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Senftenberg: Lohntütenball, Badeanstalt und auch Dichterort

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Das Rätselbild der letzten Woche zeigte Kupschs Knopmühle von Klettwitz

Die Mühle mit Gasthaus, Saal, Gartenlokal und Gondelteich schluckte vor 60 Jahren der Bergbau
Zugegeben – jüngere Leser hatten es schwer diesmal. Aber gern regen wir mit dieser Reihe auch Gespräche zwischen den Generationen an. Es soll nicht ganz vergessen sein, was vor der Kohle war.
Erich Nieland schreibt: „Die Knopmühle – ein Ort voller Erinnerungen! Ich schlage den Märkischen Boten vom 22. März auf – ein freudiges Erkennen! Kindheits- und Jugenderinnerungen werden wach. Die Knopmühle! Die örtliche Begrenzung: im Osten die Schipkauer Straße (Klettwitz/Schipkau), im Süden die  ehemalige Reichsbahnstrecke Senftenberg/Finsterwalde und im Norden das Fußballgelände der BSG Klettwitz.
In der Treuhandsiedlung  Schipkauer Straße 35 bin ich 1934 geboren. Meine Erinnerungen reichen bis kurz vor Kriegsbeginn 1939. Im Vordergrund des Bildes liegt der Mühlenteich (mit Kähnen befahrbar), rechts die Getreide- und Ölmühle, im Anschluss das Wohnhaus mit Bäckerei und Gaststätte. Der Vorbau war der Tanzsaal, links davon das Gartenlokal. Dort fand jeden Freitag der sogenannte Lohntütenball statt. Der Mühlenteich wurde nach dem Kriegsende als Badeanstalt ausgebaut. In den 50er-Jahren fiel das gesamte Objekt von Familie Kupsch dem Bergbau zum Opfer. Glück auf!“.
Jürgen Sickora weiß: „Es handelt sich um die Knopmühle zwischen Schipkau und Klettwitz. Ich kann mich erinnern, als Kind im Teich gebadet zu haben.
Der Schipkauer Heimatdichter Paul Noack schrieb in seinem Gedicht ‘Meine Heimat – die Mühlen’: ‘…Doch weiter rollt das Erinnerungsband, zur Knopp-Mühle, im Tal, an des Bahndamms Rand. Dumpf hör’ ich die alte Ölmühle stampfen und sehe den duftenden  Ölkuchen dampfen…’.”
Klaus Hirsch aus Großkoschen findet: „Diesmal war es nicht leicht. Ich kenne die Knop Mühle (Knopfmühle) bei Klettwitz nur von Bildern. Die Bahnlinie Senftenberg/Finsterwalde führte dort vorbei.
Das Foto stammt aus den 30er- Jahren. In der Mühle  gab es auch eine kleine Gastwirtschaft, vor der Mühle den Teich, wo man Kahn fahren konnte. Die Mühle wurde vor Jahrzehnten weggerissen.“
Manfred Saeger aus Klettwitz schreibt: „Das Bild in der Zeitung vom 22. März zeigt die Knopmühle in Klettwitz, die von dem Müller Kupsch und seiner Frau Klara Kupsch betrieben wurde. Der Badeteich erhielt das Wasser aus dem damaligen Laug. Bitte senden Sie noch weitere Bilder ein, denn das gibt Erinnerungen an alte Zeiten, wie unlängst das Bild von der Fleischerei und Gaststätte Klausnitzer aus Ruhland, die an der Kirche und Drogerie Naumann lag.“
Auch unsere Leserin Dr. Anneliese Kröber aus dem Neu-Seeland-Ortsteil Lubochow erkannte die Knop-Mühle: „Hier wurden in den Nachkriegsjahren die Feiern anlässlich des Bergmannstages im Juli durchgeführt. Es waren feucht-fröhliche Vergnügen! Ich habe in dem Weiher das Schwimmen gelernt, Schüler der Schule Schipkau hatten hier Schwimmunterricht. Schade um das Ausflugsziel.“
Sehr persönliche Erinnerungen haben Horst und Hilma Ullrich aus Schipkau: „Ja, am 18./19. Mai 1956 haben wir dort unseren Polterabend und dann die Hochzeit gefeiert. Frau Klara Kupsch hat uns sehr gut bewirtet. Der Polterabend ging bis früh um 4 Uhr. Die Frauenhandball-Mannschaft Klettwitz (wir waren Landesmeister von Brandenburg) sowie Freunde und Arbeitskollegen und die ganze Verwandtschaft waren mit dabei. Das alles ist unvergesslich!
Es gab auch einige Vermutungen, die in die falsche Richtung gingen. Aber das ist auch kein Wunder bei Motiven aus weit zurückliegenden Jahren. Wir freuen uns immer über Ihre Post. Übrigens: Ob es Kopmühle, Knop-Mühle oder gar Knopp-Mühle heißt, ist nicht mehr verlässlich zu klären.“
Unser Gewinner heißt diesmal Gerd A. Ripberger und wohnt in Klettwitz. Herzlichen Glückwunsch zu einer Preußenkarte aus unserem Verlagshaus! Sie ist schon unterwegs.

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