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Die Krux mit den Prognosen

Die Demografie-Kommission des Landes hat ihren Abschlussbericht vorgelegt. Tausende Zahlen enthalten die fast 80 Seiten-Dokument. Zahlen über Schulen, Schüler, Lehrer, Schulwege, ja sogar zum Landeshaushalt. Am Ende empfiehlt die Kommission, die Regularien sollten so bleiben wie sie sind. Na, da können die übrig gebliebenen Schulleiter wohl aufatmen!

Ja, wenn da nicht die Prognosen der Kinderzahlen wären. Die werden nämlich weiter sinken, nicht gleich – jetzt gibt’s erstmal eine kleine Stagnation – aber spätestens in zehn Jahren werden die Sitzreihen in den Klassen erneut lichter. Bis 2030 um ein Viertel! Also werden wohl weiter Schulen dicht gemacht. Besonders auf dem Lande hier in Spree-Neiße, weit weg vom Berliner Speckgürtel. Denn je weiter weg von der Hauptstadt, umso heftiger die Rückgänge, meinen die Analysten.

Aber die ländlichen Schulen sollen möglichst bleiben. Kurze Wege für kurze Beine. Den Grundsatz hörten wir schon vor einigen Jahren, bevor in Stadtteilen wie der Gubener Obersprucke oder Forst-Noßdorf die Schulen ausgeräumt wurden. Mit mehr „Kleinen Grundschulen“ soll’s gelingen, also einzügige Schulen mit mindestens 15 Schülern pro Klasse. Doch diese Grenzen sind mancherorts jetzt schon erreicht. Also doch schließen, denn die Regeln sollen ja beibehalten werden? Und auch das Finanzloch drückt im Nacken, denn viele kleine Schulen sind teurer als wenige große. Wer weiß, ob der BER bis dahin eröffnet ist, die Schulden für den Flughafenpfusch werden lange nachwirken. Wie also weiter mit den Schulen? Vielleicht folgt der Demografie-Kommission eine nächste Kommission für noch mehr Zahlen?

Sie erreichen den Autor: j.haberland@cga-verlag.de

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