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Guben: Keine Abschiedstränen in der Krippe - Märkischer Bote
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Guben: Keine Abschiedstränen in der Krippe

Guben: Keine Abschiedstränen in der Krippe
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Guben: Keine Abschiedstränen in der Krippe

17. Juli 2015 | Von | Kategorie: Bilder aus der alten Neißestadt Guben |

Guben: Keine Abschiedstränen in der Krippe

Hochhaus mit Kinderkrippe „Hochhaus Anbau“ in der Friedrich-Schiller-Straße, anfang der 1970er-Jahre

Kinderkrippe „Hochhaus Anbau“ entstand mit dem Bau der Obersprucke:
Obwohl das Gebäude im Schatten des Gubener Hochhauses liegt, war es leicht von unseren Rätselfreunden erkannt worden. „Es war B) eine Kinderkrippe über zwei Etagen“, löst Carola Ringelhann am Telefon und erzählt: „Meine Mutter hatte dort von 1968 bis 1980 gearbeitet. Die Krippe hieß ‘Hochhaus Anbau’, die Leiterin war damals Frau Rösler. Eine Etage des Hauses wurde für eine Zwischenbelegung mit Ein-Raum-Wohnungen genutzt. Ich nehme an, es war die oberste Etage.“
Auch Birgit Oehler erkannte das Gebäude wieder und meint: „Es handelt sich um eine Kinderkrippe, ungefähr Anfang der 70er-Jahre. Ich habe meinen Neffen dort abgeholt. Das Stadtgebiet begann gerade zu wachsen. Es war eine ganz schöne Zeit, umso mehr tut es mir leid, dass alles den Berg runter geht. Im Vordergrund ist ein Ikarus zu sehen. Busfahren war schön, einfach und billig kamen wir überall hin.“
Cordula Nelk erinnert sich: „Das Gebäude hinten anschließend an das Hochhaus war zunächst eine Kinderkrippe. Als ich im Jahr 1975, nach meinem Studium, eine Arbeit im Chemiefaserkombinat Guben aufnahm, brachte ich jeden Tag unseren damals knapp zwei Jahre alten Sohn dorthin. Seine Krippenerzieherin Tante Marion (Böhme) hat er sehr gern gehabt, und der Abschied von seiner Mama verlief deshalb ohne Tränen. Wir wohnten genau ­gegenüber vom Hochhaus in der sogenannten ‘Zwischenbelegung’. Das waren Wohnungen, die übergangsweise an Beschäftigte vom CFK vermietet wurden. Hier teilten sich mehrere Familien bzw. auch einzelne Mieter die Wohnung mit Küche und Bad (heute Wohngemeinschaft genannt). Das geschah solange, bis man eine richtige eigene Wohnung erhielt, welche meistens eine der neu gebauten im WK4 war. Die Tante Marion ist übrigens ihrem Beruf treu geblieben und arbeitet heute als Tagesmutter in Guben.“
Zu erwähnen ist noch, dass sich der Spielplatz mit Sandkasten vor dem Haus an der Friedrich-Schiller-Straße befand. Ein Maschendrahtzaun sorgte dafür, dass die Kinder nicht auf die Straße laufen konnten. Auf der Rückseite standen die Ausflugswagen – jeweils zwei Kinder saßen in den gummibereiften Wagen gegenüber. An den Springbrunnen vor der Kaufhalle „Zentrum“ konnten sich die Kinder im Sommer mit Wasser bespritzen und so ein wenig abkühlen.
Da die Kinderkrippen in der DDR zum Gesundheitssystem gehörten, gab es anfangs Erzieherinnen, die noch in weißer Krankenhauskleidung die Kinder betreuten, vor allem die Babys, die zum Teil schon nach wenigen Wochen in die Krippe gebracht wurden.
Die Kinderkrippe gehörte zu zahlreichen Einrichtungen, um das Wohngebiet der Obersprucke in den 1960er-Jahren autark zu gestalten. Kindergärten, Schulen und Einkaufseinrichtungen wurden neben den Plattebauten errichtet. Zum Wahrzeichen wurde schnell das Hotel, das Hochhaus, das 1966 erbaut wurde. Neben 125 Appartements gab es im Erdgeschoss ein beliebtes Restaurant. 2006 sind hier die letzten Bewohner ausgezogen, ­Vandalismus folgte. Der 14-Geschosser befindet sich heute in Privatbesitz, eine neue Nutzung ist jedoch zum Leidwesen der Bürger nicht absehbar. Seine Funktion als Wahrzeichen ist dadurch verloren gegangen.
Vielen Dank allen Rätselfreunden. Ein reproduziertes Bild im Rahmen gewinnt diesmal Cordula Nelk. Herzlichen Glückwunsch!




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