Die wirtschaftlichen Höhenflüge der Cottbuser sind endlich in der Realität gelandet. Das verbessert die Aussichten auf tatsächliche Gewerbeansiedlung.
Mehrmals hatte der Oberbürgermeister die Option zur Wiedernutzung des Flugplatzes Cottbus-Nord durch die Landesluftfahrtbehörde verlängern lassen. Der Traum vom Fliegen richtete sich nicht auf ziviles Abheben, sondern sollte als süßer Leim Investoren festkleben. Vielleicht würde ja jemand eine Fabrik bauen wollen, deren Fließbänder direkt in eine Start- und Landebahn münden…
Die Flug-Frist ist im März letztmals abgelaufen. Nie mehr wird ein Startsignal aus dem Tower kommen. Der OB hat der Behörde schweren Herzens mitgeteilt, dass Cottbus auf sein Flugfeld verzichtet. Klug so, denn von zwölf brandenburgischen Verkehrslandeplätzen liegen mit Drewitz, Neuhausen und Welzow noch immer drei nahe genug bei der Stadt.
Chronisten können ein exakt 100-jähriges Kapitel zu den Akten packen. 1910 hatte der Handwerker Charlett hier auf dem Exerzierplatz erstmals mit Flugversuchen den Blick zum Himmel gerichtet. In den 1920er Jahren gab es einen Linienflugplatz, später die NVA- und dann die Heeresflieger. Sie brachten viel Lärm aber immer auch Arbeit in die Stadt.
Die könnte es nun durch ein freies, weites Gewerbefeld am Boden geben. J.H.
