Please enable / Bitte aktiviere JavaScript!
Veuillez activer / Por favor activa el Javascript![ ? ]
Cottbus: ‘Märchte’ waren typisch für Cottbus - Märkischer Bote - Märkischer Bote
Samstag, 16. November 2019 - 03:19 Uhr | Anmelden
  • Facebook

Überwiegend klar
6°C
 

Anzeige

Cottbus: ‘Märchte’ waren typisch für Cottbus

12. April 2008 | Von | Kategorie: Bilder aus dem alten Cottbus |

Cottbus: ‘Märchte’ waren typisch für Cottbus

‘Märchte’ waren typisch für Cottbus

Cottbus war eine gerühmte Einkaufsstadt – das zeigt dieses schöne Luftbild von 1932.
Volker Kahdemann, Cottbus, bestätigt: „Der Berliner Platz ist leicht erkennbar an der Stadtmauer mit der Lindenpforte (genannt auch ‘Das Judentor’). Diese 1879 geschaffene Öffnung sollte den Zugang zum Markt verbessern.Oben rechts ist noch ein Teil des Hotels ‘Weißes Ross’ zu sehen, daneben die 1888/91 im Neurenaissance-Stil errichtete und nach der Jahrhundertwende aufgestockte Reichspost. Beide Bauwerke wurden Opfer von Einschlägen im April 1945. Die Häuser links mussten um 1970 der Stadtpromenade weichen. Sie beherbergten u.a. ein Cafe, einen Frisörsalon und eine Arztpraxis.
Die vielbesuchten Frühjahrs- und Herbstjahrmärkte (die Cottbusser sagten ‘Marcht’) waren Höhepunkte im städtischen Leben und lockten Händler von weither an. Tausende Käufer und Schaulustige aus Cottbus und der Umgebung, teilweise in wendischer Kleidung, fanden sich ein. Aber die Jahrmärkte boten auch Unterhaltung und Vergnügung.“
Joachim Skorna schrieb: „Die Luftbildaufnahme beinhaltet eindeutig den Berliner Platz. Oben links ist die Gaststätte, die später die ‘Stadtsäle’ beherbergte. Die unteren Häuser wurden für den Bau des Rathauses abgerissen. Jahrmarkt war in Cottbus so wie heute in München die ‘Wies´n’. Für die Jugend war dies Gelegenheit zum Kennenlernen, denn man hatte noch keine Partys. Bis zum 2. Weltkrieg boten Jahrmärkte viele exotische Früchte und Artikel des unüblichen Sortiments. Oma und Opa führten die Enkel aus und spendierten Naschzeug und Karusselfahrten.“
Die Händler belegten alle Plätze und viele Straßen, der Rummel konzentrierte sich auf dem Schillerplatz.
Heinz Scholler bestätigte: „ Im Vordergrund ist die Lindenpforte mit Türmchen, und im Hintergrund das große Gebäude ist die ehemalige Reichspost, die linke Seite besteht ja noch.“

Die Marktstadt Cottbus

Marktort für das ländlich-kleinstädtische Umland zu sein, ist seit mehr als 150 Jahren prägnantes Alleinstellungsmerkmal von Cottbus. Seit 1869 gibt es die Wochenmärkte am Dienstag, Donnerstag und Sonnabend. Die Cottbuser Jahrmärkte im Frühjahr und Herbst zählten laut IHK zu den stärksten in Deutschland. 1930 hatten Cottbuser Jahrmärkte im Durchschnitt 1 126 Stände. Das war der Spitzenwert unter 90 deutschen Vergleichsstädten über 50 000 Einwohner. Bei Marktbesuchern lag Cottbus auf Platz zwei nach Nürnberg. Durch wendisches Personal und Publikum hatten die Märkte hier sehenswerte Eigenart.




Anzeige

Schreibe einen Kommentar

 

Ich habe die Datenschutzerklärung der Cottbuser General-Anzeiger Verlag GmbH gelesen und akzeptiere diese mit dem Versenden des Kommentares.


Das könnte Sie auch interessieren