Please enable / Bitte aktiviere JavaScript!
Veuillez activer / Por favor activa el Javascript![ ? ]
Damals war's Drebkau: Drebkauer Maienumzug - Märkischer Bote - Märkischer Bote
Dienstag, 2. Juni 2020 - 22:40 Uhr | Anmelden
  • Facebook

Bewölkt
15°C
 

Anzeige

Damals war’s Drebkau: Drebkauer Maienumzug

8. Mai 2020 | Von | Kategorie: Damals war´s |

Er zog durch die lebhafte Einkaufsmeile der Stadt

Damals war's Drebkau: Drebkauer Maienumzug

B war richtig, die Braunkohlenwerker demonstrierten in den genannten Orten im Wechsel, diesmal also in Drebkau

Ja, diese Mai-Demonstrationen! Richtig freiwillig waren die nicht, lesen wir aus den Mails, aber man lief halt mit – wegen der Brigade oder wegen der Bockwurst, die es hinterher gab. Das war aber wohl nur in den frühen Jahren so. Später kauften man sich die, zum Beispiel „im Cottbuser Blechenpark in einem Kiosk, der schilfbedeckt war, und zu solchen Anlässen immer gut belagert“, wie E. Knisper mailt. Ebenfalls aus Cottbus berichtet S. Sachse, dass die Tribüne später in der Heinrich-Rau-Straße (heute Willy-Brandt Straße) stand, zuvor aber am Theater. „ Ende der 60er Jahre gastierte ein Zirkus in der Stadt und führte mit seinen Tieren den Zug an. Da gingen Kamele in vorderster Reihe. An Biertischen wurde gelästert und gelacht.“ Auch über die Botschaften der übererfüllten Pläne, die ein Schauspieler, durch viele Lautsprecher verstärkt, beim Nahen der jeweiligen Betriebe verlas, wurde gespottet. Einmal wurden auf einem Auto reife Tomaten an den Funktionären vorbei gefahren – die erste Ernte der Branitzer GPG, von deren Gewächshäusern jetzt nur noch Scherben da sind. Zu kaufen gab es damals im Mai keine Tomaten.
Werner Eubling aus Drebkau, der uns das Bild einsandte, „bekam eine Flut von Anrufen und Fragen, die ich nicht alle beantworten konnte. da ich kein ‘Eingeborener’ bin. Ein besonderer Dank gilt Frau Anni Balke, die diese Fotos aufbewahrt hat.“
Zu den örtlichen Details hilft gern der anonyme „Dosenöffner“ unserer schlauen Rätselkatze, die in Drebkau zuhause ist. Das liest sich so: „Der Zug befindet sich zwischen der Kreuzung der Hauptstraße mit der Rathausstraße und der Haagstraße, also zwischen Rathaus und Kirche. Wobei mein Dosenöffner sich über die Marschrichtung wundert. Zu seiner Schulzeit war die heutige Schloss-Straße (damals Laubster Weg) Stellplatz und dann ging es (entgegengesetzt zum Foto) durch die Hauptstraße, über die große Kreuzung und unter der Bahnbrücke durch zum neulich abgebrannten Volkshaus. Wo es dann Rummel, Sport und Spiel, Kaffee und Kuchen, Tanz und ganz viel Besäufnis gab. Mitunter sehr spät auch privaten Streit inklusive blauer Augen, bunter Gesichter und lockerer Zähne. ‘Saufdrauke’ war dafür bekannt.
Im abgebildeten Stück Straße gab es damals 2 Bäcker, einen Fleischer, ein Kino, eine Gaststätte, vorn rechts einen Textilladen, vorn links noch einen Textilladen (mehr ein Privatgeschäft mit 2 alten Damen), eine Sparkasse, einen Friseur, eine Apotheke, eine Drogerie, einen Gemüseladen, einen Metallwarenladen, eine Milchwarenladen, einen Laden für Fahrräder und Mopedinstandsetzungen und noch vieles mehr. In Marschrichtung existierten noch ein Schuhladen, 2 weitere Fleischer, ein RFT-Geschäft, noch ein Textilladen und Weiteres. Die Einengung der Hauptstraße bei dem im Hintergrund sichtbaren Gebäude bereitete sporadisch dem Straßenverkehr Probleme und LKW oder Trecker mit Hänger blieben schon mal an der Hausecke hängen. Der in dem Gebäude wohnende und tätige Fotograf hatte dann sehr kurze Wege für die Anfertigung der Unfallaufnahmen.
Mein Dosenöffner, ein gebürtiger Drebkauer, kann sich nicht mehr an das Haus mit dem spitzen Frontgiebel erinnern. Da gab es schon ab 1959 eine Baulücke. Auch der Milchwarenladen verschwand zeitig. Später gab es nur noch Bäcker Neumann, Stammgast vom Cottbuser Clou, der ein sehr guter Brötchenbäcker war. Wo auf dem Bild ein Name über dem Geschäft steht, war ab dem Bau der neuen Konsumhalle (weiter vorn) eine privat geführte Drogerie. In einem der hellen Gebäude gab es etwa ab 1980 sogar mal ein Kaffee samt Eisdiele.
Mein Dosenöffner hat noch mehr erzählt. Aber mein kleiner Katzen-Kopf konnte sich nicht alles merken.“ Gewonnen hat Michael Kuhrt aus Cottbus.

Weitere historische Beiträge aus der Niederlausitz finden Sie hier!




Anzeige

Schreibe einen Kommentar

 

Ich habe die Datenschutzerklärung der Cottbuser General-Anzeiger Verlag GmbH gelesen und akzeptiere diese mit dem Versenden des Kommentares.


Das könnte Sie auch interessieren