Nach der Saison könnte dem Team ein neuerlicher Umbruch bevorstehen
Da hat sich unser FC Energie noch einmal aus der Affäre gezogen. Vor der Partie in Rostock wurde spekuliert, ob sich die beiden Ostvereine nun unterstützen würden und Energie nachlässig auftreten würde. Oder würde sich der FCE die Chance nicht nehmen lassen und Hansa in die Drittklassigkeit stürzen? Nach der Begegnung hieß es, der Rasen sei zu schlecht gewesen, um ein besseres Spiel abzuliefern. Rostock kämpfte um seine letzte Chance. Mag sein – das 0:0 wirkte am Ende jedoch sehr dip-lomatisch.
Energie beschränkte sich im Wesentlichen auf das Verteidigen. Rostock kam zu Chancen, nutzte jedoch nur eine nach einem Eckstoß. Der Ball war jedoch zuvor im Toraus, so dass der Treffer nicht anerkannt wurde. Von Cottbuser Seite sorgten allemal Distanzschüsse für Gefahr. Dass es auch anders gegangen wäre, zeigten die deutlich engagierteren Rostocker. Der Auftritt des FCE war eine Gratwanderung. Einen Rostocker Sieg hätten die ebenfalls abstiegsbedrohten Frankfurter wohl nicht unkommentiert gelassen.
Morgen (15 Uhr) will der FC Energie Cottbus gegen Ahlen eine durchwachsene Saison zu einem versöhnlichen Ende bringen. Nach den zwischenzeitlichen Abstiegssorgen wäre eine Platzierung in der vorderen Tabellenhälfte fast sogar ein Erfolg. Schließlich stehen die Chancen auf einen „Dreier“ gegen den abgeschlagenen Letzten gut. Auch wenn Angelov und Shao krankheitsbedingt wohl fehlen werden. Das wenig nervenaufreibende Saisonfinale sollte man als Anhänger des FCE auskosten. Denn die nächste Spielzeit wird mit Sicherheit nicht einfacher als diese.
Das Gesicht der Mannschaft wird sich nach der Sommerpause wohl erneut stark verändern. Nach dem eigentlichen Umbruch in dieser Saison und der positiven Leistungsentwicklung gegen Ende des Spieljahres wäre das ein Rückschritt. Die Abschiede von Dum und Tremmel sind beschlossene Sache. Dabei ist die Frage um die Nachfolge unseres Schlussmannes noch völlig ungeklärt. Sein Vertreter Lehmann ist nur bis zum Saisonende ausgeliehen. Genauso wie Sturmtank Kweuke. Trainer Pelé Wollitz möchte ihn behalten. Ob Energie ihn weiterhin ausleiht, kauft oder doch wieder abgibt, steht jedoch in den Sternen. Dazu zögern Leistungsträger Angelov und Kapitän Burca, ihre Verträge zu verlängern. Auch bei ihnen weisen die Zeichen auf einen Abschied hin. Zudem machte sich Rivic unlängst Gedanken, den Verein nach vier Jahren zu verlassen. Auch Petersen weckte durch seine zahlreichen Tore das Interesse finanzstarker Bundesligisten. Wollitz machte keinen Hehl daraus, ihn bei einem passenden Angebot ziehen zu lassen.
Angesichts dieser Unsicherheiten war es wichtig zu hören, dass Kurth seinen Vertrag unter der Woche um ein weiteres Jahr verlängerte. Dennoch werden zahlreiche Energieprofis am Sonntag ihr letztes Spiel im Stadion der Freundschaft bestreiten.
Das ist sehr schade.

