Jeder redet jetzt vom neuen Flughafen, aber es ist viel Luft dabei. Braucht man ja auch zum Fliegen.
Im Ernst: Ist es denn wirklich eine solche Katastrophe, dass der Flughafen nicht zu diesem ehrgeizig immer wieder von der Politik verkündeten Termin fertig wird? Es ist ärgerlich. Natürlich! Viele direkt Beteiligte kann der Schaden hart treffen. Andererseits muss bei Projekten solcher Größenordnung heutzutage immer mit Zwischenfällen gerechnet werden. Die Hamburger Elbsynfonie – im Gegensatz zum BER von einem Privatinvestor geführt – hat schon Jahre Verspätung und ein Mehrfaches der geplanten Summe verschlungen. Das entschuldigt nicht, kann aber relativieren. Hier im Norden Brandenburgs entsteht ein klug konzipierter Flughafen der kürzesten Wege. Platzeck nennt den vornehm gradlinigen Stil sogar „von schinckelscher Anmutung“. Er hat nicht ganz unrecht. Und wir alle, grade hier im Süden, haben Grund, uns auf Schönefeld – auch mit etwas Verspätung – zu freuen.
Man fragt sich ohnehin immer, wieso die Prüfstellen mit ihrem Wissen nicht weit früher helfend – nicht blockierend – eingreifen. Aber das ist wohl ein Tabu. Deutsche TÜV-ler stehen über allen Göttern.
Ganz daneben steht nur wieder mal Saskia Ludwig von der CDU. Die will gleich einen neuen Flugplatz haben. Auch sie fliegt, sozusagen, durch ihre Träume. Für eine ernsthafte politische Rolle mit Verantwortung empfiehlt sie sich mit solcherlei Zwischenrufen aber nicht. Jürgen Hinrich
Alles fliegt, sozusagen

