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Altes Cottbus: Die Sandower Gemeindeschule

17. Oktober 2013 | Von | Kategorie: Bilder aus dem alten Cottbus |

Altes Cottbus: Die Sandower Gemeindeschule

Die Sandower Gemeindeschule war diesmal gefragt

Die gesuchte Schule begeht ihren 100. Geburtstag / Gute und schlechte Zeiten.
Meist – aber nicht immer sind Erinnerungen an die Schulzeit angenehm. Manfred Rescher aus Casel schreibt: „Obwohl ich nur ein Jahr in diese Schule ging, ist meine Erinnerung nicht die beste. Wir hatten einen alten, schnauzbärtigen Herrn, das könnte Lehrer Siede gewesen sein, und dann noch einen kriegsversehrten ehemaligen Offizier mit nur einem Arm. Der hat nun kraft seines Intellekts festgestellt, dass die Kreidestriche auf der Tafel nur von mir sein könnten. Ich war es wahrhaftig nicht. Er befahl zwei Mitschülern, mich über die Bank zu legen, und er versohlte mir den Hintern. Dass sich Mitschüler dafür bereitfanden, finde ich heute noch bedauernswert. Nun kamen im Februar Flüchtlingsströme durch Cottbus, auch in unsere Schule. Statt uns den Flüchtlingen mit Ehrfurcht und Anteilnahme zu nähern, haben wir nur eine alte, tote Frau unter dem Fahrradschleppdach  mit unseren neugierigen Augen betrachtet.“
Katrin Lehmann aus der Rostocker Straße weiß: „Im Gebäude war die Sandower Oberschule untergebracht. Die wurde am 16.9.2009 geschlossen. Die imposante Backsteinschule in Sandow, die heute die Carl-Blechen-Grundschule beherbergt, wurde am 13. Oktober 2013 hundert Jahre alt.“
Gerd-Peter Blaha aus der Gallinchener Hauptstraße berichtet: „Ich bin von 1959 bis 1969 in diese Schule gegangen, habe dort erfolgreich die 10. Klasse abgeschlossen. Genau gegenüber in der Thomas-Müntzer-Straße (vorher Am Doll 15) habe ich 20 Jahre gewohnt und immer den Blick auf die Schule und die Straßenbahnhaltestelle gehabt. Ich habe ein weiteres Schulbild aus den 60er-Jahren angefügt.“
Georg Müller stellt einen Bezug zu dem Rätselbild davor her: „Auch dieses Motiv gehört in die Zeit kurz vor dem 1. Weltkrieg. Während an der südlichen Peripherie der Stadt das Krankenhaus im Bau war, bekam das eingemeindete Fischerdorf im Osten eine moderne Heimstatt für Bildung – architektonisch feingliedrig wie gleichermaßen majestätisch am Muskauer Platz 1. Krankenhaus hier, Schule dort – kaum ein halbes Jahr auseinander, beides dem Wohl der Bürger zugedacht. Mit Stolz werden sich ehemalige Schüler besinnen können und ihre Dankbarkeit mit den Nachkommen  teilen. Ruhig war’s nicht – aber Bombenangriff und Flüchtlingslager zu Kriegsende hielt die Schule mutig durch.“
Wolfgang Kroschel aus der Hainstraße schreibt: „In die Sandower Schule wurde ich 1955 eingeschult, da trug sie noch die Spuren des Krieges. Eine Giebelseite war zerbombt und wurde in der zweiten Häfte der 50-er wieder aufgebaut. Es gab eine Schul-Hymne, komponiert vom Musiklehrer Namokel, Text vom Deutsch- und Russischlehrer Vantula: „In die Schule geh’ ich gerne, weil ich für das Leben lerne. / Lerne täglich, lerne stündlich, einmal schriftlich, einmal mündlich. / Und mit meiner ganzen Kraft tret’ ich in die Wissenschaft. / Prächtig ragt das Schulgebäude über Sandow hoch hinaus. / Es ist allen eine Freude, die da gehen ein und aus. / Auch der Lehrer sei gedacht, die uns so viel beigebracht.“
Renate Berg bedauert, dass hier keine Oberschule mehr ist, „wie es eigentlich sein müsste.“

Weitere Beiträge über das historische Cottbus finden Sie hier!




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