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Denn sie ist unser

„Denn er war unser“, schrieb Goethe zum zehnten Todestag Schillers als Epilog zur „Glocke“. Er, Schiller, war durch seinen Wert für die Menschheit zum „Eigentum“ aller geworden.
Ähnlich verhält es sich – in kleineren Dimensionen – mit Denkmalen. Ulrich Sasse hat den Geist der Schillerschen „Glocke“ am Donnerstag in der Debatte um die Brandruine der Webschule erklingen lassen. „Eigentümer“ sei juristisch der Brandenburgische Landesbetrieb BLB, aber „mindestens ideell sind wir alle Miteigentümer.“ Sie ist unser, diese wunderschöne und zudem für die Lausitzer Industriegeschichte so bedeutende Schule. Sie war DAS ostdeutsche Hightech-Zentrum der 1920er Jahre. Und „sie könnte mit all ihren Gebäuden der Modellfabrik wieder ein Hightech-Ort künftiger Tage werden“, glaubt der Vorsitzende des Denkmal-Beirats.
Sie ist unser, diese Schule. Wir sind mitverantwortlich für sie. Und das bleibt nötig. Auch gestern morgen noch zitierte Antenne Brandenburg den BLB, man schließe einen Abriss nicht aus! Die Bürger sind in diesem Falle wohl die besseren Eigentümer. Denn auch in Fragen der Verantwortung führt eine fatale Analogie nach Weimar. Brandmelder gab es in der Webschule nicht, weil, so der BLB-Geschäftsführer, „wir ja bald ausziehen wollten“. Aus genau diesem Grunde – Schlampigkeit kurz vor dem Umzug – brannte in Weimar vor einigen Jahren mit der Amalienbibliothek Weltkulturerbe ab.
Denn es ist unser! Ein Fanal selbst in schlimmster Zeit. Als die Russen Königsberg kurz und klein schossen, blieb allein das Schillerdenkmal heil. Kyrillisch stand in Kreide am Sockel: Denn er ist unser! JH

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