Düsseldorf deckte Schwachstellen auf / Wollitz: „Wir haben es erzwungen.“
Eines ist jetzt schon gewiss: wir werden in dieser Spielzeit viele Überraschungen des FC Energie erleben. So wie an diesem ersten Spieltag. Nach dem wirren Pokalauftritt vor zwei Wochen war nicht zu erwarten, dass Energie den Vierten des Vorjahres mit 2:0 bezwingen würde. Genauer gesagt, war das nicht einmal zur Halbzeit des Spiels gegen Fortuna Düsseldorf abzusehen.
Denn der FCE startete abwartend in das erste Ligaspiel der Saison. Das Flügelspiel lahmte, da alle vier Mittelfeldakteure immer wieder ins Zentrum drängten. Dort setzte jedoch nur Kruska Akzente, der die Bälle mustergültig verteilte – meist auf die unterbesetzten Außenbahnen. Dem Ballgeschiebe entsprangen daher nur wenige Chancen. Petersen scheiterte erst per Kopf und wurde später bei einem Alleingang vor dem Tor erst in letzter Sekunde am Schuss gehindert. Das war eigentlich zu wenig. Schließlich hatte Düsseldorf zahlreiche hochkarätige Kontergelegenheiten. Nur mit Glück und unserer neuen Nummer Eins, Kirschbaum, entging Energie einem Rückstand. Die Abwehrreihe konnte sich nicht für höhere Aufgaben empfehlen, auch wenn Soma und Afriyie immer wieder den Weg nach vorne suchten. Wollitz ist immerhin schon auf der Suche nach einem weiteren Innenverteidiger
Der wird dringend benötigt. Beim 1:0 hätte Straith seine Kollegen fast um den Lohn ihrer Arbeit gebracht. Nach einem überflüssigen Ballverlust hielt er seinen Gegenspieler per Foulspiel auf. Für diese Notbremse hätte es Rot geben müssen. Das Spiel hätte kippen können. Energie im Glück!
Auf der anderen Seite gelangen dem FCE im zweiten Durchgang auch sehenswerte Angriffe. Wollitz stellte seine Mannschaft in der Pause um. Julas Kopfball zum 1:0 ging eine gut getimte Hereingabe von Kruska voraus. Petersens Treffer zum 2:0 bereitete Neuzugang Kronaveter mit hohem Einsatz auf der anderen Außenbahn vor. Jetzt klappte das Flügelspiel. „Das 1:0 ist so passiert, weil wir es wollten. Der Sieg war glücklich. Aber wir haben ihn erzwungen.“
Diese Einstellung ist eine gute Vorraussetzung für die zweite Liga.
In Bielefeld kann sich unsere Truppe aber nicht noch einmal solche Abwehrschnitzer erlauben, wie am vergangenen Wochenende. Aber vielleicht überrascht das Team auch alle und lässt die Arminia vergebens anlaufen.

