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Maustmühle - Märkischer Bote
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Damals war's: Die Maustmühle hat sich gemausert

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Damals war’s: Die Maustmühle hat sich gemausert

25. Juni 2021 | Von | Kategorie: Damals war´s |

Damals war's: Die Maustmühle hat sich gemausert

Die in den frühen 2000er Jahren gründlich sanierte Ausflugsgaststätte Maustmühle. Blick vom Hotel gegenüber.

Unsere Rätselbilder rufen immer wieder fast vergessene Erlebnisse in Erinnerung. Eine solche Geschichte hat Ulrich Buder aus der Cottbuser Hubertstraße aufgeschrieben: „Unweigerlich kommen bei mir schon wieder Erinnerungen! Das ist eindeutig die Maustmühle. Links im Hintergrund sieht man die Peitzer Teiche, wo es auch zur linken Hand nach Peitz geht. Meine Kumpels wollten mal mit mir mit dem Moped einen nächtlichen Ausflug zur Maustmühle machen. Einen Führerschein hatte ich schon, aber noch kein Moped. Eines Tages hatte mein Stiefvater Werner aus Dissen, der bei uns in Cottbus wohnte, nach dem Trinken ‘gute Laune’. Er rückte die Schlüssel für sein neu gekauftes S 50 N in blau, Neupreis 1200 Ostmark, heraus. Jetzt begann mein nächtliches Abenteuer. Ich informierte meine Kumpels. Das Moped stand in Dissen. Also musste ich erst mit dem Fahrrad nach dort, es aus dem Stall holen. Ich war heiß und bin gleich zu meinen Moped-Kumpels nach Cottbus gefahren. Jetzt hatten wir alle eins und die Tour konnte losgehen. Wir sind mit Scheinwerferlicht durch die Nacht zur Maustmühle gefahren. Insekten umschwirrten uns bei der Geschwindigkeit und es roch nach Kornfeld. Der Song von Jürgen Drews ‘Ein Bett im Kornfeld…’ klang in mir. Ich habe die Maschine ganz schön auf Vollgas belastet. Kurz vor Cottbus/Ströbitz, am Ende der Fahrt, kam es folglich zum Kolbenklemmer. Es ging nichts mehr. Ich habe das Moped noch in der Nacht nach Dissen geschoben und war dann mit dem Fahrrad gegen 5 Uhr morgens in Cottbus. Total ausgelaugt. Mein Stiefvater nahm es gelassen und lachte nur. Er war Schlosser und Baggerfahrer und konnte den Schaden in der Werkstatt des Landwirtschaft-Betriebes selber beheben.“
Weniger dramatisch erzählt Reinhard Semt: „Lösung B ist richtig: Maustmühle, d. h. eigentlich die Gaststätte Maustmühle schräg gegenüber der Wassermühle. Das Foto ist gegen Ende der 30er Jahre aufgenommen, kenntlich an den PKW der betuchten Kundschaft. Im Hintergrund sind die Wasserflächen der Peitzer Teichlandschaft zu erahnen.“
Klaus Reiter aus Cottbus schildert: „Nicht weit von Cottbus, Richtung Peitz, kommt die Kreuzung mit dem Abzweig nach Maust und nach kurzer Fahrzeit kommen wir zur Maustmühle an den Peitzer Teichen. Es begann um 1800, als die Maustmühle gebaut wurde. Die Geschichte der Öl-Säge- und Getreidemühle reicht bis ins 14 Jahrhundert zurück. Zu Mühlen gehörten meist Stuben wo die Leute bei einem Haustrunk auf das gemahlene Getreide warteten. Um 1850 entstand so das Gasthaus, welches leider schon 1907 abbrannte. Es wurde wieder aufgebaut und 1920 neueröffnet. Der Mühlenbetrieb wurde 1943 eingestellt. Die Mühle war sehr beliebt als Ausflugsziel und gut besucht war der Badestand am Teich. Anfang 2000 versuchte man die Mühle als Wohnhaus umzubauen, was aber nicht so funktionierte. 2008 kaufte die Gemeinde Teichland das Grundstück und 2009 nach der Sanierung eröffnete die Gastronomie wieder. Beliebt ist der Biergarten und 2012 kam noch eine Pension mit 36 Betten hinzu. Die Mühle selbst ist nicht im Bild. Es gibt ein Stoßrad von 2010 mit einem Radius von 1,95 Metern, einer Radbreite von 1,47 Metern mit 24 Schaufeln. Es erzeugt per Generator 1,6 KW Strom. Die gesamte Anlage ist immer einen Ausflug wert.“ Auch Reinhard Borrmann aus der Turower Straße in Cottbus erkannte „die Maustmühle, im Hintergrund sind die Peitzer Teiche zu sehen.“
Rainer Wollmann aus Kolkwitz-Hänchen fand heraus: „Die Geschichte der Mühle reicht ins 14.Jahrhundert zurück. Es war eine Getreide-, Öl- und Sägemühle, die von 1560 bis 1865 Getreide für die Festung Peitz gemahlen hat. Wie auf dem Bild zu sehen, war die Maustmühle schon lange ein beliebtes Ausflugsziel. In den 1920 er Jahren konnte man auf dem vorbeifließendem Hammergraben Boot fahren und sogar im Neuendorfer Oberteich baden.“
Auch Uwe Schmidt aus der Cottbuser Bodestrasse bestätigt: „Diese Mühle war und ist ein bekanntes und beliebtes Ausflugziel für Rad-Touren und auch für Besucher mit einem Pkw. Berühmt ist sie für ihre Eierkuchen, auch Plinse genannt. Das Foto muss sehr alt sein. Vor dem Haus stehen Fahrzeuge: zwei Opel Olympia Limousinen, ein Opel Olympia Cabriolet und ein DKW F8 Cabrio. Im Hintergrund sind die sogenannten Peitzer Teiche zu erkennen.“
„Nachdem das Gebäude im Dezember 1907 niederbrannte, entschied man sich für den Neuaufbau“, schreibt Jens Pumpa aus Cottbus. „1920 wiedereröffnet, war die Gaststätte mit großem Garten am Neuendorfer Oberteich schon vor dem 2. Weltkrieg Ziel der Radler. Die Gemeinde Teichland erwarb 2008 das Areal und sanierte es ab 2009. Das Hotel bietet moderne Zimmer .“

Damals war's: Die Maustmühle hat sich gemausert

Die Maustmühle – rechts das Gasthaus – hat einen große parkartigen Garten mit Restaurantplätzen und Ruhezonen. Fotos: CGA-Archiv

Weitere Beiträge über das historische Cottbus finden Sie hier!




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