
Die Deutschen, so heißt es allenthalben, sehen Weihnachten gelassen entgegen. Sie kaufen hochwertig ein und lassen sich viel Zeit für Weihnachtsmärkte, Betriebsfeiern, Konzerte und Shows. Je größer, desto besser, und auch teuer darf’s ruhig sein. Wer die Thomaner in der Leipziger Thomaskirche hören will, muss 100 Euro hinblättern, die Kollekte am Ausgang noch nicht mitgerechnet.
Es geht uns gut. Zumindest statistisch. Aber nicht alles läuft so blendend, wie es die glänzend kunstbeschichteten Augen der Nachrichtensprecherinnen verkünden. Manchen geht es so la-la, und dieser Region geht’s, offen gesagt, vergleichsweise schlecht. Sicher, deshalb sind die Konzerte in hiesigen Kirchen – bei auch guter Qualität – billiger zu haben. Aber sind wir uns künftig anhaltenden vorweihnachtlichen Glanzes sicher? Noch gibt es ihn. Aber warum liegen demnächst Handschuhe, Fotoapparat, Wein und selbst Spielzeug aus Internet-Shops und Katalogfirmen auf dem Gabentisch? Waren die nicht auch hier am Markt oder in einer Nebenstraße zu haben? Zwölf Prozent teurer! Mag sein. Der Händler muss der Straße Weihnachtsglanz geben, Miete zahlen, die Fußball-Bambinis sponsern.
Zehn Prozent Umsatz mehr als im Jahr zuvor erwartet der Weihnachts-Einzelhandel. Das große Finale kommt jetzt. Gehen Sie mit und tun Sie was für sich: Kaufen Sie hier ein. Vielleicht treffen wir uns.
Einen schönen, entspannten Advent allen Leserinnen und Lesern!
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