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Apostel in den Messehallen

Nicht zum ersten Male haben die Messehallen am Cottbuser Stadtring sich dem wieder Auferstandenen geöffnet. Am Sonntag findet erneut der Kirchentag des Apostelamt Jesu Christi statt – wegen Schneesperrung in der Stadthalle. Diese Religionsgemeinschaft hat in unserer Region in Spremberg, in Peitz und zweimal in Cottbus Ämter.
Die breite Öffentlichkeit weiß wenig über diese Gemeinschaft, schon gar nicht über ihre inneren Probleme. Zerfallen in drei Gruppierungen, bemühen sich die Apostel aktuell, wohl auch mit ihrem erneuten Kirchentag, die Gedanken und die Gemeinden zusammen zu bringen. Es geht nicht nur um Lithurgie, Kleiderordnung und Gemeinderegeln, sondern auch um eine so bedeutende Frage, ob die Apostel wieder selbst die Segensarbeit der Konfirmation leisten sollten.
Warum könnten Leser derartige gesellschaftliche Marginalien interes-sieren? Geht das außerhalb dieser bekennenden Gläubigen überhaupt jemanden etwas an?
Cottbus und die Lausitz werden sich nicht verändert haben, wenn Montag dieser kleine Kirchentag vorbei ist. Aber es ist gut und wichtig zu wissen, dass ein solches Ereignis hier ohne großes Aufsehen seinen Platz hat. Denn zu den schönen Erfahrungen seit 1990, über die leider fast nie gesprochen wird, gehört die größere Freiheit für die Gedanken und für persönliche Bekenntnisse. Cottbus hatte in vordiktatorischen Zeiten eine Vielfalt an Religionsgemeinschaften. Das Apostelamt Jesu Christi, 1934 als „marxistische Umtriebe“ verboten, gründete sich 1947 wieder, litt aber unter der deutschen Teilung. Im Grunde bis heute. Aber nun ist kein Druck mehr von außen da. Die Brüder und Schwestern in ihrem Glauben an die vollzogene Auferstehung Jesu gehören zu uns.
Das macht uns zufrieden. J.H.

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