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Region: Wo blieb der Forster Bronze-Bismarck?

14. Februar 2020 | Von | Kategorie: Bilder aus dem alten Forst (Lausitz), Damals war´s |

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Den Platz dominieren das Denkmal und bis heute das „Georgianum“

 

 

Region: Wo blieb der Forster Bronze-Bismarck?

Unser Rätselbild zeigt einen der repräsentativsten Plätze in Forst, heute als Pestalozziplatz seit 1993 in neuer Gestaltung stets gut bepflanzt. Das Bismarck-Denkmal ist auf bis heute unklare Weise verschwunden

 

 

Ines Krätsch aus der Jahnstraße in Döbern beginnt mit der Quelle ihres Wissens: „Im Buch ‘Forst (Lausitz) Eine Stadt im Wandel der Zeit’, herausgegeben 2011 vom Museumsverein der Stadt, ist zu lesen: Als 1885/86 das neue Forster Gymnasium gebaut wurde, war der Platz nur eine freie Fläche, die bis 1875 zum Dorf Altforst gehört hatte. Lediglich der alte Gasthof ‘Zum schwarzen Bär’ musste dem Schulneubau weichen. Zehn Jahre später, am 1. April 1896, wurde das Bismarck-Denkmal feierlich eingeweiht. Der Berliner Bildhauer Unger hatte die Plastik entworfen, die in Lauchhammer gegossen wurde. 1900 erhielt der Bismarck-Platz seine gärtnerische Gestaltung. Im Zweiten Weltkrieg musste Bismarck den Platz räumen. Metall wurde für die Rüstung gebraucht und so verwaiste der Sockel und verschwand nach 1945 vollkommen. Das Schulgebäude wurde, nachdem das neue Gymnasium an der Jahnstraße entstanden war, als gewerbliche Berufsschule und später, zu DDR-Zeiten, als Erweiterte Oberschule genutzt.“
Auch Jens Pumpa aus der Rostocker Straße in Cottbus fand heraus: „Das Bismarck-Denkmal ist von dem Bildhauer Unger aus Berlin geschaffen und am 1. April 1896 geweiht worden. Es zeigte den Reichskanzler in Kürassieruniform auf hohem Marmorsockel, der die Inschrift trägt: ‘Fürst Bismarck. Dem Beschützer u. Förderer vaterländischer Arbeit. Die Bürger der Stadt Forst’. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde das Denkmal demontiert und der Bismarckplatz in Pestalozziplatz umbenannt.“ Hier zeigt sich der Widerspruch zwischen dem Museumstext und vielfachen anderen Angaben, auch Fotos, die das Denkmal noch nach 1945 zeigen. Offensichtlich bleibt unklar, was hier aus dem Bronze-Kanzler wurde. Max Unger (1854-1918) war einer der angesagten Berliner Bildhauer am Ende des 19. Jahrhunderts, schuf Standbilder der preußischen Könige und des deutschen Kaisers Wilhelm I. In Leipzig gibt es von ihm eine wunderschöne Brunnenfigur „Die Trinkende“. Auch sie wurde 1942 eingeschmolzen, 2003 aber wieder nachgegossen und an ihren Platz gestellt.
In einem Buch von C. Ludwig über Forst heißt es 1907: „Der Name des Altreichskanzlers hat in unserer Stadt einen besonders hellen Klang. Forst feiert in dem Fürsten Bismarck nicht bloß den Schöpfer der deutschen Einheit, sondern vornehmlich auch den tatkräftigen Förderer der heimischen Hantierung. Seiner Zoll- und Handelspolitik dankt unsere Textil-Industrie den mächtigen Aufschwung, der Forst zu einem der bedeutendsten deutschen Industrieplätze emporgehoben hat.“
Frank Junge aus der Elsterstraße in Forst freut sich: „An der Stelle, an der das Denkmal stand, pflanzen die städtischen Gärtner jedes Jahr neue Ornamente aus farbenfrohen Blüten.“ Arno Schulz aus Guben ergänzt: „ Andere Städte, wie zum Beispiel Spremberg und Guben, errichteten Türme, die sie nach dem Reichskanzler benannten. Widersprüchlich ist in der Literatur der Verbleib des Denkmals beschrieben. So wurde über das Einschmelzen 1942 berichtet, nach anderen Angaben stand es 1945 noch auf dem Sockel und soll später im Keller der angrenzenden Schule versteckt worden sein. Danach ist sein Verbleib unbekannt.“
Fred Ridel aus Forst beschreibt das Umfeld: „Auf dem Bild ist links noch ein Wohnhaus zu sehen, in dem sich vor 1945 die Weinhandlung George und danach der Konsum Fahrradladen befand. Daneben ist die freiwillige Feuerwehr von Forst mit dem Schlauchturm, in deren Räume zurzeit die Forster Stadteisenbahn ‘Schwarze Jule’ untergebracht ist. Es ist die Hochstraße. Im Hintergrund ist das Georgianum zu sehen,1886 in Betrieb genommen wurde. Der Bau wurde durch eine Stiftung mit 54 000 Mark vom Ehepaar Gustav und Emilia Jakobi, geboren Rüdiger, zur Erinnerung an ihren früh verstorbenen Enkel Georg Grass unterstützt. Deshalb führt der rote Klinkerbau den Namen Georgianum. Später wurde es auch als Gewerbe- bzw. Handelsschule bezeichnet. Ich selbst ging dort von 1945 bis 1952 einmal wöchentlich zur Schule als Bäckerlehrling. In unserer Klasse, waren auch Fleischer, Brauer, Tischler, Schuhmacher, Gärtner und Verkäuferinnen.“
Vielen Dank allen Einsendern. Gewonnen hat Christine Miska.
Herzlichen Glückwunsch.




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