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Pele Wollitz: „Dreier“ in Oberhausen

Nach der enttäuschenden Nullnummer gegen Union blieben viele Fragezeichen

Friedrich Heinrich

Kalt war es am vergangenen Montagabend. Zum Derby gegen die „eisernen“ Berliner fanden sich nur etwas mehr als 12000 Zuschauer im Stadion der Freundschaft ein. So richtig hitzig wurde es aber auch dort nicht. Dafür gaben sich die beiden angeschlagenen Kontrahenten zu leicht mit einer Punkteteilung zufrieden. Für die abstiegsbedrohten Gäste war dieses Ergebnis ein großer Erfolg, hagelte es in Cottbus in der Vergangenheit doch meist Niederlagen. Energie tritt dagegen weiter auf der Stelle. Die Winterpause kann kommen!
Union Berlin startete bissiger in die Partie und erspielte sich in den ersten Minuten mehrere Gelegenheiten. Der FCE erwachte jedoch rechtzeitig aus seiner Lethargie und setzte mit Petersen, der nach einer hohen Hereingabe frei vor dem Tor scheiterte, ein erstes Ausrufezeichen. Das war’s.
Energie wollte nun sein bekanntes Spiel mit langen Bällen auf die Flügel aufziehen. Hierfür fehlte sowohl Kruska als Ballverteiler sowie offensivgewaltige Angreifer auf den Außenbahnen. Miatke konnte sich nicht in Szene setzen, auch Bittroff fehlte. So rieb sich Reimerink bei seinen Vorstößen gegen tief stehende Berliner auf.
In der zweiten Spielhälfte erhöhte Cottbus das Risiko. Vor allem Petersen profitierte davon und hatte mehrere gute Gelegenheiten. Im Abschluss blieb er aber glücklos. Allerdings zogen auch die Unioner aus der erhöhten Risikobereitschaft ihre Vorteile. Nach Fehlpässen oder abgewehrten Angriffen zogen sie immer wieder schnell vor Kirschbaums Tor. Dort scheiterten sie ebenfalls an ihrer Abschlussschwäche. Die beste Cottbuser Gelegenheit ergab sich so wieder einmal nach einem Standart. Ein abgefälschter Freistoß von Shao knallte aber nur gegen den Querbalken. „Wir haben seriös gespielt“, befand der Coach.
Letztendlich war die Punkteteilung verdient. Energie steht nach diesem unverhofften Remis allerdings unter Druck. 30 Punkte waren das Ziel bis zur Winterpause. Nach den jüngsten Ergebnissen gegen Augsburg und Berlin kann das nur noch mit einem Sieg in Oberhausen klappen. Den versprach er auch direkt nach der Partie am Montag. Dabei hätten viele lieber etwas über seinen Verbleib in Cottbus nach Ablauf dieser Saison gehört. Die Entscheidung über eine Verlängerung seines auslaufenden Vertrags steht noch aus. Alles hängt dabei von ihm ab. Ob sich Wollitz nun aus familiären, sportlichen oder finanziellen Gründen noch nicht für eine Unterschrift entschied oder gar auf Grund der Anfeindungen bezüglich des Stadionkaufs, sei dahin gestellt. Für Verein und Mannschaft ist das eine undankbare Situation. Die Unruhe kann ein Grund für den aktuellen Durchhänger sein. Auch die dringend benötigten Verstärkungen in der Winterpause sind von ihm abhängig. Wollitz kam mit dem Ziel nach Cottbus, hier langfristig etwas aufzubauen. Zwei Jahre wären keine lange Zeit.
Mit einem starken Auftritt kann sein Team morgen noch einmal Überzeugungsarbeit leisten, bevor es in die Weihnachtsferien geht. Die gesperrten Kruska und Bittroff werden das Spiel bei dem aktuell 13. der Liga wieder deutlich beleben.

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