
Alte Festungsanlage wurde zum Museum / Kerker in den Kasematten:
Unser Rätselbild der vergangenen Woche sorgte für allerlei Uneinigkeit. Wie die meisten unserer Leser, ging auch die Redaktion davon aus, dass C) die richtige Lösung ist. Die meisten Zuschriften besagten, dass im Senftenberger Schloss nie ein Gerichtssaal war. Diese Lösung nannten auch Berta, Michael und Peter Tschech, Katrin Gebur, Gisela Mallkowsky und Jochen Kunzmann.
Rudolf Sufa schreibt: „Diesmal ist das Schloss-Portal der Festung Senftenberg zum Innenhof, aus der Renaissance (15. Jahrhundert), umgeben von Sumpf und Wasser zu sehen. Meine Erinnerung an das Schloss beginnt erst in den Nachkriegsjahren, als es als Museum bekannt geworden ist. Geleitet von Herrn R. Wend, Kunstmaler aus Senftenberg. Er trug auch viele Ausstellungsstücke von überall zusammen. Hat dann Ausstellungen von Leihenkünstlern organisiert. Auch ich hatte einige wenige selbst gemalte Bilder ausgestellt.“
„In der frühen Festungszeit, etwa zur Zeit August des Starken, war das Schloss ein gefürchtetes Gefängnis. Unter anderem berichtet eine Chronik: ‘Anno 1577 starb in seiner custodia (Gefängnis) auff hiesiger Vestung der Calvinistische Superintendent zu Pirna D. Johann Stößel, welcher endlich in Schwermuth und Verzweiflung gerieth…’ (Senftenberger Analen). Vom Ende des 19. Jahrhunderts bis 1932 beherbergte es das Gymnasium. Im Schloss befand sich kein Gerichtssaal.“
Ortschronist Matthias Gleisner gab der Redaktion folgenden Hinweis: „Alle drei Antworten sind falsch. – Das Senftenberger Schloss beherbergte bis zum Jahr 1910 das Amtsgericht, also einen Gerichtssaal. Nachdem das neue Gerichtsgebäude an der Storchenelster fertig gestellt war und das Gericht dort Anfang Mai 1910 einzog, begann man 1911 mit den Planungen für die Umnutzung des Schlosses als Schule. 1913 riss man die im Schlosshof befindlichen Gefängniszellen ab und im April 1914 erfolgte die feierliche Eröffnung des Realprogymnasiums. Die schulische Nutzung der Gemäuer dauerte bis 1932. In jenem Jahr war endlich der Ersatzbau, die Walter-Rathenau-Schule, fertig und die Gymnasiasten konnten den beengten Räumen des Schlosses entfliehen. Ab 1932 erfolgte dann die großflächige Nutzung des Schlosses als Heimatmuseum. Das abgebildete Ansichtskartenmotiv stammt übrigens aus oder vor dem Jahr 1930, fällt also in die ‘Schulphase` des Senftenberger Schlosses.“
Anja Kolander geht von Lösung B) aus. Sie sagt: „Ein Gefängnis war nie im Schloss, denn es befand sich außerhalb in den Kasematten im Wall.“
Das bestätigt auch Ralf Kolander: „Das Senftenberger Schloss hatte mal einen Gerichtssaal und es beherbergte auch mal eine Schule, aber nie war nachweislich ein Gefängnis darin. Dieses befand sich in den Kasematten in unmittelbarer Nähe. Wir sind sehr verbunden mit unserer Heimatstadt Senftenberg, und leben wirklich sehr gern hier. Unser Schloss, den Tierpark und die vielen anderen Sehenswürdigkeiten besuchen wir regelmäßig und oft.“
Das Los hat entschieden und so geht unser Gewinn, unsere kleine Preußenkarte, in dieser Woche auf dem Postweg an Anja Kolander.
Herzlichen Glückwunsch!
