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Guben: Kammerlichtspiele - Märkischer Bote - Märkischer Bote
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Guben: Kammerlichtspiele

4. Oktober 2008 | Von | Kategorie: Bilder aus der alten Neißestadt Guben |

Guben: Kammerlichtspiele

Neue Filme vor der Erstausstrahlung gesehen

Die wechselvolle Geschichte der beiden Häuser auf unserem letzten Rätselbild hat viele Erinnerungen geweckt. So schreibt Helga Steglich: „Wir wohnten mit meinen Eltern und meiner Schwester in der Wilhelm-Pieck-Straße 38. So ist mir diese Ecke wohlbekannt. Ich kann mich zwar nicht mehr daran erinnern, dass ein Restaurant in diesem Hause war, aber auf jeden Fall war dort später eine Imbissstube. Diese wurde auch gern von Leuten aufgesucht, die von außerhalb nach Guben kamen und nun auf den Bus warteten. Sie konnten dort schnell etwas trinken und eine Kleinigkeit essen. Auch konnte am Sonntag noch etwas Vergessenes dort eingekauft werden, auch Kuchen, falls unerwartet Besuch kam. Auf der anderen Seite befand sich ein Getränkeladen. Dort durften wir uns zu besonderen Anlässen rote Brause kaufen.
Das anschließende Gebäude beherbergte das Kino ‘Kammerlichtspiele’, das ich als Kind und Jugendliche sehr gern und oft besuchte. In dem Torbogen daneben stand im Sommer sehr oft ein Eiswagen. Daran kam man auch nicht vorbei, ohne ein Eis zu kaufen.“
Peter Kruppa schickte uns eine Postkarte: „Das Damals-War’s-Bild zeigt den Gebäudekomplex Gasstraße/Berliner Straße, der heute nicht mehr da ist. Dort ist jetzt eine Grünanlage. Ganz rechts, das hohe Gebäude, beherbergte Sport-Ebert. Im kleinen Gebäude war die Elektrofirma Egon Grützmacher, links der Eingang war der Zugang zu einer Imbissstube.
Links das Gebäude sind die Kammerlichtspiele mit Kino-Café. Und ganz links im Hintergrund ist wahrscheinlich Wilkes Villa zu sehen. Die Bäume vor dem Kino gab es zu meiner Zeit nicht mehr. Über der Restaurant-Tafel hängt wohl eine Gaslaterne. An dieser Stelle, nur aber höher auf einem Mast, montierte ich die erste zweiflammige Leuchte der Gubener Serie, da ich bei der Straßenbeleuchtung SWG gearbeitet habe.“
Regina Bartel ergänzt am Telefon: „Im Eckhaus rechts befand sich ein Gemüsehändler mit Sämereiartikel und allem was zur Tierhalten benötigt wurde. Da musste ich oft Kien besorgen, das wir zum Feuer anzünden benötigten. Den Kien mussten wir zuhause noch weiter klein hacken.“
Besonders interessant war ein Anruf von Dietrich Schnierstein: „Das Foto muss um 1940 oder eher aufgenommen worden sein.
Das gesamte Grundstück, 1?177 Quadratmeter groß, mit Kino und dem Eckhaus, gehörte meinem Großvater Walter Schnierstein senior. 1953 wurde er enteignet. Am 12. Februar 1999 wurde das Grundstück an die Erbengemeinschaft, seine fünf Kinder Lucie Woite, Viktoria Fisch, Liselotte Bergmaier, Walter Schnierstein junior und Harry Schnierstein – meinen Vater, rückübertragen. Noch im selben Jahr hat es die Stadt Guben gekauft, um das Areal umgestalten zu können.
In dem linken Haus, in dem bis in die 1990er-Jahre ein Kino betrieben wurde, befand sich früher – lange vor dem Krieg – eine Brauerei. Daher stammt auch die Toreinfahrt. Kinobetreiber war ein Herr Groß: Durch meine gute Bekanntschaft, da ich als Junge bei den Mietern die Miete kassieren ging, konnte ich so manchen Film eher sehen, als die Besucher. Deutlich ist noch das Kino-Schaufenster zu erkennen. Es war ein Kino mit Balkon für weitere Plätze. Vor dem Umbau waren alle Wände mit roten Samt verkleidet. Das verschwand später, auch der Kassenbereich wurde umgestaltet. Die ersten Etage war als Wohnung ausgebaut, hier hat Famile Rex gewohnt.“
Zum Eckhaus weiß Dietrich Schnierstein weiter zu berichten: „Im oberen Geschoss waren Wohnungen, hier wohnten drei Familien, die mir gut bekannt waren. Auch hier hatte ich als Junge die Miete kassiert. Im Eingang links, wo das Fahrrad davor steht, war nach dem Krieg die Schuhmacherei Deutschland tätig.
Als diese später das Gewerbe aufgab, wurde hier eine Imbissstube eingerichtet.
Die Tür in der Mitte des hauses war der Eingang für die Mieter und gleichzeitig Eingang zum Ladengeschäft. Die beiden Fenster daneben gehörten zu Büroräumen. Rechts, im Elektrogeschäft Grützmacher habe ich beim Meister den Beruf des Elektrikers gelernt. Bevor Grützmacher hier sein Geschäft einrichtete, befand sich hier ein Kolonialwarengeschäft. Den Namen des Inhabers kennen ich leider nicht mehr.“
Herr Schnierstein erzählte, dass er zahlreiche weitere Details zu diesem Objekt weiß, was auch mit einem Album ergänzt wird. Für die Rückübertragung des Grundstückes musste die Erbenge-meinschaft Unterlagen bis zum Jahre 1933 vorlegen, daher sind die Erinnerungen gut sortiert festgehalten.




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