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Damals war's Niederlausitz: Mit Holzschüben bis unter die Decke - Märkischer Bote - Märkischer Bote
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Damals war’s Niederlausitz: Mit Holzschüben bis unter die Decke

15. Februar 2019 | Von | Kategorie: Bilder aus der alten Niederlausitz |

Das Eisenwarengeschäft Hilpert war in Zeiten der Knappheit gut sortiert.

Damals war's Niederlausitz: Mit Holzschüben bis unter die Decke

Die Straßenbahn nähert sich in der Sandower Straße dem Cottbuser Oberkirchplatz, der hier links liegt

„Die Straßenbahn fährt durch die Sandower Straße in Höhe Oberkirchplatz“, stellt Ramiro Lehmann aus dem Cottbuser Schulweg richtig fest. „An das Eisenwarengeschäft Hilpert kann ich mich noch gut erinnern. Bis an die Decke reichten die Holzschübe, wo Schrauben, Muttern u.Ä. gut sortiert waren. Ich habe damals viele spezielle Sachen dort gekauft, die man sonst nirgends bekommen hat. Später war dort ein Weinladen.“
Ortwin Schulz mailt mit fachlichem Hintergrund: „Bei der Straßenbahn handelt es sich um ein Kt4D, Baujahr 1990, im Traktionsbetrieb zur Wendeschleife Thiemstraße. Rechts befindet sich die Eisenwarenhandlung Hilpert, wobei sich auf der gegenüberliegenden Seite ebenfalls ein Fachgeschäft Hilpert befand. Im Volksmund hieß das ‘der grosse und der kleine Hilpert’. Auf Grund der Einengung befanden sich zwei Signalanlagen stadtauswärts und stadteinwärts in Höhe der ‘Bäckerbörse’ und dem Spirituosenwarengeschäft Steffen, die durch den Stromabnehmer geschalten wurden.“

Damals war's Niederlausitz: Mit Holzschüben bis unter die Decke

Das einstige „Hilpert-Haus im Jahre 2010 | Foto: CGA-Archiv/H.

„Die Tram fährt gerade in der Sandower Straße 2, heißt es bei Reinhard Borrmann aus der Turower Straße in Cottbus und ähnlich bei Herrn Höhne aus der Spremberger Straße in Welzow. Wolfgang Bauch vom Cottbuser Fontaneplatz weiß über das „ altehrwürdige Eisenwarengeschäft Hilpert: Das Gebäude setzte sich ursprünglich aus zwei Häusern zusammen und wurde mehrfach umgebaut, zuletzt Mitte der 1990er Jahre. 1855 eröffnete ein gewisser Heinrich Robert Hilpert hier ein Eisenwarengeschäft. Letzter Inhaber war Heinz Hilpert. Unter der linken Hälfte des Gebäudes sollen sich große tonnengewölbte Lagerkeller mit Seitenwänden aus Klosterformatbackstein befinden.“
Klaus Reiter mailt: „Ich habe in der Münzstraße gewohnt und war oft dort Nägel, Schrauben, Schlösser u.Ä. kaufen. 1995 wurde der Grundriss vollkommen verändert. Später befanden sich dort eine Weinhandlung und danach „Die Frisöre“ drin. Weiterhin ist eine Steuerberatung ansässig. Hinter dem Haus Hilpert befand sich die große Obst- und Gemüsehalle und weiter links am Rand stand die älteste Gaststätte ‘Münze’, die leider 1988 abgerissen wurde.“
Rainer Wollmann vom Tannenweg in Kolkwitz-Hänchen weiß über Hilpert: „Es war eines der besten Geschäfte in Bezirk, wo es fast alles zu kaufen gab, was es schwer oder nicht in anderen Läden gab. Die Ladeninhaber waren bemüht die Wünsche der Kunden zu erfüllen. Bestimmte Artikel, die nicht vorrätig waren, wurden in relativ kurzer Zeit beschafft. Auch solche aus dem sogenannten nichtsozialistischen Ausland, wie z.B. eine verchromte Waschtischarmatur aus Schweden. Dies war damals wie Goldstaub!“
Günter Peschank „als alter gebürtiger Cottbuser“ erinnert sich der Straße: „Gegenüber standen die Drei Gleichen (drei Giebelhäuser), anschließend in östlicher Richtung ein Weinhaus, ein Fahrradladen und an der Ecke zur Münzstraße das Gasthaus Zur Münze. Die Drei Gleichen wurden in modernem Stil wieder aufgebaut, die Münze leider nicht.
Die hier im Bau befindliche Straße war bis zur BuGa fertiggestellt jedoch nicht aus dafür bereitgestellten Fördermitteln. Hinter Hilpert entstand später bis zur Stadtmauer ein neues Wohnquartier. Der Anblick ist gewohnheitsbedürftig. Die Sicht zum Schloss ging verloren. Ein Verlust für den inneren Stadtkern.“

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