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Guben: Die Droschken gehörten auch dazu - Märkischer Bote - Märkischer Bote
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Guben: Die Droschken gehörten auch dazu

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Guben: Die Droschken gehörten auch dazu

7. November 2013 | Von | Kategorie: Bilder aus der alten Neißestadt Guben |

Guben: Die Droschken gehörten auch dazu

Die Busse der Straßenbahn Guben GmbH fuhren ab 1927 durch Guben und über Stadtgrenzen hinaus, wie zum Schiffshebewerk Niederfinow

Guben lagerte teure Straßenbahn aus / Buskomfort verdrängte die Bahn
Die Lösung unseres mobilen Rätselmotivs war offensichtlich doch nicht so leicht. Doch einige Lösungen gingen ein, wie von Arno Schulz. Er mailt: „Auf dem Bild ist einer der Busse der Gubener Straßenbahn GmbH an der Südseite Ausgang/Eingang unter dem oberen Kanalanschluss vom Schiffhebewerk Niederfinow zu sehen. Das alte Hebewerk (das neue ist noch in Bau) wurde 1934 eingeweiht. Von der Straßenbahn Guben GmbH wurden bereits 1927/28 die ersten Busse angeschafft und im Linienverkehr eingesetzt. Die Busse bedienten dann auch das Streckennetz der am 8. Juni 1938 stillgelegten Straßenbahn mit. Offenbar führte das nunmehrig reine Busunternehmen auch Ausflugsfahrten durch.“
S. Menzel notiert auf seiner Karte, dass die Straßenbahn Guben GmbH ihren Sitz in der Kubestraße 36 hatte, Direktor war ein Herr Fischer. „Drei Omnibuslinien führten nach auswärts: Lindenhain, Grocho und Pförten. Eine Straßenbahnlinie verband den Bahnhof mit der Lunststraße, aber nur vom 24. Februar 1904 bis zum 8. Juni 1938. Dazu gehörte auch das Droschkenwesen. Die Droschken hatten Haltepunkte am Markt und am Bahnhof.“
Hanß Mittag mailt: „Die GmbH wurde 1913 als Tochtergesellschaft der Elektrizitäts-Aktiengesellschaft EAG Guben, vormals W. Lahmeyer & Co., gegründet, also ausgegliedert. Die Stadt Guben hielt aber eine knappe Mehrheit der Unternehmensanteile, es war also eine Art kommunales Unternehmen. Die Entwicklung des Busverkehrs war eine Folge der nicht zustande gekommenen Erweiterungspläne der Straßenbahn, die sich die Gubener Bevölkerung damals sehr wünschte. Aufgrund des Ersten Weltkrieges und der Inflation konnte sich die Stadt den Ausbau des Schienennetzes nicht leisten. Auch der Busverkehr musste wegen der Wirtschaftskrise kurzzeitig pausieren. Ab November 1923 fuhr sieben Monate kein Bus mehr durch Guben. Die Busse waren eine nötige und kostengünstige Alternative. Und – wie wunderbar auf dem schönen Foto festgehalten ist – konnten die Omnibusse auch entferntere Ziele ansteuern. Zu sehen ist das Schiffshebewerk in Niederfinow, auch heute ein lohnendes Ausflugs­ziel. Die Ingenieure leisteten vor 80 Jahren Eindrucksvolles! Das Reisen war mit den Bussen genauso (wenig) komfortabel wie per Eisenbahn, aber unabhängig von Fahrplänen. So ist es ja heute immer noch, nur dass nun jeder mit seinem eigenen Auto die Straßen verstopft. Nachzulesen ist, dass diese Vorteile letztendlich auch der Straßenbahn den Todesstoß versetzten. Vor den immensen Kosten der Erneuerung der 30-jährigen Straßenbahn scheuten sich die Stadtväter und beschlossen schließlich, die Gleise stillzulegen, was dann am 8. Juni 1938 auch geschah. Nur einige wenige Gleise sind uns geblieben und glückerweise auf dem Corona-Schröter-Platz, gleich hinter der Brücke nach Gubin, wieder sichtbar gemacht. Sie sind ein wichtiges Stück Gubener Geschichte.“
Vielen Dank allen Ratefreunden und vor allem für die Schilderungen. Ein Bild gewinnt Arno Schulz. Glückwunsch!




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