
Juhu! Der Lehrer fehlt! Wieder eine Stunde mehr zum Chillen. Auf erwachsenendeutsch: abhängen, rumgammeln. Brandenburgs Schulen scheinen nach neuesten Erkenntnissen immer mehr zu Erholungsorte zu werden. Tausenden Schülern fehlen Noten auf ihren Zeugnissen. Die fehlen, weil die Lehrer fehlen. Eine erste Note ist jetzt wiedergefunden worden. Leider nur die Note sechs. Diese bekommt das Brandenburgische Bildungsministerium schon allein dafür, dass es diesen Unterrichtsausfall damit begründete, dass dies in anderen Bundesländern auch nicht besser sei. Wenn das so ist, kann ja auch das Ministerium weiter abhängen und rumgam meln. Welches Unternehmen sucht schon gut unterrichtete Schüler, um diese zu Fachkräften weiter auszubilden? Wobei: ganz untätig war das Ministerium nun auch wieder nicht. Es hat sich die Zeit genommen, die Haushaltsgeldbörse einen Spalt breit zu öffnen. Durch diesen Spalt sind zehn Millionen Euro geschlüpft. Mehr war nicht drin. Schließlich frisst der Klassenprimus BER-Flughafen, der „Bestnoten“ am laufenden Band einheimst, das Steuergeld auf. Der Hinweis auf andere Bundesländer ist eine Bankrotterklärung einer Bildung, der es an einem System zu fehlen scheint. So hat das Land jahrelang in Potsdam ausgebildete Lehrer ziehen lassen. Dass die veraltete Lehrerschaft nun auch vermehrt krankt, darf wenig verwundern. Verwundern darf, dass Brandenburg nun in anderen Ländern nach Lehrkräften sucht. Die Kurzsichtigkeit bei der Lehrereinstellung rächt sich. Im Sommer schwappt übrigens die nächste Welle in die Schulen: die Pensionierungswelle. Dann heißt es weiter: Juhu! Der Lehrer fehlt!