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Damals war's Niederlausitz: Nur eine von drei Glocken überlebte - Märkischer Bote - Märkischer Bote
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Damals war’s Niederlausitz: Nur eine von drei Glocken überlebte

12. April 2019 | Von | Kategorie: Bilder aus der alten Niederlausitz |

Die Kirche von Groß Lieskow blieb vielen Niederlausitzern in Erinnerung.

Damals war's Niederlausitz: Nur eine von drei Glocken überlebte

Viele Leser wussten: Das war die Kirche in Groß Lieskow, also Antwort C

„Abgebildet ist die ehemalige Kirche von Groß Lieskow“, erklärt Arno Schulz aus Guben und geht analytisch vor: „ Obwohl ich sie nie sah, bleibt nur der 1982 abgebaggerte Ort übrig. Die Kirche von Horno ist es nicht; diese durfte ich noch kennenlernen. Der Ort Wolkenberg fiel dem Tagebau Welzow Süd ca. ab 1990 zum Opfer und damit auch die Kirche. Der Kirchturm wurde mit umgesiedelt, und zwar 1993 nach Pritzen.“
Auch Gisela Mallkowsky aus Hörlitz, Christopher Klaus aus Lauchhammer und andere aus dem weiten Lesergebiet kannten die vergangene Kirche.
Manfred Hoblisch aus der Dorfstraße in Teichland, OT Bärenbrück, hingegen berührte das Bild persönlich. Er wurde hier getauft und konfirmiert und weiß: „Die Kirche wurde 1982 gesprengt, die Glocke wurde jedoch gerettet und hängt seit dem 10. Juli 2005 in Bärenbrück in einem Glockenturm. Der ist jetzt das Wahrzeichen von Bärenbrück“

Damals war's Niederlausitz: Nur eine von drei Glocken überlebte

Nahe dem Kriegerdenkmal haben die Einwohner der Gemein-
de Bärenbrück auf ihrem Anger den wohlproportionierten Glockenturm errichtet

Herr Höhne aus Welzow erzählt: „Lieskow hatte 550 Einwohner. 1972 zogen viele wegen dem Bergbau weg. Übrig blieben 255 Personen, die umgesiedelt wurden. Größtenteils nach Cottbus.“
Rainer Wollmann aus Kolkwitz-Hänchen erinnert sich an eine Episode: “Es handelt sich um die evangelische Kirche in Groß Lieskow, die im 15./16. Jahrhundert im gotischen Stil errichtet und durch den Tagebaubetreiber von Cottbus-Nord abgerissen wurde. Glücklicherweise wurde das Inventar auf andere Orte aufgeteilt. Da sich Groß Lieskow im Vorschnitt des Braunkohletagebaus befand, mussten Filterbrunnen abgeteuft und betrieben werden, damit der Grube trocken bleibt. Einige Ansatzpunkte für die Brunnen befanden sich im Bereich der Kirche und des Friedhofes. Bei den Bohrarbeiten mußten auch Planierarbeiten ausgeführt werden, wobei einige Totenschädel freigelegt wurden. Als dies bekannt wurde, war natürlich sofort die Polizei vor Ort und die Arbeiten mußten bis zur Klärung des Vorfalls unterbrochen werden.“
Arnold Rißler aus Welzow, Parkstraße, kennt sich genau aus: „Die abgebildete Backsteinkirche
war dem Bergbau zum Opfer gefallen. Im gedrungenen, seit 1860 exakt 22 Meter hohen Turm läuteten seit 1887 drei Bronzeglocken der Gießerei Hadank. Die große und die mittlere mußten 1917 abgeliefert werden. 1926 beschaffte sich die Kirchgemeinde drei neue Bronzeglocken von der Apoldaer Gließerei Schilling im Es-dur-Dreiklang. Von diesem Geläut mußten wieder die große und mittlere Glocke für den 2. Weltkrieg abgeliefert werden. Die verbliebene kleine Glocke mit dem Nominal b’ läutet heute im hölzernen Glockenstuhl auf dem Dorfanger Bärenbrück.“
Friedhard König aus der Cottbuser Klosterstraße erinnert sich: „Der Ort lag in der Nachbarschaft
von Klein Lieskow und Tranitz und wurde gemeinsam mit
diesen dem Tagebau geopfert. Nach 637 Jahren Ortsgeschichte erfolgte 1983/84 die Devastierung. Derzeit wird nach einem neuen Standort für ein Ortsdenkmal gesucht. Groß Lieskow war Kirchspiel für die umliegenden Gemeinden. Nach Cottbus bestand Busverbindung. Wer nach Tranitz wollte, musste hier aussteigen.“

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