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Lausitz: Mit dem Hühnerschreck zur Mühle - Märkischer Bote - Märkischer Bote
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Lausitz: Mit dem Hühnerschreck zur Mühle

8. Juli 2016 | Von | Kategorie: Damals war´s |

Lausitz: Mit dem Hühnerschreck zur Mühle

In unserer letzten Ausgabe hatten wir die Mühle in Schmogrow im schönen Spreewald gesucht

Leser erinnern sich an das Ensemble im spreewälderischen Schmogrow

Mehrere Leser haben die korrekte Antwort auf unser Rätselbild der vergangenen Woche gewusst. Dazu gehört auch Arno Schulz aus Guben. Er schreibt folgendes: „Auf dem Bild ist die ehemalige Mühle von Schmogrow abgebildet. Auf dem Weg  nach Burg/Spreewald über Drachhausen bin ich schon oft an diesem Mühlenkomplex achtlos vorbeigefahren. Erst als dort auf dem Hof ein neues schickes Taubenhaus errichtet wurde, wurde ich neugierig und habe mich für die Geschichte der Mühle interessiert, ohne allerdings jemals im
Gebäude gewesen zu sein. Bereits im Jahr 1627 erwähnt, wurden nach vielen Besitzerwechseln und mehreren Bränden die Gebäude immer wieder aufgebaut. Als Mahl- und Schneidemühle war es mit Ölmühle und Bäckerei ein florierender Betrieb. Bis 1963 mit Wasserkraft betrieben, dann Umstellung auf Elektro. Später wurde der Mühlenbetrieb eingestellt. Im Ort selbst wird die Spreewaldtradition sehr gepflegt. So sind die Schmogrower bei Festumzügen in der Region häufig vertreten. Einst war der Ort sogar an das Netz der Spreewaldbahn angeschlossen.“
Herbert Ramoth aus Cottbus merkt an: „Dass es sich bei dem schönen alten Foto um eine Mühle handeln muss, steht außer Frage. Die abgebildeten Gegenstände sind ausgesprochen mühlen-
typisch. Wenn man aus Burg kommt, steht am Dorfeingang von Schmogrow dieses markante Fachwerkgebäude. Die Mühle hat eine sehr wechselhafte Geschichte erlebt. Einst bestand die Anlage aus drei Mühlen: Mahlmühle, Ölmühle, Sägemühle. Erstmals 1627 erwähnt, mehrfach abgebrannt und wieder aufgebaut, im Laufe der Zeit von Wasserkraft auf Elektrobetrieb umgerüstet, nach dem  Zweiten Weltkrieg enteignet, ist sie seit einiger Zeit wieder in privatem Besitz. Heute sind nur noch das Wohngebäude, der Stall, die Mahlmühle sowie das restaurierte Taubenhaus erhalten.“
Auch Werner Lehmann aus Spremberg weiß Bescheid: „Das Bild könnte aus der Zeit stammen, als der Ort Schmogrow  zum Landkreis Cottbus gehörte, später zum Amt Peitz. Heute ist es eine Gemeinde im Amt Burg. Die Schmogrower Mühle wurde schon anfangs des 17. Jahrhunderts erwähnt. Die (Mahl-)Mühle wurde nach mehreren Bränden, auch letztmalig nach dem Jahr 1926, immer wieder neu aufgebaut und wechselte den Besitzer.
Die Schmogrower Mühle ist eine Wasser-, Mahl- und Schneidemühle, dazu gehörte auch eine Ölmühle. Später (1930) wurde  eine Gaststätte mit Bäckerei eröffnet und betrieben. Eine Getreidemühle mit einer über 350 Jahre alten bewegten Geschichte hat aufgeben müssen (um 1980).“
Jens Pumpa aus Cottbus schreibt folgendes: „Eine Kirchenrechnung aus dem Jahr 1627 belegt, dass es bereits damals in Schmogrow eine Mühle gab. 1926 brannte die Mahlmühle ab. Im selben Jahr übergab Franz Schulz den Betrieb an seinen Sohn, den Zimmer- und Müllermeister Günther Schulz. Er ließ eine größere, modernere Mühle aufbauen. Im Jahre 1932 verkaufte er sein Staurecht und seine Wehranlagen an den Provinzialverband Brandenburg. Da die Mühlen schon immer ein Ort der Begegnungen vieler Menschen waren, eröffnete man eine Gastwirtschaft, die auch vom zunehmenden Fremdenverkehr profitierte. Zum Betrieb gehörte ferner eine rund 20 Hektar große Landwirtschaft.“
Siegfried Malk, der fast nur einen Steinwurf vom gesuchten Ensemble entfernt lebt, äußert sich wie folgt: „Als ich zwei bis drei Jahre alt war, kam der Sohn des Burger Müllers zu uns, der mit meinem Vater befreundet war und setzte mich ins Körbchen am Lenker seines Hühnerschrecks und fuhr mit mir zu seiner Freundin in die Schmogrower Mühle.
Das Pärchen traf sich in einem der oberen Zimmer zur Straße. Es sind wohl meinen längsten Erinnerungen aus meiner frühesten Kindheit damals. Der Müllerssohn war Hartmut Wildemann, der nach der Wende sein Anwesen in Kolkwitz hatte. Er hielt auch zu DDR-Zeiten den Kontakt zu meinen Eltern. Da nahm er mich dann mal mit einem weißen 250er-Mercedes mit.“
Magdalena Leubert aus Cottbus hat ebenfalls persönliche Erinnerungen an unser Rätselbild. Sie schreibt: „Das Foto zeigt die Schmogrower Mühle. Darauf sind meine Großeltern, der Mühlenbesitzer Franz Schulz (am Leiterwagen) und meine Großmutter zu sehen. Die alte Wassermühle brannte im Jahr 1926 ab. An gleicher Stelle ließ mein Vater Günther Schulz eine größere und mopdernere Mühle aufbauen. Sie war bis zum Jahr 1969 in Betrieb. Hinzu kam Mitte der 1930er-Jahre die Ausflugsgaststätte „Zur Mühle“. Auf der anderen Seite des Flussbettes der Malxe befanden sich links das Sägewerk und rechts die Ölmühle.“
Gewonnen haben Angelika Munack (Guteborn), Werner Lehmann (Spremberg) und Monika Maexner (Burg).




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