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Aus der Defensive

4. Mai 2018 | Von | Kategorie: Kommentare |

Aus der  Defensive

Sie erreichen den Autor: j.heinrich@cga-verlag.de

 

Das befreiende Bürgergespräch, an vielen Stellen dringend gewollt, kommt in Cottbus nicht recht in Gang. Stattdessen lädt sich neues Gezänk über altes, undefiniertes Grummeln.
Die Stadtspitze erkennt die Problemlage nicht. Das hat sich mit der fatalen, polizeibewachten Stadthaussitzung offenbart und zeigt sich auch mit dem nächsten Gesprächsort: Der „kanalisierte Dialog“, wie der OB solche Gespräche nennt, soll unter den Altar der Oberkirche führen.
Keine gute Idee im weitestgehend atheistischen Cottbus. Was in Bayern, wo jetzt Kreuze in alle Amtsstuben gehängt werden, gut sein mag, kann in Cottbus nicht funktionieren. Natürlich hatte der Kirchenraum vor 1989 dem freien Wort ersten Schutz gegeben. Damals herrschte draußen Diktatur. Dem Dank an die Kirche für die historische Rolle muss aber auch hinzugefügt sein: Das war vor 29 Jahren. Heute gibt es Redefreiheit auf allen Plätzen. Und an der atheistischen Mehrheit hat sich nichts geändert. Viele Mitbürger, die eben nicht glauben, dass Gott den Menschen geschaffen hat, sondern umgekehrt der Mensch seine Götter, meiden die Kirchen. Das dürfen sie auch, selbst auf die Gefahr hin, dass Politiker in den Kirchenbänken über sie entscheiden und sie da draußen die Abgehängten, die Verschaukelten, die eben nicht in diese schöne neue Zeit Integrierten bleiben. Sie sprechen nicht darüber, weil sie wissen, dass es ihnen beruflich und gesellschaftlich nicht zum Verteil gereichen würde, aufmüpfig aus dem Schein des Heiligen zu treten.
Integration lässt sich nicht aus der Defensive gestalten und sie betrifft nicht vor allem Ausländer und Fremdgläubige. Die Stadt muss ihre zurückgelassene Bürgerschaft integrieren. Die wartet auf der Straße und überall.




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