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Forst. Allgemeine Ortskrankenkasse, Kreissparkasse, heute Stadtverwaltung

17. April 2010 | Von | Kategorie: Bilder aus dem alten Forst (Lausitz) |

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Das markante Gebäude zu erkennen war erwartungsgemäß keine schwere Aufgabe für die Forster Rätselfreunde.
Gerda Henschel mailte uns: „Ich kenne zwar nicht den Zeitpunkt, an dem die Rotdornbäume noch so dünn waren, aber ich habe diese Bäume immer bewundert zur Zeit der Blüte. In den 1950er Jahren war in dem Gebäude, das heute das Rathaus ist, die Sparkasse untergebracht.
Ich war damals Schülerin in der Goetheschule. Zu dieser Zeit gab es das so genannte Schulsparen. Eine Lehrerin hatte die Aufgabe, an Schüler Sparmarken zu verkaufen. Wenn also ein Kind etwas Geld hatte, konnte es diese kaufen und in ein Heftchen einkleben. Der kleinste Wert waren 10 Pfennig. War die Karte voll, wurde der Sparwert auf ein Sparbuch übertragen.
Meine Lehrerin Frau Schibura beauftragte mich regelmäßig, das Geld zur Sparkasse zu bringen und neue Marken mitzubringen. Ich war eine gute Schülerin und wurde direkt während des Unterrichts geschickt. Ich war so etwa in der dritten Klasse. Ich erinnere mich noch genau an den Schalterraum. Besonders beeindruckt hat mich der abgeteilte Kassenschalter. Der Kassierer war ein kleiner aber sehr eleganter Mann, der ein souveränes Auftreten hatte, er hieß Herr Scheinert.
Im Bild links hinter dem Gebäude befand sich eine Schule, zeitweise Berufsschule. Das Schulhaus am Lindenplatz wurde bald weggerissen, aber das Gebäude in der Promenade stand bis in die 1990er Jahre. Ich war dort einige Jahre Lehrerin. An dieser Stelle wurde dann das AOK-Gebäude errichtet.
Das abgebildete Gebäude war vor dem Krieg die Krankenkasse, das Zahnwehmännlein ist noch heute über dem Eingang zu sehen. Nach 1945 befanden sich im rechten Teil noch die medizinischen Bäder, ich glaube auch noch Baderäume für die Öffentlichkeit. Hinter der Hecke waren Fahrradständer für die Besucher der Sparkasse.
Nebenbei möchte ich noch berichten, dass im letzten Herbst der im Bild gut zu sehende Eingangsbereich von Unbekannten durch Brandstiftung mit Hilfe eines Papiercontainers zerstört wurde. Auf diese Untat folgte dann in der Silvesternacht die Zerstörung der wertvollen Glastür und des Vorraums der Nicolaikirche durch einen Sprengkörper. Beide Vorkommnisse wurden von Bürgern unserer Stadt auf das Schärfste verurteilt.“
Ausführlich schreibt Wolfgang Schenk: „Das Gebäude wurde 1926 für die Allgemeine Ortskrankenkasse Forst auf einer Fläche errichtet, wo Promenade und Gerberstraße aufeinander treffen. Mein Großvater hatte mir erzählt, dass ein viel kleineres, er meinte mickriges Häuschen, schon in den früher 1920er Jahren, dem gleichen Zweck diente und auch im gleichen Stadtgebiet stand. Nach Kriegsende 1945 brauchte die Stadt ein neues Rathaus, da das alte hinter der Stadtkirche ein Trümmerhaufen war. Das Haus der Ortskrankenkasse wurde der neue Sitz der Bürgermeister. Ein großes Schild mit der Aufschrift ‘Rat der Stadt’ wurde genau vor dem Zahnwehmännchen montiert und verdeckte es viele Jahre. Im Erdgeschoss befand sich auch die Kreissparkasse. In
den oberen Etagen waltete das Team des Stadtrates, so auch die Wohnraumlenkung (Wohnungsamt). Mindestens dreimal im Monat sprach ich hier vor und bat um die Bereitstellung
einer Wohnung. Die Wohnung, die wir 1961 bekamen, bestand aus einem Zimmer, Korridor und Kammer. Die Nordwand der Kammer war die Dachschräge, nicht gedämmte Dachziegel, durch deren Ritzen der Wind pfiff und die Sonne blinzelte. Im Winter war sie nicht zu nutzen, das auf dem Fußboden Schnee lag…“
Thomas Methe ergänzt: „Ganz oben im Rathaus war früher
eine Wohnung für den Hausmeister eingerichtet.
Die Bäume und die Hecke stehen heute nicht mehr. Wo die Hecke zu sehen ist, gibt es heute Geschäfte. Die Straßenansicht links hat sich deutlich verändert. Dort wurde 2007 das Kaufland errichtet. Früher war dort ein Parkplatz.“
Vielen Dank allen Ratefreunden und vor allem den emsigen Anrufern und Schreibern.




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