
Ein sinnvoller Vorsatz wäre auch, viel öfter mal das Handy abzuschalten. Dieses Gerät geistiger Entleerung bleibt durchaus entbehrlich, nachdem zum Beispiel am Vormittag Korrespondenzen, Termine und gespeicherte Gratulationen erledigt sind. Dann übt sich auch wieder in Worten formulierbare Kommunikation. Und der eine oder andere würde erstaunt entdecken, dass er gar nicht allein am Tisch sitzt. Die Blicke schamhaft zum Schoß gesenkt, hocken sich heutzutage nicht nur ganz junge Leute gegenüber. Sie tippen nicht etwa Wortnachrichten in ihr Smartphone, sondern Bilder. Ein Bekannter wollte mir neulich schmeicheln, dass ihm mein Weihnachtsbaum gefalle. Er schickte zwei Minibildchen: ein geschmücktes Bäumlein und eine Hand mit Daumen hoch.
Während ich noch überlegte, was ihm an dem Baum wohl gefallen haben mag, erreichte ich die Kirche, und der Gottesdienst begann mit einer „technischen Ansage“. Die Gemeinde möge ihre Handys nicht nur stumm oder auf Flugmodus, sondern ganz ausschalten. Jeder eingehende Anruf störe die Verstärkeranlage. Pfarrer predigen heute per Headset, also Mikrofon an Kopf. Handys bringen selbst Gottes Wort zum Knarren und Knattern, fürchtet der Prediger.
Er hat vollkommen Recht. Handys stören fast immer. Wir sollten lernen, ihnen mindest zeitweise zu entsagen. Ein kleiner, freundlicher Vorsatz…
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