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Lausitz: Erst gesprengt, dann neu gebaut - Märkischer Bote
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Lausitz: Erst gesprengt, dann neu gebaut

11. September 2015 | Von | Kategorie: Damals war´s |

Lausitz: Erst gesprengt, dann neu gebaut

Gesucht war die imposante Oderbrücke in Crossen, einem Städtchen schon jenseits der Niederlausitzer Grenze

Crossener Oderbrücke trägt bis heute schwere Lastzüge / Zerstörung 1945:
„Meiner Ansicht nach handelt es sich um die Straßenbrücke in Crossen an der Oder (Krosno), die auch heute noch funktionsfähig und tragfähig ist, selbst für große Lastzüge“, weiß Wilfried Kracker aus Cottbus die richtige Lösung. Mehr noch: „Wir haben diese Brücke in der Vergangenheit oft genutzt, um an die polnische Ostseeküste zu fahren. Man kommt dort über Schwiebus, wo die größte Christusstatue der Welt steht, auf die neue Schnellstraße nach Stettin.
„Auf unserer kürzlichen Fahrt nach Schwiebus und zu den Bunkeranlagen der Festungsfront Oder-Warthe-Bogen (Ostwall), überquerten wir auch diese markante Brücke. Die Stadt Crossen feierte im Jahr 2005 ihr 1 000-jähriges Jubiläum und gehört zu den ältesten Orten Polens. Wechselvoll war ihre Geschichte: Im Dreißigjährigen Krieg wurde Crossen von den Schweden in Brand gesetzt. Im Siebenjährigen Krieg waren es die Russen, die sie besetzten. Im Frühjahr 1945 gab es heftige Kämpfe in dieser Region. Etwa 70 Prozent aller Gebäude wurden zerstört. Crossen, wie die Gebiete östlich von Oder und Neiße wurden unter polnische Verwaltung gestellt und die dort lebende Bevölkerung vertrieben. Danach begann die Besiedlung durch Polen. Heute ist Krosno, wie das gesamte Umland, ein interessantes touristisches Gebiet (Wassertouristik, Piasten-Schloss mit seiner reichen Geschichte und interessanten Architektur“, schreibt Leser Herbert Ramoth.
Noch genauere Angaben zur Oderquerung hat Arno Schulz: „Die im Jahr 1905 errichtete Brücke war 1945 gesprengt worden und wurde um 1950 wieder aufgebaut. Auch der Hafen erfuhr seinen Wiederaufbau, aber so oft ich schon in Crossen war, ich habe da noch nie ein Schiff an- oder ablegen sehen. Neben dem  vorn abgebildeten Gebäude ging es den Berg hoch. Oben Restaurants, der Friedhof, Siedlungshäuser und die Crossener Wehrmachtsgarnison waren dort stationiert.
Eckehard Bauer aus Forst verbindet mit Crossen ganz persönliche Erlebnisse: „Das colorierte Bild zeigt eine klassische Ansicht der wunderbaren kleinen Stadt Crossen (heute Krosno Odrzanskie). Mit dem Ort bin ich familiär verbunden, weil mein Großvater vor 100 Jahren dort in einem Institut für Obstbauzüchtungen zu einem Obstbaumeister ausgebildet wurde. Ich selbst war schon mehrmals dort und bin fasziniert von der wunderbaren Lage. Interessant ist der in der nähe liegende Ort Stary Kisielin (Altkessel). Dort befindet sich  das Staatsarchiv Zielona Góra, eine Fundgrube für Ahnenforscher der Neumark und Brandenburgs. Nennenswert ist ebenfalls das Dorf Kuckädel in der Nähe von Crossen. Es handelt sich um den Geburtsort des bekannten Architekten und Baumeisters  George Wenzeslaus Knobelsdorff, der in Berlin die Staatsoper, die Hedwigskathedrale, das Schloss Charlottenburg in Rheinsberg das Schloss, in Potsdam das Stadtschloss und  weitere Gebäude entworfen hat.
Zu Wort hat sich auch ein echter Oderstädter gemeldet, nämlich Rainer Mrutzek: „Ich bin im Jahr 1944 in Crossen an der Oder geboren. Das Stadtzentrum wurde zum Ende des Zweiten Weltkrieges fast vollständig zerstört,  aber die Marienkirche (im Bild) blieb stehen.




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