststätte der Abrißbirne zum Opfer.“ Jens Pumpa aus der Rostocker Straße bestätigt: „Die Bierstuben befanden sich in der Klosterstraße. Dort wurden bayrische Biere ausgeschenkt und es erfolgte der Versand von Fässern, Syphons, Kannen und Flaschen.“
Näheres könne man ergoogeln, schreibt unser Leser Friedhard König. „Die heutige Klosterstraße 7 ist ein Mietshaus der GWC mit zwölf Wohnungen. Wer zum Hintereingang der Handwerkskammer will, muss am Ostgiebel dieses Hauses vorbei. Seit nunmehr fast 14 Jahre in der Klosterstraße 7 wohnend, grüße ich Sie herzlich.“
Klaus Herold weiß zur Klosterstraße: „Es soll dort auch noch Häuser gegeben haben, die kurz nach dem letzten großen Stadtbrand (1671) gebaut worden waren. Man fand dort das Porzellangeschäft / Porzellanmalerei Stein in einem Traufgiebel-Haus, welches denkmalgerecht saniert worden war. Doch das half alles nichts… Nicht nur die Klosterstraße ging weitestgehend verloren, das ganze Kloster-Viertel wurde beseitigt. Dabei verschwand auch die Bergstraße, welche nur noch auf alten Stadtplänen erkennbar ist.“
Michael Bodo Wunderlich aus der Zittauer Straße hat nachgeschlagen: „In dieser Gaststätte war ich leider nie. Deshalb wollte ich schon raten, wo sie sich befand. Mit Hilfe des Cottbuser Adressbuches aus dem Jahre 1937 fand ich unter der Rubrik Gastwirte den Namen Max Milde mit der Adresse Klosterstraße 7, Telefonnummer 2708. Im Namenregister wird angegeben:Inhaber der Würzburger Bierstuben. Deshalb ist Klosterstraße richtig, aber ein Anruf dorthin hat keinen Sinn mehr. Es gab noch den Erich Milde, Inhaber der Gaststätte ‘Zum Hacker-Bräu’, Schloßkirchplatz 1. Vielleicht die spätere Postkutsche bzw. der Pflaumenbaum?“
Helena Nestroi beschreibt genau: „Das Gasthaus Würzburger Bierstuben befand sich auf der Südseite der Klosterstraße und war das dritte Gebäude von der damaligen Turnstraße aus.“
Literarisch antwortet Georg Müller: „’Hallo, nur hereinspaziert’ ruft Kneipier Karl Weichenberger, ‘hier, wo das Leben noch lebenswert ist’ , und der Ruf erschallt ein ganzes Stück in die alte Klosterstraße, so auf Höhe des Oberkirchplatzes. Der Karl kennt sich aus, auch als Spezialist für seinen Hofbräu, hier in der Nr. 7 der in Vorzeit noch so genannten Luckischen Hintergasse. Das Rätselbild zeigt einladend die urige Ausstattung dieser Gaststätte. Der Standort in diesem längst in die Jahre gekommenen altstädtischen Straßenzug war ideal, das Kino Weltspiegel unweit, das Klingeln der Straßenbahn bis hierher noch vernehmbar. Krieg und Nachkriegsbrand schrammten an der gastlichen Stätte gerade so vorbei, bis dann in den 80er Jahren für das neue Wendische Viertel Platzbedarf unabwendbar wurde und die längst ramponierte Gasse leider gänzlich abgerissen werden musste.“
Auch Herbert Ramoth findet: „Beim Betrachten dieses schönen Motivs fällt einem unweigerlich der von Peter Alexander so überzeugend gesungene Gassenhauer ein: ‘Die kleine Kneipe in unserer Straße, da wo das Leben noch lebenswert ist…’ Auch noch in den 1960er und 70er Jahren hatte diese Restauration das besondere Etwas – eine Gaststätte, in der man sich wohl und gut versorgt fühlte. Mir blieb das Klosterstüb’l in Erinnerung wie die meisten anderen Gebäude der alten Klosterstraße.“
Herzlich danken wir allen Einsendern.

Nachtrag:
Mercedes auf Kopfstein

Ein Nachtrag erreichte uns zu früheren Rätselbildern. Erwin Szafranska schreibt:
Als Heimweh-Cottbuser freue ich mich jeden Montag auf die neue Ausgabe des Märkischen Boten. Ganz besonders der Teil “Damals war’s” ist für mich jeweils ein besonderer Höhepunkt. Da sich in der Ausgabe mit den „Würzburger Bierstuben” offenbar niemand zu Worte gemeldet hat (Doch, hatten. Auszüge aus den Zuschriften standen in der Ausgabe vom 22.12., d.Red.), gestatte ich mir hierzu einen kurzen Kommentar. Ich bin nur vier Häuser weiter, nämlich in der Klosterstraße Nr. 11, aufgewachsen und kann mich noch gut an diese Gaststätte erinnern. Um dort einzukehren, war ich jedoch noch zu klein, aber der Wirt, Herr Weichenberger, war eine recht stattliche Person und immer sehr freundlich zu uns Kindern. Was mir aber immer in Erinnerung bleiben wird, ist Folgendes: Der Wirt hatte eine dunkelhaarige Tochter, und zur Sommerszeit, meistens an schönen Sonntagen, fuhr ihr Verehrer vor, und zwar mit einem unglaublich schönen, glänzenden Kompressor-Mercedes. Man stelle sich das vor: diese Edelkarosse auf dem Katzenkopfpflaster der Straße! Wir Jungens starrten dieses Gefährt wie ein Weltwunder an. Das war’s nun auch schon zu diesem Thema.
Nun noch etwas anderes. Mit den Fotos von den Kahn-Anlegestellen Kleinert (seine Leihboote waren rot/weiss gestreift) und Gersdorf (diese waren grün/weiss gestreift) haben Sie mir eine grosse Freude bereitet. An Sonntagen halfen wir Jungens des öfteren beim Übersetzen der Fahrgäste von der Uferstraße zu den Anlegeplätzen. Überhaupt – dieser Bereich gegenüber dem Restaurant Uz an der Spree war unser Paradies, vor allem mit dem herrlichen Sandstrand.
Ich danke all Ihren Mitarbeitern für Ihre wirklich liebevolle Arbeit zur Erhaltung schöner Erinnerungen.
Ich würde mich sehr freuen, wenn jemand noch ein Bild von der alten Jägerbrücke ausgraben könnte.
Vielleicht hat einer unserer Leser ein solches Motiv?




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Ein Kommentar auf "Cottbus: Die kleine Kneipe in unserer Straße…"

  1. Klaus Bossog sagt:

    Wer hat noch Bilder von der ehemaligen Gaststätte “Schlachteplatte” ? Ich war dort Ende der 1970er Jahre Gaststättenleiter. Ich glaube, jetzt ist dort ein Geschäft für Musikinstrumente.

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