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Spremberg: Werkstatt Max Feiertag - Märkischer Bote - Märkischer Bote
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Spremberg: Werkstatt Max Feiertag

11. Oktober 2008 | Von | Kategorie: Bilder aus dem alten Spremberg |

Spremberg: Werkstatt Max Feiertag

Werkstatt Max Feiertag, Lange Straße, Slamen

Unsere Rätselbild-Aufnahme, diesmal aus dem Stadtteil Slamen, konnten scheinbar nur wenige lösen. Hans-Joachim Nevoigt erinnert sich: „Wir hatten in Spremberg immer drei Fahrradhandlungen. Es waren Feiertag, Neumann und Wünsche. Damit wären die wichtigsten und bekanntesten genannt. Einige Jahre waren alle drei Geschäfte in der Langen Straße.
Nun zur Abbildung – man sieht die Werkstatt von Max Feiertag. Das Foto entstand im Dritten Reich. Die Hakenkreuzfahne hat sich durch den Wind um die Stange gewickelt. Vor dem hellen Schild steht ein Mann in der typischen Uniform des NSKK (NationalSozialistisches Kraftfahrer-Korps) mit Hakenkreuzarmbinde. Rechts neben ihm stehen unverkennbar Max Feiertag mit Ehefrau. Der am rechten Bildrand sitzende Junge könnte Sohn Günter sein.
Das hier gezeigte Geschäftshaus befand sich in der Langen Straße (heute August-Bebel-Straße) in Slamen. Auf der rechten Seite gleich am Anfang der Straße von der Muskauer Straße aus gesehen. Beim Ende der Kampfhandlungen wurde es zerstört und brannte aus.
Herr Feiertag hatte die Werksvertretung der Zündapp-Motorräder in Spremberg. Bei dem Jungen und bei dem dunklen Mann auf der linken Eingangsseite steht je eine Maschine. Das Typische für diesen Typ war der Pressstahlrahmen und der Antrieb mittels Kardanwelle. Dieses Verfahren hat BMW und Zündapp angewendet. Für beide Typen wurde im Krieg dann ein Seitenwagenabtrieb entwickelt.
Die damaligen Gemeinden Slamen, Weskow, Heinrichsfeld, Trattendorf, Cantdorf und Kochsdorf wurden nach dem Krieg in das Stadtgebiet eingemeindet. Damit fielen die Bürgermeister und Ämter weg. Also gehörte das Geschäft damals nicht zu Spremberg.
Nach dem Verlust des Gebäudes ging die Firma in die Fors-ter Straße. Auch dieses Grundstück war eine Ruine. Die Werkstadt in der Lindenstraße war auch ausgebrannt.“
Auch Georg Lamparsky erinnert sich noch an das Geschäft von Max Feiertag und fügt hinzu: „Das Geschäft wurde im Krieg zerstört, ist aber in veränderter Form wieder aufgebaut worden.
Max Feiertag steht mit seiner Frau vor der Eingangstür. Ganz links im Bild steht mein Vater. Er hat 1930 ein Motorrad der Marke Schüttoff bei Feiertag gekauft.
Die Aufnahme muss etwa um 1934 entstanden sein. Max Feiertag verlegte noch in den 1930er-Jahren seine Geschäfts- und Betriebstätigkeit nach Spremberg in die Forster Straße sowie in die Lindenstraße. Im April 1945 brannten beide Geschäfte aus. Wahrscheinlich nach den eigentlichen Kampfhandlungen durch Brandstiftung. Herr Feiertag marschierte als gefangener Volkssturmmann an den gerade entstehenden Brandherden. Meiner Mutter sagte er, er hätte beide Brandherde noch allein löschen können, aber als Gefangener war er absolut hilflos.
In der Forster Straße wurde das Ruinenstück teilweise wieder aufgebaut, und aufs Neue wurden hier Fahrräder repariert und gebaut.
Durch das Neubauprogramm musste auch dieser Platz geräumt werden. Und in der Langen Straße haben seine Kinder noch bis in die 1990er-Jahre das Geschäft weiter betrieben. Sie sind inzwischen auch verstorben und das Ganze Geschichte.“




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