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Spremberg: Großkraftwerk war Stolz der Bürger

28. Januar 2012 | Von | Kategorie: Bilder aus dem alten Spremberg |

Spremberg: Großkraftwerk war Stolz der Bürger

Hunderte Schaulustige verfolgten den Abriss im Herbst 1952

1918 lieferte das Trattendorfer Kraftwerk ersten Strom / 1952/53 der Abriss
Hans Burkhardt schreibt: „Auf dem Bild ist die Sprengung des vorletzten Schornsteins des alten Kraftwerkes (1916) in Trattendorf zu sehen.
Das Kraftwerk hatte im Endausbau neun Schornsteine. Die Aufnahme könnte im Jahr 1953 gemacht worden sein. Der
rechteckige Turm am fallenden Schornstein war der ehemalige Trinkwasserturm des Kraftwerkes. Dieser wurde im Jahr 1955 wegen den schon begonnenen Bauarbeiten für das neue Kraftwerk in Handarbeit abgetragen.
Meine Frau begann in diesem Wasserturm im Februar 1955 ihre erste Arbeit im Kraftwerk Trattendorf.
Am linken Bildrand ist die Mauer des Kraftwerkes zu sehen. Dahinter wird zurzeit eine große Solaranlage aufgebaut.
Die Gleise am unteren Bildrand waren eine Verbindung zwischen Spreetal und dem
Südbahnhof von Spremberg und dienten hauptsächlich dem Kohletransport für die Spremberger Industrie.
Am oberen linken Bildrand ist noch der Kühlturm I zu sehen. Er wurde im August 1993 abgebrochen.“
Werner Lehmann schreibt: „Die Aufnahme deutet auf dem Abriss des Altkraftwerkes – Trattendorf, auch 1. Großkraftwerk in Europa, hin. Baubeginn des Werkes war 1915 und die erste Stromlieferung erfolgte 1917 (später auch für die Berliner S- Bahnen) und wurde mit der Besetzung des Werkes durch die sowjetische Besatzungsmacht April 1945 beschlagnahmt bzw. stillgelegt. Es erfolgte in den Jahren 1945/1946 der Rückbau der technischen Anlagen, auch der Anlagenteile des noch in Montage befindlichen Hochdruckkraftwerkes.
Unmittelbar nach der Baufeldfreimachung durch Abbruch von Altsubstanz in den Jahren 1952 /1953 erfolgte die Grundsteinlegung für das 1. Neubaukraftwerk der DDR im Jahre 1954. Das Bild zeigt uns die Sprengung eines des ehemaligen neunten Schornsteines
des Altkraftwerkes. Ergänzend muss noch gesagt werden, dass Teile der alten Werksmauer heute immer noch stehen. Leider aber nicht mehr der im Bild links erkennbare Kühlturm, mit zwei daneben stehenden kamen diese im Jahre 1993 mittels Abrissbirne zu Fall.
Manfred Gnida schreibt: „Ein Foto eines wichtigen Industriezweiges, der rund 80 Jahre im Süden unserer Stadt zwischen Zerre und Trattendorf Geschichte schrieb. 1915 wurde hier ein Werk zur Stromerzeugung projektiert, welches zu diesem Zeitpunkt eines der größten Energieerzeuger Europas wurde. Schon 1917 erfolgte die Betriebsaufnahme und 1918 wurde der erste Strom geliefert. Ständige Erhöhung der Leistung erfolgte und es konnten in Kesseln und neun beeindruckenden Schornsteinen sieben Turbinensätze betrieben werden. Es war schon gigantisch und man war stolz, bis zum 19. April 1945 eine ununterbrochene Stromlieferung zu verzeichnen. Es war Krieg, aber das Großkraftwerk überstand diese Zeit und ein Schicksal folgte, das Kraftwerk wurde abgefahren und die Wiederinbetriebnahme scheiterte. Die Rote Armee bzw. die damalige Militäradministration beschlagnahmte am vorher genannten Datum das Werk, die Anlagen die zur Reparationsleistung dienten, wurden demontiert und bis Ende 1947 mit der damaligen Westbahn abtransportiert. Wie im Bild
ersichtlich, begann man 1952/53 mit dem Abbruch der alten Bausubstanz und es erfolgte eine Projektierung eines Baus für ein neues Werk. Tausende Arbeiter zog es damals in die Lausitz, um am Aufbau dieses Großkraftwerkes zu helfen.
Es entstand ein neues Werk, wo damals zu Stalins Geburtstag am 21. Dezember 1954 der Anlauf der ersten Turbine erfolgte. Zu umfangreich wäre die Geschichte des neu errichteten Kraftwerkes, dem Bau der Jugend, zu beschreiben. Hier hatte 1994 eine schrittweise Außerbetriebsetzung begonnen, die am 30. März 1996 sein Ende fand. Ein Gedenkstein erinnert an das einstige Kraftwerk und ehemalige Beschäftigte werden mit Wehmut an ihre Tätigkeit erinnert.
Die Aufnahme könnte 1952 beim Abriss der nicht mehr benötigten Bausubstanz entstanden sein. Damals zog es Hunderte von Schaulustigen bei
der Sprengung der sichtbaren Schornsteine an diesen Ort. Blickt man auf das Kennzeichen des LKW, so kann man Rückschlüsse auf das Datum finden. Daran erkennt man ein Kennzeichen, weiß auf schwarzem Grund, welches 1948 für alle Besatzungszonen eingeführt wurde. Hier in der sowjetischen Besatzungszone waren in Brandenburg die Anfangsbuchstaben  SB und wurden bis 1953 genutzt.
Ralf-Rainer Koall erklärt: „Das Bild wurde im Herbst 1952
aufgenommen. Für den Kraftwerksneubau waren die Hauptgebäude Maschinenhaus und Kesselhaus nicht geeignet.
Deshalb mussten auch alle Schornsteine von Werk 3 gesprengt werden. Vor den Abrissarbeiten wurde als erste Baumaßnahme die Mauer um das Kraftwerksgelände mit aufgesetzten Glasscherben errichtet. Die Gleisanlage diente für den Güter- und Personenverkehr. In Trattendorf gab es die Haltestelle „Grüne Wiese“ und Kraftwerk Trattendorf. Zum Kindertag sind wir mit den Zug von Trattendorf über Schwarze Pumpe nach Spreetal zum Kulturhaus gefahren. In der anderen Richtung ging es nach Spremberg Süd.
Ein gerahmtes Bild gewinnt Kurt Schallschmidt.
Herzlichen Glückwunsch!




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