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Cottbus: Es war der letzte Abend in der ‘Münze’

11. Mai 2018 | Von | Kategorie: Bilder aus dem alten Cottbus |

Cottbus: Es war der letzte Abend in der ‘Münze’

Vorn recht befand sich A) die Geststätte „Zur Münze“

An die einst älteste Gaststätte können sich viele Cottbuser noch gut erinnern.

Sascha Erdmann schreibt: „Beides gab es wohl in dieser Gegend – die Eisenwarenhandlung von Hilpert (C) in der Sandower Straße und mitten in Sandow auch das Warmbad (A). Aber hier fehlt eindeutig die Gaststätte (B). Die urigste, die es für kurze Zeit gab, als die Wirtsleute Nikusch von ihrer Ritterklause am Oberkirchplatz nach hier wechselten. Die ‘Münze’ war nach der Zerstörung der ‘Drei Gleichen’ die Krönung der Ignoranz der Baudirektoren, die ihr Unvermögen stets hinter Parteibeschlüssen versteckten. Die Wende legte ihnen das schändliche Handwerk. Denkmalpfleger Peter Schuster hat den Vorgang am 21.3.1992 in der lokalen Tageszeitung als ‘Verbrechen der Mächtigen’ gebrandmarkt.“
Dieter Leubauer sieht es moderater: „Wo die Baulücke zu sehen ist, da stand die Gaststätte ‘Zur Münze’. Wie mein Foto von der Rückseite dieses Gebäudes zeigt, war die Bausubstanz 1987 offenbar so schlecht, dass eine Sanierung damals wohl nicht finanzierbar war. Natürlich schade. Aber die Schaffung von Wohnungen für die zu dem Zeitpunkt noch zunehmende Einwohnerzahl der Bezirksstadt hatte verständlicherweise Vorrang.“
Eine kurze Geschichte will Ingrid Schuchardt aus der Ewald-Haase-Straße zu dem Foto beisteuern: „Es ist die damals älteste Gaststätte von Cottbus ‘Zur Münze’, die hier fehlt. Mein Freund und ich waren am Abend des 29.12.1987 dort zum Abendessen. Es wurde ein langer Abend, da wir von den Wirtsleuten erfuhren, dass es der letzte Tag war, an dem die ‘Münze’ geöffnet hatte. Am 30.12.87 musste sie gegen ihren Willen geschlossen werden. Eventuell wegen Einsturzgefahr? Jedenfalls waren sie sehr traurig, sie arbeiteten dort sehr gern, waren eigentlich aus Görlitz und wohnten zu dieser Zeit in der Wohnscheibe in der Stadtpromenade. Wir trafen die netten Wirtsleute auch noch einmal am nächsten Tag, da wir unseren Regenschirm vergessen hatten. Die Gaststätte verfiel jahrelang und wurde vor der Wende abgerissen. Ich weiß noch, dass viele Cottbuser sehr empört waren über diese tragische Fehlentscheidung. Ich werde den letzten Abend in der „ Münze“ auch nicht vergessen, da auch ich eine tragische Fehlentscheidung traf…“
Klaus Reiter mailt: „Wir schauen hier in die Sandower Straße, Richtung Oberkirche. An dieser Ecke stand die beliebte und älteste Gaststätte von Cottbus ‘Zur Münze’. Sie wurde seit 1909 von Karl Paul betrieben und war eine gern angesteuerte Radfahrer Station. Leider wurde 1988 die Entscheidung
getroffen dieses Gebäude, das unter Denkmalsschutz stand, abzureißen. Die Eigentümer erfuhren dies aus der Zeitung. Stadtbaudirektor John informierte die Bürger vom Abriss der Häuser Nr. 14, 15, 16 und beteuerte, dass die ‘Münze’ als Kopiebau mit der Gaststätte nach historischen Vorbild wieder entstehe. Nach der Wende entstand dort ein zu Hause für betreutes Wohnen. Als Schüler waren wir in den siebziger Jahren dort öfter Bockwurst essen und Limo trinken. Links neben der Gaststätte waren eine Eisenwarenhandlung, eine Polsterei und eine Dampfkornbrennerei und Destillation.“ Susanne Haupt aus der Inselstraße schreibt: „Dieses imposante barocke Gebäude samt Nebenhaus wurde trotz heftigen Widerstandes der letzten Besitzer u. Betreiber der Gaststätte kurz vor der Wende abgerissen. Hier, wo die Münzstraße in Richtung Münzturm von der Sandower Straße abzweigt, befand sich einst das Sandower Tor, dessen Grundmauern im Jahre 1981 bei Straßenbauarbeiten freigelegt wurden. Dadurch konnte einiger- maßen genau der Aufbau der Toranlage rekonstruiert werden.“

 




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