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Forst: Johann-Sebastian-Bach-Kirche - Märkischer Bote - Märkischer Bote
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Forst: Johann-Sebastian-Bach-Kirche

25. Oktober 2008 | Von | Kategorie: Bilder aus dem alten Forst (Lausitz) |

Forst:  Johann-Sebastian-Bach-KircheBei Raureif fast den Kopfschmuck verloren
Unsere letzte Rätselfrage hat doch einige Leser verunsichert – natürlich hat die Bach-Kirche eine Glocke! Das bestätigt auch Horst Hauschke in seinem ausführlichen Brief: „Die Glocke wurde 1951 aus einer gesprungenen historischen Glocke aus dem 16. Jahrhundert gegossen und trägt deshalb die Jahreszahlen 1576 und 1951, dazu die Inschrift ‘Gott allein die Ehre’. Obwohl die Kirche mit noch nicht einmal 60 Jahren ziemlich jung ist, steht sie nicht allein deswegen unter Denkmalschutz: Sie ist ein Wahrzeichen des Aufbauwillens der Bevölkerung und Kirchengemeinde nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges und der Solidarität der weltweiten Ökumene. Durch den Weltrat der Kirchen und das Hilfswerk der Evangelischen Kirchen in Deutschland gab es finanzielle Starthilfe für den Bau von Notkirchen in zerstörten Städten. Und so erfolgte 1950 der Kirchenbau auf dem ‘Platz am Stadtwald’ zwischen Stadtwaldstraße und Krummer Weg nach einem Entwurf des Architekten Otto Bartning für das Notkirchenprogramm.“
Thomas Methe ergänzt: „Die Bachkirche wurde als Geschenk des Lutherischen Weltbundes am 29. Oktober 1950 als Johann-Sebastian-Bach-Kirche eingeweiht. Hier finden heute noch Gottesdienste statt. Jeden Heilig Abend wird hier die Christnacht veranstaltet. Sie besitze auch eine Orgel und wurde im Laufe der Jahre restauriert.“
Viele Leser wurden mit dem Foto an ganz persönliche Ereignisse erinnert. So erzählte Renate Schmidt am Telefon: „In der abgebildeten Johann-Sebastian-Bach-Kirche hatte ich 1953 Konfirmation, heute wohne ich um die Ecke im Ortsteil Mexiko. Auswanderer gaben dem Ortsteil den Namen.
Die Kirche wurde Anfang der 50er-Jahre gebaut, weil die Siedlung neu erschlossen wurde. Die Stadtkirche war damals noch nicht wieder aufgebaut nach dem Krieg. Vom Konfírmandenunterricht mussten wir damals noch zu Aufbauarbeiten zur Stadtkirche gehen.
Bis Skurumer Straße war alles Wald. 1946/47 wurde abgeholzt und Parzellen gebildet. Superintendent Krahnert segnete damals die Kirche ein. Er wohnt in der Nähe des Hauses der Freundschaft an der Stadtkirche in der Amtsstraße und hatte selbst zehn oder zwölf Kinder.“
Aufregende Erinnerungen hat Christa Butzke aus Forst. Sie erzählte: „Ich habe am 16. November 1957 dort geheiratet. An eine Glocke kann ich mich nicht erinnern, allerdings war ich so aufgeregt, dass ich sie auch überhört haben kann. Es war sehr kalt, die ganze Hochzeitgesellschaft mit 28 Mann war bei Raureif vom Kiefernwäldchen weg bis zur Bachkirche gelaufen. Als wir uns zur Trauung hinknien mussten, stellte sich mein Mann versehentlich auf meinen Schleier, die ja damals in Mode waren. Beim Auftstehen hatte ich mir deshalb fast den kompletten Kopfschmuck heruntergerissen. Pfarrer Knieschke aus der Blumenstraße 9 traute uns damals.
Ich kann mich entsinnen, dass die Kirche innen sehr schlicht gestaltet war und vor allem sehr kalt. Da wir später vom Kiefernweg weggezogen sind, bin ich nicht wieder in der Kirche gewesen.“ Und Helga Trunte schilderte uns ihre Kindheitserinnerungen: „Als etwa zehnjähriges Mädchen hatte ich in der Kirche den Schleier einer Braut getragen, Allerdings habe ich nie erfahren, wer das Brautpaar war. Über Bekannte und Nachbarn wurde ich damals gefragt, ob ich den Schleier tragen würde. Und ich habe nicht nein gesagt. Da ich keine Bluse mit Ärmeln hatte, wurden kurzerhand aus einem Puppenkissen zwei Puffärmel genäht – es sah toll aus. Ein Zeichen, dass es damals nicht viel gab. Es muss kurz nach der Einsegnung der Kirche gewesen sein, denn anlässlich dieses Ereignisses wurde eine Fotoausstellung im Foto-Atelier Vietzke aufgebaut, dort hatte ich ein Foto mit mir als Schleierträgerin erhalten. Ich besitze das Foto heute noch.“
Vielen Dank allen Ratefreunden!




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