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Cottbus: Webschule mit langer Tradition

12. Dezember 2009 | Von | Kategorie: Bilder aus dem alten Cottbus |

Cottbus: Webschule mit langer Tradition

Diesmal war die alte Webschule, wo später Textilingenieure ausgebildet wurden, zu finden

Auch Textilingenieure aus dem Ausland wurden hier bestens ausgebildet
Unser „Damals-war’s“-Bild hat eine sehr große Resonanz hervorgerufen.
Günter Liebig schrieb uns: „Hier wurden Textilingenieure ausgebildet. 1876 gründete sich in Cottbus der Fabrikantenverein, der daran interessiert war, besonders Kader für Weberei und Spinnerei zu entwickeln. 1883 gab es bereits eine Webschule. 1895 wurde diese in eine öffentliche Lehranstalt umgewandelt, und bereits drei Jahre später wurde in der Webschul-Allee der Neubau eingeweiht. Die Anstalt entwickelte sich zu einem Fabrikbetrieb. Hier waren über 80 Arbeiter beschäftigt. Mit der Schule waren ein Warenprüfungsamt und eine Untersuchungskommission für die Textilindustrie verbunden.
Im Jahr 1913 wurde diese Untersuchungskommission immerhin in 181 Fällen in Anspruch genommen. 1934 entwickelte sich die Schule zu einer Textilingenieurschule. Die Fächer Betriebslehre, technische Mechanik, Physik und Mathematik kamen damit neu hinzu. 1951 wurde die gesamte Schule leider nach Forst verlegt.“
Klaus Jung stellte fest: „Ein Blick auf den Stadtplan von Cottbus zeigt, dass das abgebildete Haus an der Webschulallee steht. Also muss die Antwort ‘C) Textilingenieure’ die richtige sein. Mehr kann ich als Zugereister nicht dazu sagen.“
Annemarie Grimmler wusste ebenfalls gut Bescheid: „Dieser heute noch imposante Bau diente seit 1898 (bis 1945?) als Ausbildungsstätte für Textilingenieure, im Volksmund ‘Webschule’ genannt. Das Gebäude befindet sich in der heute wieder Webschulallee heißenden Straße, in der vom Bonnaskenplatz ab die Straßenbahnschienen in Richtung TKC-Gelände und weiter Neu-Schmellwitz das bestimmende Element bilden. Meine Familie hatte diesen schönen Klinkerbau jeden Tag vor Augen, denn er lag gegenüber der Gärtnerei meines Großvaters Paul Menzel.
Meine Familie verband aber noch eine ganz private Entwicklung mit der Webschule: Ein Student der Einrichtung aus Sachsen sah nicht nur die schönen Blumen der Gärtnerei, sondern entdeckte unter den drei Töchtern des Paul Menzel ‘seine Rose’, meine Tante Friedel, ehelichte sie und ‘entführte’ sie in seine Heimat. Man kann sich vorstellen, dass er die Webschule in sehr guter Erinnerung behalten hat.“
Hagen Ruhland antwortete per Mail:?„Das ‘Damals-war’s’-Bilderrätsel zeigt die Preußische Höhere Fachschule für Textilindustrie in der Webschulallee. Das Gebäude wurde 1898 eingeweiht. Hier wurden die Tages- und Abendschüler in den Abteilungen Weberei, Färberei und Appretur ausgebildet. Heute wird es von architektonisch einfallslosen, ungepflegten Plattenbauobjekten flankiert. An der dem Photographen zugewandten Hausecke ist eine aufwendig gestaltete Säule des Zufahrtstores zu erkennen, die leider nicht mehr vorhanden ist. Eine persönliche Erinnerung an dieses eindrucksvolle und ansehnliche Gebäude kann ich leider nicht mitteilen, da ich erst seit wenigen Monaten in Cottbus lebe und erst 25 Jahre alt bin. Der heutige Bestand ist mir jedoch persönlich bekannt.
Auf diesem Wege möchte ich nur meine, wenn auch für meinen Jahrgang etwas untypische Begeisterung für diese Serie bekunden und wünsche weiterhin viel Erfolg.“
Heinz Frankenberg hat persönliche Erinnerungen an das Gebäude mitgeteilt: „Es handelt sich um das Gebäude der Königlichen höheren Textilfachschule zu Cottbus, von Cottbusern kurz ‘Webschule’ genannt, daher auch Webschulallee. Zu dieser Schule gehörte noch eine Fabrikhalle mit damals modernen Textilmaschinen. Hier wurde der Ingenieurnachwuchs für die Textilindustrie der Umgebung ausgebildet. Sie war aber auch bei Studenten aus dem Ausland sehr angesehen. An dieser Schule hat mein Großvater, Prof. Augustin Frankenberg (1859-1942), gelehrt. Sein ältester Sohn Martin (1893-1945) hat dann in Forst an der dortigen Textilfachschule gearbeitet. Leider hat der architektonische Anblick durch den daneben errichteten viel zu massigen Betonklotz der Polizei aus DDR-Zeiten sehr gelitten.




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