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Damals war’s Niederlausitz: Großvater Carl stakt auf der Pulsnitz

25. Januar 2019 | Von | Kategorie: Bilder aus der alten Niederlausitz |

Damals war’s Niederlausitz: Großvater Carl stakt auf der Pulsnitz

B war richtig – der Kahn fährt um 1910 auf der Pulsnitz/Ortrand

Interessant ist die Barbara-Kirche im Hintergrund, die Georg Bähr umbaute.

Der Ordnung halber bestätigen wir zunächst den Einwand von Luise Keller. Sie mailt: „Ortrand gehört nicht zur Niederlausitz, aber fühlt sich durch die Landeszugehörigkeit mit ihr verbunden.“ Das stimmt. Gefreut hat sich über das Bild Klaus Hauptvogel: „Wir sehen meinen Großvater Carl Hauptvogel den Kahn auf der Pulsnitz genau dort staken, wo sich heute am Ufer das Altersheim ‘Arche’ befindet. Opa wurde 1875 geboren. Das Bild müsste also um 1910 entstanden sein, da Opa 1914 in den Krieg zog. Er war, wie seine Vorfahren, Färber, die das Pulsnitzwasser nutzten. Am 14. Mai in diesem Jahr feiert die Familie übrigens ein kleines Jubiläum, da sie genau vor 200 Jahren Ortrander Bürgerrecht erhielt. Der familiäre Kahnverleih war ein kleines Zubrot. Die Ausleihe eines Kahnes kostete 10 Pfennige die Stunde, es sei denn, Opa stakte selbst. “Klaus Reiter vom Cottbuser Eschenweg vermutete, dass dies der Holzwiesengraben Richtung Stadtmitte sei: „Nördlich fließt der Graben
in die Pulsnitz. Im Hintergrund
ist die Stadtkirche St. Barbara zu sehen.“ Dazu weiß Johannes Remenz Details: „Sie wurde im 16. Jahrhundert an Stelle einer Barbara-Kapelle errichtet, die bereits 1346 erwähnt wurde. Die Kirche wurde nach einem Stadtbrand in den Jahren 1728 bis 1732 unter Leitung des Baumeisters George Bähr umgebaut, von dem die Frauenkirche in Dresden und auch die benachbarte St.-Georgs-Kirche in Großkmehlen stammt. Im ersten Weltkrieg wurden die Bronzeglocken abgeliefert und 1920 ein dreistimmiges Stahlgeläut aufgehängt. Es ist eines der ersten Stahlgeläute, dass im Zweigwerk Torgau der Linke-Hofmann-Lauch-
hammer-AG gegossen wurde. 1995 erhielt das Ortrander Rathaus eine neue Uhrschlagglocke für den Viertelschlag aus Lauchhammer. Auch hier wurde ein Kriegsverlust ersetzt.“
Arno Schulz aus Guben tastet sich zum Ziel: „Guben kann das nicht sein, solch einen Kirchturm gibt es hier nicht. Da die Kolkwitzer Kirche einen separaten Glockenturm besitzt und Ströbitz in der Klosterkirche eingepfarrt war, bleibt nur Ortrand übrig.“ Anny Schönbrunn aus der Elsterwerdaer Straße in Ortrand wusste natürlich: „Das Foto wurde von Burkersdorf aus aufgenommen und zeigt hinten
die St. Barbara Kirche. Rainer Höhne aus Welzow tippte, wie auch einige andere Leser, auf den Priorgraben und erinnert an dessen viele Mühlen. Immerhin bleibt interessant, wie viele spreewaldähnliche Szenen in unserer Gegend zu finden sind. Gewonnen hat diesmal Kurt Görke aus Cottbus.




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